Löwen-Gebrüll im Wald: Polizei jagt jetzt mit Nachtsicht-Drohnen
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Was für ein wilder Tag in Berlin!
Um 1.41 Uhr am ganz frühen Donnerstagmorgen tickerte der Katastrophenschutz: „Warnung vor einem freilaufenden gefährlichen Wildtier – Bereich der südliche Landesgrenze Berlins. Bei dem Wildtier soll es sich vermutlich um eine Löwin handeln.“
Hunderte Polizisten fahndeten am Boden und in der Luft nach dem Tier, schwer bewaffnet mit Maschinenpistolen und Betäubungsgewehren.
Mehrfach wurde das Tier gesichtet, zuletzt in Kleinmachnow. Ein Waldstück wurde umzingelt. Doch die Löwin ist weiter flüchtig. Woher das Tier stammt? Völlig unklar! Kein Zirkus oder Zoo vermisst das Tier, private Halter haben sich auch nicht gemeldet.
Die Berliner Polizei kündigte an, die ganze Nacht zu fahnden.

Screenshot aus dem Video, das den Löwen zeigen soll
Um 23:20 Uhr dann die Korrektur: „Auf Empfehlung von Veterinärmediziner & Stadtjäger haben wir die Maßnahmen im Wald unterbrochen. Unsere Kollegen bleiben in der Nacht weiter vor Ort im Einsatz & setzen morgen früh die Suche fort“, teilte die Polizei mit.
Etwa 220 Polizistinnen und Polizisten seien im Einsatz, sagte eine Polizeisprecherin. Beteiligt an der Suche seien der Stadtjäger und Veterinärmediziner. Es sollten Nachtsichtgeräte und eine Nachtsichtdrohne eingesetzt werden. Die Polizei berichtete, dass auch „Löwengebrüll“ gehört wurde.
NIUS-Reporter Marc Sierzputowski dokumentierte, wie schwer bewaffnete Polizisten die Anwohner der Straße „An der Stammbahn“ per Lautsprecher-Durchsagen warnten: „Wir empfehlen ihnen in ihr Haus zu gehen, wir vermuten den Löwen in der Nähe!“
Achtung, Wildkatze! Kurz zuvor waren die Beamten mit Maschinenpistolen in das Waldstück vor den Toren Berlins vorgerückt.
Auch auf der anderen Seite des Waldes, rund um den Zehlendorfer Waldfriedhof, haben sich Polizisten in Stellung gebracht. Maschinengewehre werden geladen und entsichert. Die Fläche des zuletzt angepeilten Waldes hat eine Tiefe von 400 Metern und eine Länge von 1400 Metern, also rund 56 Hektar.

Gassi gehen? Hier besser nicht. Das südliche Grenzgebiet zwischen Berlin und Brandenburg gilt als Gefahrenzone.
Den bewaffneten Beamten ist die Anspannung anzumerken. „Das Wichtigste ist, dass die Tiere das Gefühl haben, die Kontrolle über die Situation zu behalten“, sagte Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Ein Überraschungseffekt müsse vermieden werden.
Laut Einschätzungen von Expertinnen und Experten aus Zoo und Tierpark in Berlin käme eine Löwin in den Sommermonaten durchaus in einem heimischen Waldstück zurecht. In einem ihr unbekannten Terrain könne davon ausgegangen werden, dass sie sich ins Unterholz zurückziehe und nicht aktiv den Kontakt zum Menschen suche, teilten die Einrichtung mit. „Auch die Gefahr, dass ein Wildtier auf freier Fläche wie beispielsweise im Wald, Park oder Feld einen Menschen direkt angreift ist geringer, als wenn es sich in einem Wohngebiet in die Enge getrieben und bedroht fühlt.“
Noch ungeklärt ist das Schicksal des Tieres, sollte es gefunden werden. Eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark sagte, es seien eine Tierärztin und zwei Jäger mit Waffen mit vor Ort. Wenn man das Tier finde, werde entschieden, ob man mit Betäubung arbeite oder es erschießen müsse. Kleinmachnows Bürgermeister setzte auf einfangen und wenn nötig betäuben.
Die Behörden sagen schon den ganzen Tag: Wer das Tier sichtet, soll sich unverzüglich in Sicherheit bringen und den Notruf wählen. Bloß nicht nähern, keine hektischen Bewegungen.Die Suche konzentriert sich auf ein Waldstück im Berliner Vorland. An der Straße „An der Stammbahn“ in Kleinmachnow halten Polizisten mit Maschinenpistolen im Anschlag Wache. Hier wurde das Tier zuletzt gesichtet! „Wir sind gerade in einer heißen Phase, er wurde gerade gesehen“, sagte laut Bild ein Polizist zu einem Anwohner dort.
Die Lage ist weiter ernst, wie die Polizei auf sozialen Medien am Abend nochmal bestätigt:
DAS WAR PASSIERT: In den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstag löste die Polizei in Brandenburg, südlich von Berlin, Alarm aus. Eine mutmaßliche Löwin ist offenbar entkommen und läuft in den Orten Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf frei herum! Die Polizei durchkämmt seitdem die gesamte Region.
Bei einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag bestätigte eine Polizeisprecherin, dass es seitens der Polizei zu einer eigenen Sichtung kam. „Die Sichtung durch Polizeibeamten erfolgte auch in der Nacht - nach dem Video.“, so die Sprecherin.

Spürhunde sollen das Raubtier finden.
„Zeugen haben gegen Mitternacht ein Raubtier gesehen, das ein Wildschwein gerissen hat“, sagte ein Polizeisprecher zu Bild. „Wir haben auch Videomaterial dazu bekommen. Es handelt sich demnach um eine Löwin. Es gibt momentan keinen Grund für uns, an der Echtheit zu zweifeln.“Allerdings hatte die Polizei bis Mittag kein totes oder verletztes Wildschwein entdeckt. „Es gab eine Spurenlage, aber ein Wildschwein haben wir nicht gefunden“, sagte ein Sprecher der brandenburgischen Polizeidirektion West.

Mehrere Hundertschaften der Polizei sind im Einsatz.
Mittlerweile setzt die Polizei sogar ein Panzerfahrzeug für die Jagd ein: Vermummte SEK-Polizisten sind in einem 15-Tonnen-Fahrzeug (Typ „Survivor“, 330 PS) in der Gegend unterwegs. Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz.
Eindringliche Warnung, im Haus zu bleiben
Die Polizei warnt die Bewohner eindringlich davor, ihre Häuser zu verlassen. Ob es sich bei dem Tier wirklich um einen Löwen handele, könne erst nach dem Auffinden des Tieres sicher bestätigt werden.
Die Einsatzkräfte, die seit Mitternacht auf intensiver Suche sind, konnten das Raubtier bislang nicht auffinden. Es sind auch zwei Polizeihubschrauber im Einmsatz, kreisen über der Gegend.
Auf Twitter kursiert ein Video, das das Tier zeigen soll
Die Herkunft des Tieres ist derzeit noch unklar, da in der Region kein Zoo oder Zirkus ein solches Tier vermisst.
Warn-App und Radio warnen vor dem Tier
Die Polizei wurde durch Zeugen alarmiert, die das Tier gesichtet hatten. Tierschutzexperten mit Betäubungsgewehren wurden angefordert, um das Tier im Notfall ruhigzustellen.

So alarmiert die Warn-App die Bürger in Berlin und Brandenburg.
Die Bevölkerung wurde über die Warn-App Nina und Durchsagen im Radio vor dem Tier gewarnt.
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