Putin bestätigt indirekt Prigoschin-Tod und spricht Familie sein Beileid aus
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Kreml-Diktator Wladimir Putin hat indirekt den Tod von Söldner-Führer Jewgeni Prigoschin bestätigt.
Der russische Präsident kondolierte den Familien, die ihre Angehörigen bei dem Absturz verloren haben. Bemerkenswert: Er sprach bei einem Treffen mit dem russischen Verwaltungschef von Donezk, Denis Puschilin, in der Vergangenheitsform von Wagner-Chef Prigoschin.
Am Mittwochabend war im russischen Luftraum (ca. 200 Kilometer nordwestlich von Moskau) ein Privatjet mit zehn Passagieren abgestürzt. Laut Passagierliste war Prigoschin mit an Bord. Der russische Staatschef sagte, dass es eine Untersuchung des Flugzeugabsturzes geben und diese auch zu Ende gebracht werde. Für Menschen, die den Kreml hinter dem Absturz vermuten, eine zynische Ankündigung.

Die Absturzstelle etwa 200km nordwestlich von Kiew.
Knapp 24 Stunden nach dem Absturz sagte Putin: „Erste Daten deuten darauf hin, dass das in der Region Twer abgestürzte Flugzeug Mitglieder der Wagner-Gruppe an Bord hatte.“ Und weiter: „Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Menschen einen bedeutenden Beitrag zu unserer gemeinsamen Sache, dem Kampf gegen das Neonazi-Regime in der Ukraine, geleistet haben. Wir erinnern uns daran, wir wissen es und wir werden es nicht vergessen“, sagte Putin.
Und weiter über Prigoschin: „Dies war ein Mann mit einem komplizierten Schicksal, und er hatte schwere Fehler in seinem Leben. Und er hat die Ergebnisse erzielt, die er brauchte - sowohl für sich selbst als auch, wenn ich ihn darum bat, für die gemeinsame Sache in diesen letzten Monaten”, sagte Putin.
Hier ist ein Teil der Putin-Rede mit englischen Untertiteln:
Putin speaks out about Prigozhin’s alleged death for the first time. #Prigozhin #Putin #Wagner #Russia #RussiaUkraineWar #Africa pic.twitter.com/kVWPu2etKK
— Natalka (@NatalkaKyiv) August 24, 2023

An der Absturzstelle wurden bereits am Mittwoch die Leichen der gesamten Besatzung geborgen.
Exakt zwei Monate vor dem Absturz hatte Prigoschin einen Putsch-Versuch gegen Putin gestartet. Seine Truppen kontrollierten bereits mehrere russische Städte, drehten dann vor Moskau ab. Prigoschin ging straffrei ins Exil nach Belarus. Jetzt ist er wohl tot – wie viele andere, die sich vorher gegen Putin stellten.

Prigoschin mit Tochter Polina (l.) und Ehefrau Lyubov Prigoschina
Internationale Beobachter vermuten den Kreml hinter dem Absturz. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, sein Land habe nichts mit dem Tod des Wagner-Chefs zu tun. Er weist nach Moskau: „Alle begreifen, wer daran beteiligt ist“, sagte er vor Journalisten am Donnerstag. Selenskyjs Berater Mykhailo Podolyak erklärte bei Bild, warum er Putin hinter dem Tod vermute: „Erstens hat der Aufstand von Prigoschin im Juni Putin wirklich erschreckt. Zweitens: Die Meuterei hat das Ansehen von Putin und des FSB beschädigt. Drittens hat Prigoschin in dem Moment, als er 200 Kilometer vor Moskau stehen blieb, sein eigenes Todesurteil unterschrieben. Putin verzeiht niemandem.“

Ein etwa 20 Jahre altes Archivbild von Prigoschin mit seiner Familie.
Auf die Frage, was genau Putin NICHT verzeihen könne, antwortet der russische Staatschef kurz und knapp: „Verrat.“ Die Szene sehen Sie hier:
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