Fake-Maskottchen auf dem Spielfeld: So leicht umgeht ein YouTuber das Sicherheits-Konzept der UEFA
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Die ganze Welt blickt während der Fußball-EM auf Deutschland – nicht nur Fußballfans, auch Menschen, die Böses im Schilde führen. Entsprechend groß wurden die Sicherheitsvorkehrungen durch UEFA und die Polizei angekündigt.
Ein YouTuber hat all diese Ankündigungen – und mit ihnen das gesamte Sicherheitskonzept der UEFA – nun vorgeführt. Marvin Wildhage schaffte es, sich während der Eröffnungsfeier im Münchner EM-Stadion auf den Rasen zu schmuggeln. Wildhage verkleidete sich als Maskottchen „Albärt“, fälschte ein paar Einlass-Scheine und Park-Tickets und schon war er mittendrin – nicht auszudenken, was alles hätte passieren können, hätten sich Terroristen oder Kriminelle so zum EM-Eröffnungsspiel Zutritt verschafft.
Dabei war die Idee ziemlich simpel: Wildhage ließ sich das Kostüm von EM-Maskottchen „Albärt“ eins zu eins nachbauen. Im Netz fand er zahlreiche EM-Mitarbeiter, die mit ihren Mitarbeiter-Ausweisen prahlten und so als Vorlage für seine Fälschung dienten. Und ein Kollege von ihm bewarb sich offiziell als Mitarbeiter für die Eröffnungszeremonie der UEFA, um bei den Proben die Lage auszukundschaften.
Als die QR-Codes bei der Einlasskontrolle am Tag des Eröffnungsspiels nicht funktionierten, riefen die Sicherheitsmitarbeiter offenbar ihren Chef hinzu – der sah das (gefälschte) Park-Ticket an der Windschutzscheibe des Autos kleben und winkte sie durch: „Ach, ihr habt ein Park-Ticket – na dann passt ja alles.“ Und schon war das Fake-Maskottchen im Stadionbereich.

Bei der Einlasskontrolle sorgte das gefälschte Parkticket für die nötige Glaubwürdigkeit.
Am Spielfeld-Rand fiel Marvin Wildhage als Fake-Maskottchen nicht auf, machte gar Selfie-Fotos mit Ex-Nationalspielern wie Mario Gomez. Auch während der Eröffnungszeremonie tanzte er auf dem Spielfeld, ehe ihn eine Dame der UEFA freundlich vom Feld führte, dann aber den weniger freundlichen Ordnern übergab. „Das ist der YouTuber – wir gehen raus zur Polizei, Abfahrt“, sagt einer von ihnen.

YouTuber Marvin Wildhage
Wildhage sagte in seinem Video: „Ehrlicherweise habe ich gehofft, dass alle über das Kostüm lachen und die UEFA sagt: ,Hey, mit dem ein oder anderen Subunternehmer sollten wir nochmal in den Dialog gehen, um die Sicherheitsvorkehrungen noch ein wenig anzuziehen‘.“
Doch statt einer selbstkritischen Einsicht vonseiten der UEFA oder einer Aufarbeitung der Sicherheitsmängel, sollen die Ordner der UEFA Wildhage und seinen Mitstreiter der Polizei übergeben haben. Nach gut fünf Stunden wurden die beiden erst aus der sogenannten „Gefangenen-Sammelstelle“ – also einer Art Kurzzeit-Gefängniszelle – rausgelassen. Mit einem deutlichen Hinweis eines „hohen UEFA-Funktionärs“, wie Wildhage sagte. Der UEFA-Mann soll demnach gesagt haben: „Wenn hierüber ein Video erscheint, dann werden wir mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen.“
Wie NIUS erfuhr, hat die UEFA bereits juristische Schritte gegen die Veröffentlichung des Videos eingeleitet.
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