Jordan Peterson: „Klinisch gesehen sind etwa 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung psychopathische Narzissten“
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- Bei „Schuler! Fragen, was ist“ interviewt NIUS-Reporter Julian Reichelt den kanadischen Psychologen Jordan Peterson.
- Der Bestseller-Autor spricht über den Einfluss heutiger Politik sowie die Empfänglichkeit junger Menschen für totalitäre Konzepte.
- Außerdem erklärt Peterson, wie Narzissten einen falschen Eindruck der breiten Meinung erzeugen.
Jordan Peterson ist klinischer Psychologe, Professor und Bestseller-Autor. Der Kanadier ist international für seine Kritik an ausufernder politischer Korrektheit und für seine Meinung zur Identitätspolitik bekannt geworden. NIUS-Reporter Julian Reichelt fragte Peterson, wieso gerade junge Menschen sich von totalitärer Verbotspolitik wie etwa von Grünen und Linken begeistern lassen.
„Es hat keine Konsequenzen, online ein provokativer Psychopath zu sein“
Peterson widerspricht in Teilen: „Ich würde sagen, es ist eine kleine Minderheit enthemmter Psychopathen. Und das Problem mit den sozialen Medien, eines der Probleme, ist, dass es keine Konsequenzen hat, online ein provokativer Psychopath zu sein. Ganz im Gegenteil. Und das ist ein sehr schlimmes Problem, denn klinisch gesehen sind zu jedem Zeitpunkt etwa 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung psychopathische Narzissten, eine Art radikale Form des Machtstrebens, des Hedonismus und der Unreife. So ist es ganz gut umschrieben.“ So entstehe der Eindruck, dass solche Leute die Oberhand hätten.
Hier sehen Sie das ganze Interview:
Und das Internet erleichtere diesen Eindruck definitiv. „Ich glaube nicht, dass das im Geringsten repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung ist, nicht zuletzt, weil ich online ständig angegriffen werde, aber jede einzelne Begegnung, die ich in der Öffentlichkeit habe, ist positiv. Der Unterschied beträgt 100 Prozent“, sagt Peterson.

Reichelt im Gespräch mit Peterson (r.)
„Sie wollen auf den Trümmern tanzen“
Peterson berichtet, dass bei seinen zahlreichen Reisen maximal auf zwei oder drei Personen gestoßen sei, die wirklich alles andere als höflich waren. „Aber meistens ist es unglaublich positiv. Das ist also eine Illusion, die von einem kleinen Prozentsatz der Menschen getrieben wird. Das heißt aber nicht, dass es nicht katastrophal gefährlich ist, denn ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung kann unglaublich viel Ärger verursachen und wollen das auch. Sie wollen auf den Trümmern tanzen. Zum Teil, weil sie das Gefühl haben, dass bei ihrer Verweigerung, angemessene Opfer zu bringen, ihr bester Weg zu hedonistischer Befriedigung und Macht darin besteht, alles zu zerstören und Herrscher über die Ruinen zu sein. Das läuft da im Hintergrund ab.“

„Es gibt aber auch jede Menge Gegenbewegungen“
Reichelt fragte außerdem, ob die Globalisierung die Verbreitung von Ideologie vereinfacht habe. Peterson beschwichtigt: „Es gibt aber auch jede Menge Gegenbewegungen. Ich würde sagen, das ist wahrscheinlich am deutlichsten in den Vereinigten Staaten. Es ist wahrscheinlich am zweitstärksten in Großbritannien, möglicherweise. Wir werden sehen. Aber in den Staaten auf jeden Fall. Es ist nicht so, dass die globalistischen Totalitaristen die Schlacht in den Vereinigten Staaten gewonnen hätten. Ich glaube eher nicht. Und ich meine, die politische Kluft in den USA ist sehr groß und es gibt Gefahren auf beiden Seiten. Aber ich reise sehr viel durch die Vereinigten Staaten und das erfüllt mich ganz sicher nicht mit einem Gefühl von Pessimismus.“
Das ganze Interview können Sie hier anschauen. Es ist auch in englischer Fassung verfügbar.
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