Hier funktioniert Integration: Vietnamesische Azubis schließen Maurer-Lehre ab
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- Ein Unternehmer aus Ravensburg stellte Vietnamesen als Azubis ein. Jetzt haben sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
- Auch andere Bauunternehmen haben sich dem Projekt angeschlossen und Auszubildende aus Vietnam eingestellt.
- Deutschland leidet seit Jahren unter den Folgen des Fachkräftemangels.
Weil er vor drei Jahren keinen einzigen Auszubildenden in Deutschland finde konnte, ging Firmenchef Otto Birk einen ungewöhnlichen Weg: Er stellte drei junge Männer aus Vietnam an und bildete sie aus. Jetzt haben sie ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen.
Vermittelt wurden im die Lehrlinge über ein Ausbildungsprojekt des Liebenau Berufsbildungswerks. „Wir sind schon ein gewisses Wagnis eingegangen. Heute weiß ich, es war richtig, Hung, Thinh und Hien hier in Deutschland eine Ausbildungsschance zu gben“, äußert sich der Vorsitzende der Ravensburger Maurerinnung gegenüber dem SWR.
Auszubildende aus Vietnam sind „unglaublich motiviert“
Seine asiatischen Azubis seien „integrationswillig, unglaublich motiviert, schaffen mit vollem Einsatz und hatten von Anfang an sehr gute Noten“, schwärmt der Bauunternehmer aus Aitrach/Ravensburg (Baden-Württemberg). Ein weiterer Vorteil: Durch das Projekt verfügten alle neuen Azubis aus Vietnam direkt über ein Visum und eine Arbeitserlaubnis. Die Erfolgsgeschichte machte schnell die Runde. Auch andere Bauunternehmen bekundeten Interesse. Seither wurden nach Angaben der Bauwirtschaft Baden-Württemberg 21 vietnamesische Baulehrlinge an andere Ravensburger Bauunternehmen vermittelt.
Für Otto Birk und seine Lehrlinge war das Projekt jedenfalls ein voller Erfolg. Alle drei bleiben auch nach ihrer Ausbildung im Unternehmen. „Sie haben alle schon ihre Arbeitsverträge unterschrieben“, verkündet der Chef freudig.
Fast 540.000 Stellen in Deutschland unbesetzt
In Deutschland ist der Fachkräftemangel allgegenwärtig. Fast 540.000 Stellen sind in der Bundesrepublik dauerhaft unbesetzt. In 352 von 801 Berufsgruppen gibt es laut dem Bundeswirtschaftsministerium aktuell einen Mangel an Fachkräften. Das entspricht 44 Prozent aller Berufsgruppen. Auch im Handwerk bleiben vielen Stellen unbesetzt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Vor allem der demographische Wandel macht Deutschland zu schaffen, aber auch die ungleiche Verteilung von Auszubildenden und Uni-Absolventen sowie eine steigende Zahl von Schulabbrechern.
Zwar ist die Einwohnerzahl Deutschlands nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Flüchtlingsströme binnen weniger Jahre um rund 3,2 Millionen angewachsen, einen nennenswerten Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat dies allerdings nicht. Zumal auch immer mehr gutausgebildete Deutsche das Land verlassen. Von allen Flüchtlingen, die seit 2015 gekommen sind, hat gerade einmal jeder zweite einen Job. Unter den Syrern ist sogar nur jeder Dritte in Arbeit. Die Arbeitslosenzahl lag im Juli bei 2.617.000.
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Anabel Schunke
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