Bus-Horror von Venedig: Deutsche Familie unter den Todesopfern
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- Unter den Todesopfern des Busunglücks in Venedig am Dienstag sind drei Deutsche.
- Zwei Brüder aus Deutschland im Alter von 7 und 15 Jahren wurden bei dem Unglück verletzt.
- Die Eltern der beiden sind wohl unter den Todesopfern.
Der Ausflug war fast schon vorbei: ein Tag in Venedig, dann mit dem Bus aus der Lagunenstadt zurück aufs italienische Festland, auf einen Campingplatz im Stadtteil Marghera, wo die Übernachtung deutlich weniger kostet als in der Nähe von Markusplatz oder Rialtobrücke.
Keine Viertelstunde Fahrt normalerweise. Doch dann, nur drei Kilometer vor dem Ziel, die Katastrophe: Aus ungeklärter Ursache kommt der Bus mit knapp 40 Tagestouristen am Dienstagabend von der höher gelegenen Fahrbahn im Festlandstadtteil Mestre ab und stürzt 15 Meter in die Tiefe. Die Bilanz: 21 Todesopfer und 15 Verletzte.
Etwa zehn Meter stürzte der Bus in die Tiefe, Videos in den sozialen Medien zeigen das ganze Ausmaß der Zerstörung:
Drei Deutsche unter den Todesopfern
Nach dem schweren Busunglück haben die örtlichen Behörden am MIttwoch den Tod von drei Deutschen gemeldet. Italienische Medien berichteten, dass unter den Verletzten zwei Brüder aus Deutschland im Alter von 7 und 13 Jahren seien. Ihre Eltern waren demnach unter den Todesopfern.

Am Tag nach der schrecklichen Tragödie liegen an der Unfallstelle Blumensträuße.
Neben den drei Deutschen starben nach Angaben der zuständigen Präfektur neun Ukrainer, vier Rumänen, zwei Portugiesen, ein Kroate, ein Südafrikaner sowie ein Italiener, der den Bus gefahren hatte. Bis zum Abend konnten zudem 13 der 15 Verletzten identifiziert werden. Auch unter ihnen sollen Deutsche sein – vorläufigen Zahlen der Präfektur zufolge vier. Die anderen Verletzten kommen aus der Ukraine, aus Spanien, Frankreich und Kroatien.

Unter den 21 Todesopfern ist auch der Busfahrer, ein 40 Jahre alter Italiener.
Unter den Toten ist auch der Fahrer des Busses, ein 40 Jahre alter Italiener. Weil unklar ist, warum der Bus kurz nach Einbruch der Dunkelheit gegen 19:45 Uhr so plötzlich von der Brücke stürzte, gilt ihm nun das besondere Interesse.
Nach Angaben von Kollegen war er ein zuverlässiger Mann mit vielen Jahren Berufserfahrung. Außerdem hatte der Mann demnach erst 90 Minuten vor dem Unglück seinen Dienst angetreten. Der Bus gehört einem Unternehmen namens La Linea Spa und wurde von einem Campingplatz in Marghera gechartert.

Der mit Gas betriebene Bus mit rund 40 Personen an Bord stürzte auf Gleise und fing unmittelbar nach dem Aufprall Feuer.
Fahrer könnte Schwächeanfall erlitten haben
Spekuliert wird, dass der Fahrer wegen eines Schwächeanfalls die Kontrolle über den Bus verloren haben könnte – oder auch, dass er eingeschlafen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft leitete noch in der Nacht Ermittlungen ein. Auch andere Möglichkeiten werden nicht ausgeschlossen. Aufschluss erhofften sich die Ermittler zunächst von einer Überwachungskamera, die an dieser Stelle auf der etwa 70 Jahre alten Straße den Verkehr auf der Rizzardi-Brücke im Blick hat.
Auf dem Video ist die entscheidende Szene des Absturzes jedoch durch einen anderen Bus verdeckt – man sieht nur aus der Ferne, wie der Bus über die Leitplanke stürzt. Möglicherweise hat auch eine Kamera in dem modernen Elektrobus die Szene aufgezeichnet. Nach der Kamera wurde in dem ausgebrannten Wrack am Mittwoch noch gesucht.

An dieser Stelle durchbrach der Bus das Geländer der Brücke.
Der Geschäftsführer des Busunternehmens, Massimo Fiorese, wurde vom italienischen Sender Rai mit den Worten zitiert: „Was wir wissen, ist, dass es eine feste Kamera auf der Brücke gibt. Aus dem, was ich auf den Bildern gesehen habe, sieht man den Bus mit weniger als 50 Stundenkilometern kommen. Man sieht die Bremslichter aufleuchten. Also hat er gebremst. Dann sieht man, wie das Fahrzeug sich an die Leitplanke lehnt, umkippt und herunterfällt.”

Mestre ist ein Stadtteil von Venedig, der auf dem Festland liegt.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um den Shuttlebus eines Campingplatzes namens HU. Auf dem Gelände gibt es auch normale Hotelzimmer und Plätze für Wohnmobile. Einige junge deutsche Touristen, die dort übernachteten, sagten noch am Dienstagabend im Fernsehen: „Wir sollten den nächsten Bus nehmen. Aber der kam nicht. Und dann haben wir es gehört. Es ist eine Tragödie.”
Dass Tagesurlauber aus den Festland-Vororten Marghera oder Mestre hinüber in die Altstadt pendeln, ist längst Gewohnheit geworden. Beides sind eigene Stadtteile von Venedig, werden aber häufig als „hässliche Schwestern” bezeichnet. Dort schläft und isst man deutlich billiger. Zur Lagune kommt man mit dem eigenen Auto, mit der Bahn oder eben mit dem Bus.
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