Nur die deutsche Wirtschaft schrumpft dieses Jahr – in allen anderen Industriestaaten wächst sie
Die deutsche Wirtschaft schrumpft deutlicher als gedacht – das prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem neuen Wachstumsausblick. Damit ist Deutschland die einzige Volkswirtschaft unter den 22 untersuchten Staaten und Regionen und unter den großen Industriestaaten, bei der das das Bruttoinlandsprodukt 2023 sinken soll.
Der IWF erwartet für das Jahr 2023 demnach ein Minus von 0,3 Prozent der Wirtschaftsleistung und korrigiert damit seine Prognose aus dem April (-0,1 Prozent) nach unten. Schon im Winter war die deutsche Wirtschaft mit zwei Quartalen Schrumpfung infolge in die Rezession gerutscht.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte für das Jahr 2023 noch eine positivere Prognose ausgegeben und eine Stagnation angekündigt. Zur Begründung verwies der IWF auf eine Schwäche der Industrieproduktion und einen Konjunkturrückgang im ersten Quartal.

Robert Habeck hatte bessere Prognose für die deutsche Wirtschaft als der IWF
Aussicht für Weltwirtschaft optimistisch
Im Gegensatz zur deutschen Wirtschaft sieht der IWF für die Weltwirtschaft positive Signale: Das globale Wachstum soll von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr auf 3,0 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 sinken. Die deutsche Wirtschaft soll den Prognose zufolge mit einem Plus von 1,3 Prozent nur langsam wieder in Schwung kommen.
IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas zeigte sich vorsichtig optimistisch: Die Weltwirtschaft erhole sich nach und nach von der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine: „Auf kurze Sicht sind Zeichen des Fortschritts unbestreitbar.“ Die Arbeitsmärkte seien überraschend stark, der steile Abfall der Preise für Energie und Lebensmittel habe den Inflationsdruck schneller gemindert als erwartet. Der IWF senkte die Prognose für die Inflation in diesem Jahr von 7,0 auf 6,8 Prozent.
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