Lebt er noch? Die Zweifel am Tod von Wagner-Chef Prigoschin
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Der Söldnerführer Jewgeni Prigoschin wurde nach einem Flugzeugabsturz in Russland für tot erklärt. Doch die Beweislage ist bislang dürftig – es kommen Zweifel auf.
Bislang wurden keine Fotos der Leiche veröffentlicht und der Kreml äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Es gab zudem ein zweites Prigoschin-Flugzeug, das nach dem Absturz des ersten zurückkehrte. Wer an Bord des zweiten Fliegers saß, bleibt weiterhin ungeklärt.
Der angebliche Todesfall wurde relativ voreilig auf den von Prigoschin kontrollierten Telegram-Kanälen gemeldet. Normalerweise schweigen die eigenen Leute in solchen Situationen bis zur letzten Minute und warten auf eine offizielle Bestätigung. Doch wagner-nahe Telegram-Kanäle fingen an, Trauerbekundungen und Audiodateien mit dem „Ritt der Walküren“ von Richard Wagner zu posten.
Ein inszenierter Tod ist möglich: Sowohl für Putin als auch für Prigoschin wäre dieser von Vorteil. Für Putin, weil der Tod oder „Tod“ von Prigoschin ihn in den Augen der Bevölkerung und der Welt als stählernen, unerbittlichen Führer rehabilitiert, der Verrat hart bestraft. Er sitzt nun wieder am Steuer und Putins Moment der Schwäche, nach dem Wagner-Putsch, scheint dadurch beseitigt. Prigoschin könnte so in Ruhe seinen Lebensabend verbringen, ohne Putin einen Imageschaden zu hinterlassen.
Lesen Sie hier: Putins Erzfeind wohl tot: So geht der Russen-Diktator mit Gegnern um

Prigoschin und Putin
Die russische Luftfahrtbehörde „Rosaviatsia“ führte Prigoschin und den Kommandeur der Wagner-Gruppe, Dmitri Utkin, als Passagiere des abgestürzten Flugzeugs auf. Es gab jedoch keine offizielle Bestätigung seines Todes durch den Kreml. Der Flugzeugabsturz ereignete sich nordwestlich von Moskau und es gibt Spekulationen, dass das Flugzeug abgeschossen wurde.

Russische Soldaten bewachen die Absturzstelle
US-Präsident Joe Biden sagt zu dem Vorfall: „Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Aber ich bin nicht überrascht. (...) Es gibt nicht viel, was in Russland passiert, hinter dem nicht Putin steckt, aber ich weiß nicht genug, um die Antwort zu kennen“.
Es gibt auch Unklarheit über die Zukunft der Wagner-Söldner, die nach ihrer Rebellion nach Belarus gegangen sind und nun ihren Anführer verloren haben.
„Der Mord an Prigoschin wird katastrophale Folgen haben. Die Leute, die den Befehl gegeben haben, verstehen nichts von der Stimmung in der Armee und ihrer Moral“, schreibt der Militärjournalist Roman Saponkow in seinem Telegram-Kanal.
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