„Hilfe holen auf Knopfdruck“: Berliner Freibäder führen zum Saisonstart Alarm-App ein
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- In der Vergangenheit kam es in Berliner Freibädern immer wieder zu schweren Ausschreitungen.
- Inzwischen investiert Berlin mehrere Millionen Euro für Sicherheitspersonal und Schutzmaßnahmen.
- Neu für Badegäste: Eine App, mit der man im Notfall „per Knopfdruck“ Hilfe anfordern kann.
„SafeNow“ ist nun erstmals in Freibädern im Einsatz. Das verkündet die Stadt Berlin per Mitteilung. In dieser Woche ist damit in ausgewählten Berliner Freibädern eine App eingeführt worden, die zu mehr Sicherheit führen soll. Wie sie funktioniert, lesen Sie unten. Die Stadt schreibt dazu:
Damit können Besucher mit einem einzelnen Knopfdruck die Sicherheitskräfte sowie Bekannte oder die Familie benachrichtigen und um Unterstützung bitten. Auch Dritte wären demnach in der Lage, den Knopf zu betätigen. Um die App nutzen zu können, müsse sie zuvor auf dem Smartphone installiert werden.

Einladend: Das Sommerbad im Berliner Stadtteil Schöneberg wird mit Nato-Draht gesichert.
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu schweren Ausschreitungen in Berliner Freibädern: Im Prinzenbad wurde ein 32-Jähriger im Juli 2023 von einem 15-Jährigen bewusstlos geschlagen. Im selben Monat schloss das Sommerbad Neukölln nach einer Massenschlägerei für eine Woche die Tore. Zu viele Beschäftigte hatten sich krank gemeldet. Im Sommerbad Pankow hatten im Juni rund 30 Jugendliche vier Sicherheitsleute attackiert. Aufgrund der zahlreichen Schlägereien wurde in den Schwimmbädern im Sommer 2023 eine Ausweispflicht eingeführt. Die soll auch in diesem Jahr gelten. Zusätzlich gibt es die SafeNow-App.
NIUS hat die Alarm-App ausprobiert
Die SafeNow-App erkennt automatisch, wenn sich der Badegast im Freibad befindet und loggt den Kunden in einer Zone ein. Damit wird bei einem Notfall automatisch der örtliche Sicherheitsdienst alarmiert. Dafür hat die Stadt alle Mitarbeiter mit zusätzlichen Geräten ausgestattet. Heißt: Neben den Investitionen für die Geräte und die Technologie muss immer Sicherheitspersonal vor Ort sein, um die Notfälle zu bearbeiten. Alleine dafür hat Berlin ein Budget von 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Sobald man sich in einer SafeNow-Zone befindet, wird man über die App benachrichtigt.
Die örtlichen Bademeister haben mit der Alarm-App übrigens nicht zu tun. Das Sicherheitspersonal wird per App informiert und verwaltet die Notfälle. Dort können die Kräfte auch sehen, welche Kollegen sich um den Notfall kümmern, erklären die Bäder-Betriebe auf Nachfrage von NIUS. Außerdem erhalten die Alarmierer einen Hinweis, dass „Hilfe unterwegs“ sei.

Kein Hochrisiko-Spiel in der dritten Liga: Das ist der Eingangsbereich eines Berliner Freibads.
Bei einem Alarm wird die Polizei nicht direkt informiert, erklären die Bäder-Betriebe weiter. Man könne schließlich auch einen medizinischen Notfall per App melden. Die Testphase und Nützlichkeit der Alarm-App werde in den kommenden drei Monaten getestet.
Daten wie Telefonnummer werden gespeichert
Die App und die Freibäder Berlin nutzen für die schnelle Lösung der Notfälle die Daten aus der App. Bedeutet: Telefonnummer, Position, Vor- und Nachname werden an die Stadt und die Sicherheitsdienste weitergegeben. Von ersten Testerfolgen konnten die Bäderbetriebe auf NIUS-Nachfrage noch nicht berichten.
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