Mit 114 Menschen im Mittelmeer unterwegs: Italien setzt erneut deutsches Schiff fest
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Die italienischen Behörden haben das Rettungsschiff „Sea-Eye 4“ der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye festgesetzt, nachdem dieses 114 Menschen im Mittelmeer aufgesammelt hatte.
Laut Sea-Eye hat die italienische Küstenwache das Schiff für 20 Tage außer Betrieb gesetzt. Dies ist das zweite Schiff innerhalb weniger Tage, das von den italienischen Behörden festgesetzt wurde, nachdem zuvor die „Aurora“ der Organisation Sea-Watch auf Lampedusa festgehalten wurde. Die „Sea-Eye 4“ soll gegen ein neues italienisches Gesetz verstoßen haben, das besagt, dass Schiffe nach einem Rettungseinsatz sofort einen Hafen anlaufen müssen, anstatt weitere Rettungsaktionen durchzuführen.
Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye, erklärte: „Uns wird erneut vorgeworfen, dass wir mehrere Rettungsoperationen durchgeführt haben. Hätten wir das nicht getan, wären Menschen ums Leben gekommen.“ Die geretteten Personen waren zuvor auf Kunststoffbooten zwischen Malta und Kreta unterwegs und die Behörden wiesen der „Sea-Eye 4“ den Hafen von Salerno in Süditalien zu.

Flüchtlinge auf Lampedusa
Dies ist bereits die zweite Festsetzung der „Sea-Eye 4“ in diesem Jahr. Das neue Gesetz wird oft als Grund für die Festsetzung angeführt, da zivile Seenotretter der aktuellen italienischen Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nicht willkommen sind. Das Gesetz stößt bei Seenotrettern auf scharfe Kritik.
Vor Kurzem setzte die italienische Küstenwache das deutsche Seenotrettungsschiff „Aurora“ der Organisation Sea-Watch in Lampedusa für 20 Tage fest, nachdem es gegen ein Regierungsdekret verstoßen hatte. Die „Aurora“ hatte zuvor mehrere hundert Flüchtlinge gerettet, von denen einige akut von Dehydrierung bedroht waren. Obwohl das Schiff ursprünglich den Hafen von Trapani ansteuern sollte, erlaubten die italienischen Behörden aufgrund von Treibstoffmangel und anderen Bedenken schließlich das Anlegen in Lampedusa. Dieser Vorfall unterstreicht die angespannte Beziehung zwischen zivilen Seenotrettern und der italienischen Regierung.
Trotz der Gefahren versuchen viele Menschen weiterhin, Italien von Tunesien und Libyen aus mit oft seeuntauglichen Booten zu erreichen. Das Innenministerium in Rom verzeichnete in diesem Jahr bereits über 105.480 Ankünfte, mehr als im gesamten Vorjahr.
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