Feuer in Odessa: Neue russische Angriffe auf ukrainische Hafenstädte
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Bald 17 Monate Krieg: Russland überzieht die Ukraine wieder mit schweren Angriffen. Kiew wiederum setzt nach einem Zeitungsbericht nun Streumunition aus den USA ein. Auch die EU denkt über weitere Militärhilfe nach.
Nach der Aufkündigung des internationalen Getreideabkommens durch Moskau überzog die russische Armee mehrere ukrainische Häfen mit Angriffen. Dabei wurden in der Großstadt Mykolajiw im Süden des Landes mindestens ein Mensch getötet und 19 weitere verletzt. Auch der Schwarzmeer-Hafen Odessa war wieder Ziel. Moskaus Abkehr von dem Abkommen veranlasst die EU, über eine Ausweitung ihrer Militärhilfe für Kiew nachzudenken. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen fast 17 Monate. Die Ukraine kommt mit einer seit Wochen laufenden Gegenoffensive nur mühsam voran.

Im Großraum Odessa wurden auch zivile Gebäude von russischen Raketen getroffen.
Als Reaktion hat die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland nach einem Bericht der „Washington Post“ nun mit dem Einsatz von Streumunition begonnen. Wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte ukrainische Regierungsbeamte berichtete, versuchen die Streitkräfte auf diese Weise, russische Stellungen im Südosten des Landes aufzubrechen, die die ukrainische Gegenoffensive verlangsamen. Russland hat nach Meinung westlicher Experten bereits seit längerer Zeit Streubomben im Einsatz.

Mindestens ein Ukrainer starb bei den Raketenangriffen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Rettungskräfte haben die Brände jedoch inzwischen unter Kontrolle.
Brand eines Wohngebäudes bei Angriff auf Mykolajiw
In Mykolajiw gerieten nach Angaben der örtlichen Behörden durch Beschuss ein dreistöckiges Gebäude sowie mehrere Garagen in Brand. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb: „Russische Terroristen setzen ihre Versuche fort, das Leben unseres Landes zu zerstören.“ Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe schlugen in Mykolajiw und Odessa russische Marschflugkörper vom Typ Oniks ein. Sie können mit einer Stundengeschwindigkeit von mehr als 3000 Kilometern auf einer Höhe von zehn bis 15 Metern fliegen. Damit sei es fast unmöglich, sie abzuschießen, sagte Luftwaffensprecher Jurij Ihnat im Fernsehen.

USA warnen Russland vor Angriffen auf zivile Schiffe
Die USA warnten Russland nach dem Ausstieg aus dem Getreideabkommen vor Angriffen auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer. Russland habe die Zufahrten zu ukrainischen Häfen noch stärker vermint, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Adam Hodge. „Wir glauben, dass dies ein koordiniertes Vorgehen ist, um etwaige Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer zu rechtfertigen und der Ukraine die Schuld für diese Angriffe zuzuschieben.“ Russland kündigte an, Schiffe auf dem Weg zu ukrainischen Häfen jetzt als mögliche militärische Ziele zu betrachten.
London: Russischer Schwarzmeerflotte drohen Drohnenattacken
Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass der russischen Schwarzmeerflotte bei Patrouillen Angriffe von ukrainischen Drohnenschiffen und Raketen drohen. Ohne das Abkommen werde die Schwarzmeerflotte nun wahrscheinlich eine aktivere Rolle einnehmen, um jeglichen Handel zu unterbrechen, schrieben die Briten. Die Blockadeoperationen seien aber durch ukrainische unbemannte Wasserfahrzeuge und Marschflugkörper gefährdet.
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