Afghanischer Junge (15) greift Lokführer an – Bahnverkehr lahmgelegt
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90 Minuten mussten Fahrgäste der Erzgebirgsbahn zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt am Mittwochabend auf ihre Weiterfahrt warten, nachdem ein 15-jähriger Afghane den Lokführer der Bahn angriff. Der junge Mann hatte zuvor einen Streit mit einem anderen Fahrgast begonnen. Ein Zeugenvideo zeigt das Ausmaß der Gewalt.
Der Zwischenfall ereignete sich gegen 20:30 Uhr beim Halt in Lauter-Bernsbach (Sachsen). Der Lokführer, der eigentlich nur den Streit zwischen den beiden jungen Fahrgästen schlichten wollte, geriet zwischen die Fronten und wurde von dem Jugendlichen an der Schulter und im Gesicht verletzt. Der Lokführer konnte die Fahrt infolgedessen nicht fortführen, weshalb es zur Blockade der eingleisigen Strecke kam.
Erst als ein weiterer Triebwagenzug aus Richtung Johanngeorgenstadt zum Bahnhof in Lauter gebracht wurde und sich an den im Bahnhof stehenden Zug ankoppelte, konnte die Strecke wieder freigemacht werden. Die Fahrgäste wurden kurze Zeit später von einem weiteren Zug zu ihren Zielbahnhöfen gebracht. Der Lokführer kam ins Krankenhaus. In der offiziellen Mitteilung der Bundespolizei heißt es, dass der Polizei über die Art und Schwere der Verletzungen derzeit keine Informationen vorliegen.
Der 15-jährige Täter, der zunächst geflüchtet war, konnte Dank Hinweisen von Zeugen auf dessen Identität wenig später dingfest gemacht werden, nachdem eine Tatortbereichsfahndung zunächst nicht erfolgreich war. Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an.
Immer wieder Angriffe auf Lokführer und Kontrolleure
Hilfreich könnte in diesem Zusammenhang auch das Video eines Zeugen sein, das den Angriff, der sich auf einem Rasenstück außerhalb der Bahn ereignete, aus einem Zugfenster heraus zeigt. Hierauf ist deutlich zu erkennen, wie der Angreifer den 50-jährigen Lokführer zu Boden reißt und anschließend wie von Sinnen mehrmals auf sein Gesicht einschlägt. Anschließend steht der Tatverdächtige auf und tritt seinem Opfer noch einmal mit voller Wucht gegen den Hinterkopf.
Erst vor Kurzem hatte eine stark alkoholisierte Frau einen Lokführer im Erzgebirge mit einem Hammer bedroht und sich daraufhin in das Gleisbett gelegt, um den Zug an der Weiterfahrt zu hindern. Bundesweit kommt es immer wieder zu Angriffen auf Lokführer und Kontrolleure. Im Dezember hatten zwei junge Männer einen Zugführer und eine Kontrolleurin in einer Regionalbahn bei Lünen (Westfalen) krankenhausreif geschlagen. Die Kontrolleurin hatte die beiden zuvor aufgefordert, die Bahn zu verlassen, weil sie keine gültigen Tickets besaßen.
Zuvor hatten im selben Monat zwei Männer einen Lokführer bei Essen bewusstlos geschlagen. Die Bahn verzeichnete allein im letzten Jahr 3100 Angriffe auf Beschäftigte. Dies entspricht einem Anstieg von rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Anabel Schunke
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