Behörden bestätigen: Wagner-Chef Yevgeny Prigoschin tot!
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Die Fakten:
- In der Tver Oblast, Nähe Moskau, ist ein Flugzeug abgestürzt.
- Unter den 10 Opfern soll auch der Wagner-Söldner-Chef Yevgeny Prigoschin sein.
- Der Absturz ereignete sich exakt zwei Monate nach dem Sturm der Wagner-Truppe auf Moskau
- Ein zweites Flugzeug aus dem Wagner-Imperium ist sicher gelandet.
- Russische Medien berichten ebenfalls von einer „Sprengung“ des abgestürzten Flugzeugs.
- Die russische Luftfahrtbehörde bestätigt den Tod von Prigoschin und neun weiteren Menschen.
Söldner-Boss Jewgeni Prigoschin ist mit seinem Privatjet am Mittwochabend gegen 18:20 Uhr in der Nähe von Moskau abgestürzt. Alle Menschen an Bord sind tot, wie die russische Luftfahrtbehörde Rosaviatsia mitteilt. Vielen scheint klar: Dies war kein tragischer Unfall, sondern ein gezielter Mord im Auftrag von Wladimir Putin. Unabhängige Bestätigungen fehlen aber noch.
Mögliche Gründe? Vor exakt zwei Monaten hatte Prigoschin einen Versuch unternommen, gegen Putin zu putschen. Ist dies nun die kalte Rache des Kremls?
Der Vorsitzende der Bewegung „Wir zusammen mit Russland“, Wladimir Rogow, bestätigte Prigoschins Tod und sagte: „Laut Angaben meiner Quellen war Prigoschin an Bord des abgestürzten Flugzeugs.“

Augenzeugen filmten das brennende Wrack des Privatjets.
Auch Dmitry Utkin, der ständige Kommandeur, soll getötet worden sein.
Rosaviatsia, die russische Luftfahrtbehörde, zitiert die Fluggesellschaft und vermeldet folgende Passagiere als tot:
- Yevgeny Prigoschin
- Dmitri Utkin
- Sergej Propustin
- Evgeny Makaryan
- Alexander Totmin
- Waleri Tschekalow
- Nikolaj Matusejew
- Pilot Alexey Levshin
- Co-Pilot Karimov Rustam
- Flugbegleiterin Kristina Raspopova
Die Behörde gibt an, dass der Flug auf der Grundlage einer Genehmigung für die Nutzung des Luftraums, die in Übereinstimmung mit dem festgelegten Verfahren ausgestellt wurde, durchgeführt wurde.
Die Flugroute des Unfall-Jets
Die Maschine vom Typ Embraer Legacy sollte von Moskau nach St. Peterburg fliegen, wo Prigoschins Firmen ihren Sitz haben. Sie stürzte demnach im Gebiet Twer bei dem Ort Kuschenkino mehr als 200 Kilometer von Moskau entfernt ab. An Bord waren drei Mann Besatzung. Kurz dahinter flog noch ein zweites Flugzeug aus dem Wagner-Imperium. Der zweite Embraer 600 Business Jet mit der Flugnummer RA-02795, der ebenfalls dem Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, gehörte, landete sicher auf dem Flughafen Ostafievo bei Moskau.
Prigoschins turbulente Vergangenheit
Jewgeni Prigoschin, oft als „Putins Koch“ bezeichnet, hatte eine bewegte und kontroverse Vergangenheit. Vom einfachen Gefängnisinsassen stieg er zum Hoflieferanten des Kremls auf und wurde später hinter den Trollfabriken in St. Petersburg vermutet. Seine Söldnertruppe Wagner war in Syrien, Afrika und besonders in der Ukraine aktiv. Nach einem gescheiterten Putschversuch gegen Putin wurde er vom Kreml als Verräter gebrandmarkt.

Als Putins „Koch“ gewann Prigoschin im Machtimperium Moskaus an Relevanz bevor er die Branche wechselte.
Das Ende eines Machtkampfes?
Der Absturz könnte das tragische Ende eines langen und komplexen Machtkampfes zwischen Prigoschin und dem Kreml markieren. Seine Beziehung zu Putin war komplex und geprägt von gemeinsamen Geschäften, aber auch von politischen Differenzen. Die Umstände des Absturzes auf russischem Territorium sind noch immer nebulös.
Was treibt die Söldner-Gruppe „Wagner“?
Die von Prigoschin aufgebaute Söldnertruppe hatte für Russland erst inoffizielle Spezialaufträge in Syrien, später auch in mehreren Staaten Afrikas erfüllt. Im Angriffskrieg auf die Ukraine warb Prigoschin Häftlinge aus russischen Gefängnissen an. Die Truppe erlitt schwere Verluste in den Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut. Priogoschin warf der regulären Militärführung Unfähigkeit und Korruption vor.

Prigoschin galt einst als enger Vertrauter Putins. Doch spätestens nach dem Sturm auf Moskau soll das Verhältnis mehr als abgekühlt gewesen sein.
Was ist seit dem Putschversuch von Priogschin passiert?
Als Chef der gefürchtetsten Privatarmee der Welt war sich der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin der Todesgefahr stets bewusst. Ob bei seinen Einsätzen bis zuletzt in Afrika, davor im Krieg in der Ukraine oder auch vor exakt zwei Monaten, als er am 23. Juni den Aufstand gegen Moskaus Militärführung anzettelte und damit scheiterte – dem 62-Jährigen war klar, dass sein Leben schnell zu Ende sein kann.

Prigoschin inszenierte sich gerne als Frontkämpfer
Über Monate hinweg hatte er sich vor dem Aufstand wegen des chaotischen Kriegsverlaufs in der Ukraine mit der Militärführung in Moskau angelegt. Immer wieder warf er dem Verteidigungsministerium und dem Generalstab der Armee vor, Präsident Putin zu belügen.
Zwar bestätigte der Kreml, dass sich Prigoschin und Putin nach dem Beinahe-Putsch noch einmal im Kreml trafen. Aber Beobachter erinnerten daran, dass Putin öffentliche Bloßstellung wie durch Prigoschin niemals vergibt.
Seine Popularitätswerte schnellten zu Zeiten der Wagner-Kämpfe in der Ukraine in die Höhe – auch, weil er mit seinem Kanal beim Nachrichtendienst Telegram Hunderttausende erreichte. Viele hielten die Aussagen, die an die russische Opposition erinnerten, für ehrlich – ein Ventil in Zeiten des Kriegs. Das schürte auch Spekulationen um politische Ambitionen des Wagner-Chefs. Er wies solche Absichten stets zurück.

Erst vor kurzem meldete sich Prigozhin aus Afrika via Videobotschaft.
Russischer General zeitgleich abgesetzt
Der im Krieg gegen die Ukraine wichtige Chef der russischen Luft- und Raumfahrttruppen, General Sergej Surowikin, ist laut Medien zwei Monate nach dem Aufstand der Söldnertruppe Wagner seines Amtes enthoben worden. Surowikin werde abgesetzt, bleibe aber unter der Verfügungsgewalt des Verteidigungsministeriums, schrieb der Ex-Chefredakteur des aufgelösten liberalen Radiosenders Echo Moskwy, Alexej Wenediktow, am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal unter Berufung auf einen offiziellen Erlass.
Surowikin war von Oktober 2022 bis Januar 2023 Oberbefehlshaber der russischen Einheiten in der Ukraine. Im Herbst befahl er den Rückzug der Besatzungstruppen aus der südukrainischen Großstadt Cherson.
Zugleich galt Surowikin als einer der wichtigsten Verbündeten von Söldnerchef Jewgeni Prigoschin in der regulären russischen Armee bei dessen Machtkampf mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow. Den Aufstand von Prigoschins Wagner-Truppe Ende Juni verurteilte Surowikin zwar öffentlich, trotzdem wurde er anschließend nach Einschätzung politischer Beobachter kaltgestellt.
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