Erkrankung „völlig außer Kontrolle“: Trump vermutet Paracetamol als Ursache für Autismus
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US-Präsident Donald Trump will am Montag Brisantes verkünden: Laut einem Bericht der Welt plant er, die Einnahme des Schmerz- und Fiebermittels Tylenol (Wirkstoff Acetaminophen, in Deutschland: Paracetamol) während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Autismus-Risiko in Verbindung zu bringen. „Autismus ist völlig außer Kontrolle. Ich denke, wir haben vielleicht einen Grund dafür“, so Trump – und der bestehe in besagtem Medikament, das gemeinhin gegen Fieber eingesetzt wird.
Trump will schwangeren Frauen dazu raten, Tylenol künftig nur noch bei hohem Fieber einzunehmen, heißt es. Zudem soll er das Medikament Leucovorin, das normalerweise bei Krebs und Anämie eingesetzt wird, als mögliche Therapieoption für Menschen mit Autismus hervorheben.

Acetaminophen wird in Deutschland als Paracetamol, in den USA als Tylenol vertrieben.
Anstieg der Autismus-Diagnosen
Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) – vergleichbar mit dem deutschen RKI – meldete 2022, dass jedes 31. Kind im Alter von acht Jahren eine Autismus-Diagnose erhielt – im Jahr 2000 war es noch 1 von 150. Während der amerikanische Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. der Überzeugung ist, dass es vor allem Umweltfaktoren seien, die einen realen Anstieg der Autismus-Fälle verursachen, meinen viele Public-Health-Experten, der Anstieg sei auf veränderte Diagnosekriterien und mehr Aufmerksamkeit für die Störung zurückzuführen. Das würde bedeuten: Die Krankheit tritt nicht häufiger auf, sondern wird nur vermehrt diagnostiziert. „Autismus zeigt sich in einem Spektrum mit teils schweren, teils milden Symptomen. Betroffene können Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation haben, repetitive Verhaltensweisen zeigen und Sprachentwicklungsprobleme haben“, so der Welt-Bericht.
Auch in Deutschland sind die Zahlen gestiegen: Laut der Krankenkasse HKK von 0,4 Prozent (2013) auf 0,8 Prozent (2022). Heißt: Bei fast jedem hundertsten Kind wird Autismus diagnostiziert. Weltweit liegt die Quote bei etwa einem Prozent. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte Anfang des Jahres versprochen, bis September Antworten zur Ursache von Autismus zu liefern. Rund 31 Arbeitsgruppen der US-Regierung befassen sich derzeit mit möglichen Einflussfaktoren.

Robert F. Kennedy Jr., hier bei der Gedenkveranstaltung zu Charlie Kirk, steht für eine andere, eher pharmakritische Gesundheitspolitik.
Wissenschaftliche Kontroverse um Paracetamol
Paracetamol gilt weltweit als das am häufigsten verwendete Mittel gegen Fieber und Schmerzen in der Schwangerschaft. In Deutschland empfiehlt die Charité den Einsatz in möglichst niedriger Dosierung und für die kürzestmögliche Dauer. Auch US-Fachgesellschaften wie das American College of Obstetricians and Gynecologists betonen, es gebe „keine klaren Belege“ für Risiken bei vernünftigem Gebrauch.
Die Forschungslage ist widersprüchlich:
- Ein im August im Fachjournal BMC Environmental Health veröffentlichtes Review unter Beteiligung der Harvard School of Public Health empfahl, den Gebrauch einzuschränken.
- Eine großangelegte schwedische Geschwisterstudie (JAMA, 2024) fand dagegen keinen Zusammenhang zwischen Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft und Autismus.
Industrie unter Druck
Der Hersteller Kenvue, der sich 2023 von Johnson & Johnson – bekannt für seinen Corona-Impfstoff – abgespalten hat, kritisiert die Pläne des Weißen Hauses. Kirk Perry, der Interims-CEO des Herstellers, habe Kennedy vergangene Woche gedrängt, Tylenol nicht als Ursache zu nennen – augenscheinlich ohne Erfolg. Das Unternehmen behauptet, es gebe keine Daten, die einen ursächlichen Zusammenhang belegten.
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