Diversitäts-Wahn bei Netflix: Denzel Washington als schwarzer Hannibal sorgt für Empörung
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Der schwarze Schauspieler Denzel Washington soll in einer neuen Netflix-Produktion den antiken Feldherrn Hannibal spielen. In Tunesien sorgt die Besetzung für wütende Reaktionen.
Laut Medienberichten ist in Tunesien von einer „Verfälschung der Geschichte“ durch Diversity-Bestrebungen und „afrozentrische Ideologie“ die Rede. Der antike General Hannibal wurde in der Nähe der heutigen Hauptstadt Tunis geboren – dass er nun als schwarzer Afrikaner gezeigt werde, sei ein „historischer Fehler“ heißt es in der tunesischen Zeitung „LaPresse“.

Viele Tunesier halten Denzel Washington bei allem Respekt für seine Schauspielkunst für eine Fehlbesetzung als Hannibal.
„Verteidigung der tunesischen Identität“
In Kommentarspalten und den sozialen Medien tobt eine regelrechte Meinungsschlacht, Online-Petitionen für eine Umbesetzung werden verteilt. Sogar das Parlament beschäftigt sich schon mit dem Thema. Der Abgeordnete Yassine Mami hat in einer Sitzung Ende November die Kultusministerin Hayet Ketat Guermazi über den Film befragt, wie die französische Zeitung Le Monde berichtete.
Historiker gehen davon aus, dass Hannibal phönizischer Abstammung war, also aus einer Region kam, wo jetzt der Libanon, Syrien und Israel liegen.
Mami mahnte im Parlament, es gehe um die „Verteidigung der tunesischen Identität“. Die Kultusministerin habe ihr geantwortet, dass es sich bei dem Film um Fiktion handele und es das Recht von Netflix sei, Rollen so zu besetzen, wie man will.
Schon im April dieses Jahres gab es eine ähnliche Diskussion, als Netflix Adele James für die Rolle als Cleopatra gecastet hatte. Beschwerden kamen aus dem ägyptischen Altertums- und Tourismusbehörde. In einem veröffentlichten Statement hieß es, die Königin habe „weiße Haut und hellenistische Merkmale“ gehabt, die mit jenen der schwarzen Schauspielerin nicht vereinbar wären.
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