Regierung: Signalfehler schuld an indischem Bahnunglück mit 275 Toten und 900 Verletzten
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- Bei einem Zugunglück im Osten Indiens sind 275 Menschen ums Leben gekommen, während etwa 900 weitere verletzt wurden.
- Zwei Passagierzüge und ein Güterzug entgleisen nacheinander auf zwei parallelen Gleisabschnitten.
- Wie Bahnminister Ashwini Waishnaw am Sonntag bekannt gab, sei die Ursache des Unglücks ein Signalfehler.
Am Freitag ereignete sich in einer ländlichen Gegend in Indien eines der schwersten Zugunglücke des Landes: 275 Menschen starben, etwa 900 weitere wurden verletzt. Örtlichen Berichten zufolge soll ein Passagierzug entgleist sein, der dann von einem anderen Passagierzug getroffen wurde. Während die Räumungsarbeiten rund um die Unglücksstelle auch am Sonntag noch andauern, meldet sich nun der indische Bahnminister zu der Ursache des Unfalls: Ein Fehler beim elektrischen Signal sei Schuld an dem schrecklichen Vorfall.
„Wir haben die Ursache des Vorfalls und die Verantwortlichen gefunden“, so Bahnminister Ashwini Vaishnaw gegenüber der indischen Nachrichtenagentur ANI am Sonntag. Die Untersuchungen dauern laut Vaishnaw jedoch noch an.
„Ich sah Menschen mit verstümmelten Körperteilen und entstellten Gesichtern“
Der Unfall ereignete sich im Bezirk Balasore, gut 200 Kilometer südwestlich von Kolkata. Örtlichen Berichten zufolge soll ein Passagierzug zuerst entgleist sein, ein anderer Passagierzug dann in dessen liegengebliebene Waggons gerast sein. Auch ein Güterzug soll laut Behörden beteiligt gewesen sei.
Die Fernsehbilder am Tag nach dem schrecklichen Unglück zeigten das ganze Ausmaß der Katastrophe: Zugwaggons lagen kreuz und quer auf und neben den Schienen. Dutzende Helfer in Zivilkleidung und Rettungskräfte mit orangefarbenen Schutzanzügen versuchten verzweifelt, Verletzte aus den tonnenschweren Trümmern zu retten.
Wie dpa berichtet, erzählten die Menschen vor Ort von grausamen Erlebnissen. „Überall Leichen, vielen fehlten Körperteile, Menschen, die in den Waggons feststeckten, schrien um Hilfe“, so ein Überlebender gegenüber der Zeitung The Hindu. „Ich sah Menschen mit verstümmelten Körperteilen und entstellten Gesichtern. Das wird mich mein Leben lang verfolgen.“
Keine Überlebenden mehr erwartet
Trotz tausenden Helfern, sind die Räumungsarbeiten auch am Sonntag noch in vollem Gange - so das indische Bahnministerium auf Twitter. Drohnenaufnahmen im örtlichen Fernsehen am Sonntag zeigten unter anderem Bagger bei der Räumung der Strecke , die voller Wracks und kaputten Gleisen ist. Laut Rettungskräften vor Ort werden in und unter den Wracks inzwischen keine Überlebenden mehr erwartet.
Das Ziel sei es, die Räumungsarbeiten bis Mittwoch abzuschließen, sagte Bahnminister Ashwini Vaishnaw der indischen Nachrichtenagentur ANI. Gleichzeitig versuchten Angehörige vor Ort in verschiedenen Leichenhallen teils sehr entstellte Opfer zu identifizieren, wie etwa die „Times of India“ berichtete.V on den insgesamt 275 Toten, seien laut Behörden erst 88 Menschen identifiziert worden.

Eine Person versucht in einer Leichenhalle zu identifizieren, ob sich unter den Toten ein Verwandter befindet.
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