Trotz Anklage wegen Gewalttaten: Bundeskunstpreis für Hammerbanden-Linksextremistin
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Als Mitglied der linksextremistischen „Hammerbande“ steht die Studentin Hanna Schiller derzeit vor Gericht. Jetzt ist sie mit dem 27. Bundespreis für Kunststudierende ausgezeichnet worden. Und das, obwohl sich ihre Uni, die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, „gegen jede Art von Extremismus und Gewalt“ ausspricht.
Die Nürnberger Kunststudentin Hanna Schiller, der eine Beteiligung an Angriffen der linksextremen „Hammerbande“ vorgeworfen wird, ist mit dem 27. Bundespreis für Kunststudierende ausgezeichnet worden. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gibt es 30.000 Euro Preisgeld, dazu ein Stipendium in Höhe von 18.000 Euro, um die Werke „für die Ausstellung zu realisieren“ (Ausstellung ab November 2025 in der Kunsthalle Bonn geplant).
Die Studentin wird vom Generalbundesanwalt als Mitglied der Hammerbande wegen Mordversuchs und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt, sie soll sich an zwei Überfällen auf insgesamt drei (vermeintliche) Rechtsextremisten oder an öffentlichen Plätzen in Budapest beteiligt haben. Ihr wird vorgeworfen, mit anderen Bandenmitgliedern Arme und Beine von Überfallenen fixiert zu haben, während weitere Komplizen ihre Opfer „mit Schlagstöcken und sonstigen Schlagwerkzeugen wiederholt mit großer Wucht in den Bereich von Kopf und Oberkörper“ traktierten. In der ungarischen Hauptstadt beginnt am kommenden Freitag der Prozess gegen ihre mutmaßliche Mittäterin Maja T.

In Budapest wird Mittäterin Maja T. angeklagt.
Auseinandersetzung mit „strukturellen wie faktischen Macht- und Gewaltmechanismen“
Die Jury des Bundeskunstpreises – verliehen vom Bildungsministerium (derzeit interimsmäßig geleitet von Cem Özdemir) gemeinsam mit dem Deutschen Studierendenwerk – preist Schillers Arbeiten als künstlerisch herausragend. Besonders gewürdigt wurde ihr Werk „Fußabtreter“ – gewebte Matten aus Frauenhaar –, das sich laut Jury mit „strukturellen wie faktischen Macht- und Gewaltmechanismen“ auseinandersetze. Vor diesem Hintergrund können die Schiller zur Last gelegten Gewalttaten mit ihrer Antifa-Truppe als Aktionskunst verstanden werden. So heißt es in der Begründung der Jury:
„Indem Schiller diese Verfahren und Materialien mit Themen verbindet, die um strukturelle wie faktische Macht- und Gewaltmechanismen kreisen, spielen Schillers Arbeiten mit (vermeintlichen) Gegensätzen, wodurch eine Spannung und Ambivalenz erzeugt wird, die den Arbeiten eine Komplexität und Dringlichkeit verleiht, der sich nur schwer zu entziehen ist.“
Und:
„Eine weitere Qualität der Arbeiten Schillers ist es, dass sie trotz ihrer inhaltlichen Brisanz keine einfachen Antworten auf die in ihnen aufgerufenen Fragestellungen geben. Sie belehren und agitieren nicht. Ihre Stärke verdankt sich vielmehr einer Subtilität und Komplexität, sodass sich die Arbeiten nicht in einer einzigen Dimension stillstellen lassen, sondern einen vielschichtigen Zugang auf unterschiedlichen Ebenen ermöglichen.“
Akademie „bestürzt und besorgt“ über die Vorwürfe
Die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg (AdBK), an der Hanna Schiller studiert, hatte ihr im vergangenen Jahr den Akademiepreis der AdBK verliehen. Sie zeigt sich „bestürzt und besorgt“ angesichts ihrer Verhaftung und der Schwere der gegen Hanna S. erhobenen Vorwürfe: „Unsere Hochschule hat ein Leitbild, das für Offenheit, Toleranz und gegen jede Art von Extremismus und Gewalt ist.“
Offenbar hat die AdBK Nürnberg dennoch kein Problem mit den gegen die Studentin erhobenen Vorwürfen, zum Zeitpunkt des Vorschlags für den Bundespreis war diese bereits in Haft. Jedoch: Es gelte die Unschuldsvermutung, so etwa Petra Meyer, die persönliche Referentin des AdBK-Präsidenten. Die AdBK trennt jedenfalls zwischen Werk und Künstler, lobt unter anderem, Schillers Arbeiten seien eine Auseinandersetzung mit „aktuellen gesellschaftspolitischen Themen – wie etwa dem ansteigenden Rechtsruck, der Flüchtlingskrise oder strukturellen Sexismen“.
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