Nach 180 Straftaten in Hamburg: Intensivtäter (11) aus Marokko taucht unter – und stellt Asylgesuch in der Schweiz
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Es war ein Fall, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte: Ein 11-jähriger Asylbewerber aus Marokko, der 2023 nach Deutschland eingereist war, terrorisierte einen Hamburger Vorort – und verübte innerhalb eines Jahres dutzende Straftaten. Als Anführer einer Jugendbande aus Norddeutschland soll der Junge für unzählige Einbruchsdelikte verantwortlich gewesen sein. Nun stellt sich heraus: Nachdem der Junge zwischenzeitlich untergetaucht war, stellte er kürzlich ein neues Asylgesuch, diesmal in Deutschlands Nachbarland Schweiz.
Das berichtet die Zeit in einer größeren Recherche mit dem Titel: „1 Junge. 11 Jahre alt. 180 Straftaten“. Demnach soll Amir S. aus Marokko weitaus mehr Straftaten verübt haben als noch im Juli vermutet worden war. Mit Berufung auf entsprechende Akten berichtet die Zeit von sage und schreibe 180 Straftaten. Der Flucht zu den Eidgenossen vorausgegangen war die Entscheidung eines deutschen Familiengerichts, wonach der Jugendliche in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen sei. Kurz vor der Umsetzung dieser Entscheidung verschwand der 11-Jährige jedoch gemeinsam mit einem angeblichen Bruder.

Bundespolizisten an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.
Das deutsche Bundeskriminalamt leitete eine europaweite Suche nach dem Jungen ein. Etwa 15 Tage nach seinem Verschwinden erhielt Hamburg eine E-Mail aus der Schweiz, in der mitgeteilt wurde, dass der Junge dort einen Asylantrag gestellt habe, der „nun geprüft werde“.
Flucht aus dem Jugendnotdienst
Im Juli wurde Ausmaß, Art und Weise der kriminellen Karriere von Amir S. bekannt: S. und seine Komplizen sollen demnach rund um den Hamburger Vorort Norderstedt arbeitsteilig vorgegangen sein. Während der 11-Jährige in Wohnungen und Häuser einbrach und Wertgegenstände entwendete, standen seine älteren Komplizen Schmiere. Insgesamt sollen zu der Jugendbande etwa zehn Mitglieder gehören, die die Einbrüche in wechselnder Besetzung durchführen.

Das Rathaus der Stadt Norderstedt.
Der 11-jährige Amir S. war beim Kinder- und Jugendnotdienst an der Feuerbergstraße in Hamburg untergebracht. Er soll immer wieder aus der Unterkunft ausgebrochen sein, sodass die Jugendbetreuer mehr als 100 Mal die Polizei verständigen mussten, weil sie vermuteten, der Junge sei verschollen. Trotz mehrfacher Versuche von Polizei und Betreuern, ihn zu stoppen oder zu rehabilitieren, blieben alle Maßnahmen erfolglos.
Wie die Zeit berichtet, gilt der Junge als „nicht erziehbar“. Es habe zudem Hinweise darauf gegeben, dass kriminelle Banden den Jungen gezielt für Straftaten rekrutiert hätten.
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