Angst vor Silvester-Krawallen: Polizei fordert bundesweites Böller-Verbot
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Drei Monate vor Silvester hat die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) drastische Maßnahmen gefordert, um erneute Krawalle in der Hauptstadt zu verhindern. Nötig sei eigentlich schon lange ein bundesweites Verbot von privatem Feuerwerk verbunden mit einem Verkaufsverbot, teilte der GdP-Landesvorsitzende Stephan Weh der Deutschen Presse-Agentur mit.

Kriegsähnliche Zustände: Besonders in Berlin werden Brennpunkt-Viertel an Silvester zu lebensgefährlichen No-Go-Areas.
Die Silvester-Randale in Berlin schockierte zu Beginn des Jahres das ganze Land: „Plünderung von Einsatzfahrzeugen durch vermummte Personen“, „gezielter Beschuss mit Pyrotechnik während der Löscharbeiten“ oder „Starke Beschädigung mehrerer Fahrzeuge durch Pyrotechnik, sodass diese außer Dienst gehen müssen“ sind nur ein Bruchteil der Schwerstdelikte, die die Polizei an diesem Abend zu notieren hatte. 56 Verletzte zählten Polizei und Feuerwehr an dem Abend.
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Böllervebot „zumindest in Berlin“
Weil eine Gesetzesänderung bis Silvester in ganz Deutschland nicht zu erwarten sei, sei zumindest in Berlin ein lokales Feuerwerks-Verbot innerhalb des kompletten S-Bahn-Rings denkbar und „halbwegs umsetzbar“, betonte Weh.

Schlachtfeld Berlin: Beamte im Silvester-Einsatz 2022.
Statt der „Privatböllerei“ sollten die Bezirke zentrale Profi-Feuerwerke organisieren. „Auf den Straßen würde mehr Übersichtlichkeit herrschen, so dass man Gewalttäter gezielter aus der Masse selektieren könnte.“ Zudem müssten die Vorschriften für Lagerung und Verkauf von Feuerwerk verschärft werden. Zusätzlich sei auch ein Verbot von Glasflaschen möglich.
Weh kritisierte: „Wir haben Anfang Oktober und sind noch nicht einen Schritt weiter. Berlins Polizei und Feuerwehr bereiten sich seit Monaten auf die kommende Silvesternacht vor, doch die Antwort kann nicht sein, dass wir einfach noch mehr Kolleginnen und Kollegen in den Dienst rufen.“
Politik und Polizeiführung riskierten „sehenden Auges zig verletzte Menschen“.
Gewerkschaft fordert Kampfmontur extra für Silvester
Die konservative, kleinere Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hatte kürzlich verlangt, Polizisten besser vor gewalttätigen Angriffen zu schützen: Die Einsatzkräfte auf den Straßen bräuchten in der Silvesternacht Brandschutzhauben, feuersichere Uniformen und Gehörschutz sowie bessere Feuerlöscher für alle Streifenwagen.
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Der Berliner Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf erklärte, die Gewaltbereitschaft sei hoch. „Gefährliche Mittel wie Pyrotechnik werden gezielt gegen Menschen eingesetzt und die daraus teils erheblichen Verletzungen erfolgen teilweise sogar vorsätzlich.“

Ausgebrannter Bus in Berlin-Neukölln aus der vergangenen Silvesternacht.
In der Silvesternacht 2022/2023 randalierten in mehreren Berliner Stadtteilen mit sozialen Brennpunkten, etwa in Neukölln, Schöneberg und Gesundbrunnen, vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund mit Böllern und Raketen. Dabei warfen und schossen sie auch Knallkörper auf Polizisten und Feuerwehrleute. Ähnliche Szenen spielten sich auch in anderen deutschen Großstädten ab. Viele Feuerwehrleute berichteten, diese Angriffe in den Silvesternächten seien seit Jahren in vielen Städten „normal“ geworden.
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