Israels Pläne zur Einnahme von Gaza-Stadt: Wie geht es weiter?
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Israels Sicherheitskabinett hat am 8. August beschlossen, Gaza-Stadt militärisch einzunehmen. Die Offensive zielt auf das letzte große urbane Zentrum im Gazastreifen, in dem nach Schätzungen etwa 800.000 Menschen leben. Gaza-Stadt gilt als eines der letzten Gebiete, in denen die Hamas noch über nennenswerte Kontrolle verfügt.
Bis zum 7. Oktober sollen Zivilisten die Möglichkeit haben, die Stadt zu verlassen. Einen festen Starttermin für die militärische Offensive gibt es noch nicht.
Beschluss und Ziele
Laut offizieller Mitteilung umfasst der Kabinettsbeschluss fünf strategische Ziele:
- Entwaffnung der Hamas
- Rückkehr der israelischen Geiseln
- Militärische Kontrolle des Küstengebiets
- Entmilitarisierung des Gazastreifens
- Aufbau einer alternativen Zivilregierung
Premierminister Benjamin Netanjahu hatte zuvor in einem Interview erklärt, Israel wolle den gesamten Gazastreifen unter Kontrolle bringen. Die Umsetzung beginnt mit der Einnahme von Gaza-Stadt; ein Zeitplan für mögliche weitere Operationen in noch nicht kontrollierten Gebieten liegt öffentlich nicht vor.
Militärische und politische Hürden
Der Plan traf zunächst auf Widerstand innerhalb der israelischen Führung. Armeechef Eyal Zamir warnte, die Offensive könne das Militär überlasten, die Geiseln nicht befreien und sich als „Falle“ für die Streitkräfte erweisen. Hintergrund sind unter anderem Personalmangel und die hohe Belastung von Soldaten und Reservisten nach fast zwei Jahren Krieg.

So entstehen die Fotos, die auch in internationalen Abendnachrichten landen und eine angebliche Hungersnot dokumentieren sollen.
Internationale Reaktionen
Die Entscheidung hat auch international scharfe Kritik ausgelöst. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer gefährlichen Eskalation mit gravierenden humanitären Folgen. In einer gemeinsamen Erklärung lehnten auch Deutschland, Großbritannien, Italien, Australien und Neuseeland den Plan ab.
Dazu verurteilten rund 20 arabische und muslimische Staaten das Vorhaben als Verstoß gegen internationales Recht. Jordanien betonte, man werde nur Lösungen unterstützen, die von den Palästinensern selbst beschlossen werden.
Diplomatische Bemühungen und humanitäre Lage
Parallel laufen Gespräche, um die Offensive zu verzögern oder zu verhindern. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf sich mit dem katarischen Premierminister, um über eine Waffenruhe und einen möglichen Geiseltausch zu verhandeln.
In Tel Aviv und in anderen Städten Israels demonstrierten am Samstag erneut zehntausende Menschen, darunter viele Angehörige von Geiseln der Hamas. Sie fordern eine politische Lösung, um das Leben der Gefangenen zu schützen, und lehnen eine Ausweitung der Kämpfe ab.

In Tel Aviv gingen Kritiker der israelischen Regierung auf die Straße.
Hilfsorganisationen warnen, dass eine Offensive in Gaza-Stadt zu einer Vertreibung von bis zu einer Million Menschen führen könnte. Auch wenn die Propaganda der Hamas nicht immer leicht von der Realität zu unterscheiden ist: Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist bereits jetzt angespannt: Zerstörte Infrastruktur und überfüllte Notunterkünfte prägen das Bild.
Ob die Offensive wie geplant umgesetzt wird, hängt von militärischen Vorbereitungen, dem innenpolitischen Klima in Israel und den laufenden diplomatischen Initiativen ab. Der Druck aus dem Ausland und von Teilen der israelischen Öffentlichkeit dürfte Netanjahu und seine Regierung in den kommenden Wochen vor schwierige Entscheidungen stellen.
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Felix Perrefort
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