NIUS-Reporterin über Baerbock-Verzicht: „Mit dieser Frau ist als Kanzlerkandidatin keine Wahl zu gewinnen“
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Der heutige Tag bei NIUS Live begann mit einer klaren Ansage, die eigentlich in die runde Tonne gehört. Robert Habeck wird Kanzlerkandidat der Grünen, weil seine Dauer-Konkurrentin Annalena Baerbock mehr oder weniger freiwillig das Feld räumt. Statt Ernie kandidiert also Bert, würden Kenner der Sesamstraße es formulieren.
Innerhalb der Grünen ist dies dennoch eine tektonische Verschiebung, wie Moderator Alex Purucker mit den NIUS-Reportern Pauline Voss und Julius Böhm erörterte.
Böhm sah die schwammigen Aussagen von Habeck zu dem Thema eher als eine verspätete, „kleine Rache“ an der Frau, die ihn einst als Kühe melkenden Bauern bezeichnete, während sie ja eher vom Völkerrecht komme. Was beides etwas fragwürdig ist, weil sie offensichtlich den Begriff „Präzedenzfall“ nicht kennt (sie nannte es wiederholt einen „Präsidenzfall“) und ihre angeblich in London erworbenen Sprachkenntnisse noch nicht einmal dazu ausreichen dürften, ein Pint Ale in einem Londoner Pub zu bestellen.

Große Bühne, größere Blamage
Pauline Voss war da noch etwas härter: „Mit dieser Frau ist als Kanzlerkandidatin keine Wahl zu gewinnen“, sagte sie klar und deutlich, woraufhin Böhm darauf aufmerksam machte, dass einige von Baerbocks blödesten Kommentaren ja nicht beim Schnapsabend in einer Gartenlaube fielen, sondern bei wichtigen Weltstaatsgipfeln: „Sie nutzt diese große Bühne, um sich selbst mal zu profilieren“, sagte er höflich – wobei man „profilieren“ auch gern mit „blamieren“ ersetzen könnte.
Nette Worte fielen aber für den kommenden Wahlverlierer Habeck, den Moderator Purrucker als „kuschligen, wuschligen Onkel“ bezeichnete und zu dem auch die sonst so strenge Pauline Voss noch halbnette Worte fand: „Ich glaube, in unserem Land gibt es eine ganze Menge Leute, die über seine Wirtschaftspolitik hinwegsehen“.
Von Tassen und Schränken
Weiter ging es mit einem unvorhergesehenen Thema, da US-Präsident Joe Biden, der ja weiterhin kandidieren möchte, eine große PR-Tour gestartet hat, um zu beweisen, dass er trotz der misslungenen Debatte noch alle Tassen im Schrank hat.
Diese begann schon holpernd, entpuppte sich aber als tiefer Griff ins Klo, als er gestern den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als Präsident Putin vorstellte (ein feiner Unterschied) und Donald Trump urplötzlich zu seinem Vizepräsidenten machte. Was ja mal eine originelle Idee wäre, um die Wahl noch zu gewinnen – aber er meinte Kamala Harris.

Julius Böhm konnte nicht umhin, Biden mit einem angetrunkenen „Onkel beim Familienfest“ zu vergleichen, fügte aber eine bittere Note hinzu, da besagtem Onkel „nicht der Atomkoffer hinterhergetragen wird“.
Dementis der Demokratischen Partei halfen leider auch nicht weiter, weil mehr oder weniger nur darauf eingegangen wird, dass da ja noch andere Leute einspringen könnten, was Pauline Voss pointiert kommentierte: „Sie tun noch nicht einmal so, als wäre der Präsident jederzeit fit. Wenn das der beste Präsident dieses Landes ist, muss man sich Sorgen machen,“ und wies darauf hin, dass es sich immerhin um das (noch) mächtigste Land der Welt handelt.
Man kam dann zur organisierten Kriminalität, bedingungsweise zur staatlich geförderten Drogenkriminalität.
El Lauterbach: unser neuer Drogenboss
„Das Bemerkenswerte ist, dass beide Polizeigewerkschaften hier einer Meinung sind“, beschrieb Julius Böhm die Problematik, die einen Schuldigen und dessen Schuld klar ausmacht: Karl Lauterbach, dessen halbgare Cannabislegalisierung zwar zu mehr Nachfrage führte, aber das Angebot weiterhin in der Illegalität ließ.
Um zu verstehen, dass dies nicht funktionieren kann, muss man keine Betriebswirtschaftslehre studiert haben. Jedes Kita-Kind, das einen Limonadenstand aufstellt, dürfte dies begreifen. Nicht so Herr Lauterbach, dem wir aber nicht unterstellen wollen, jemals Wirtschaft studiert oder auch nur ansatzweise verstanden zu haben.
Ideologische Verblendung und politischer Pragmatismus
Voss kommentierte dies sehr scharf: „Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus ideologischer Verblendung und aus politischem Pragmatismus“. Sie wies auf die „Romantik“ der geplanten Anbauclubs hin, die die bösen Dealer an der Straßenecke irgendwann ersetzen sollen.

Ein Thema, bei dessen Genuss man sich gern einen Joint anzünden möchte. Geht auch legal: Club gründen, Mitgliedsbeiträge zahlen, anbauen. Oder an der nächsten Straßenecke kaufen, was irgendwie praktikabler erscheint.
Ab heute verabschiedet sich NIUS Live in die Sommerpause. Unsere Sendung wird von einer sehr kleinen Mannschaft produziert, da lassen sich kurze Sendepausen manchmal nicht vermeiden. Unsere Mission: NIUS Live darf nicht stehenblieben, muss sich weiterentwickeln und deshalb braucht es Zeit, um wieder Kraft zu tanken.
ABER: Natürlich wird NIUS Live nicht komplett von der Bildfläche verschwinden. In unserer Serie NIUS Live Sommer-Spezial wird die Stimme der Mehrheit für Sie ab Montag mit speziellen Videos präsent bleiben. Lassen Sie sich überraschen. Am 19. August 2024 heißt es dann wieder ganz normal: „NIUS Live – Darüber spricht Deutschland heute“.
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Karsten Kastelan
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