Traumziele Kanada, USA, Deutschland: Jeder zweite junge Mensch aus arabischen Ländern will auswandern
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- Mehr als jeder zweite junge Mensch aus dem arabischen Raum kann sich vorstellen, auszuwandern.
- Deutschland auf Platz 3 der Traumziele.
- Über 200 Millionen Menschen in der Region sind unter 30 Jahre alt.
Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen in nordafrikanischen Ländern und Staaten der Levante-Region wollen ihre Heimat verlassen. Das geht aus einer Untersuchung der globalen Kommunikationsagentur Asda'a BCW mit Sitz in Dubai hervor. Demnach bemühen sich 48 Prozent der jungen Menschen aus Nordafrika (Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Sudan, Südsudan und Tunesien) aktiv um Auswanderung oder denken ernsthaft darüber nach. In der Levante-Region (Irak, Jordanien, Libanon, Palästinensische Gebiete, Syrien und Jemen) sind es sogar 53 Prozent.
Traumziele: Kanada, USA, Deutschland und Großbritannien
Insgesamt 3600 Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren wurden hierfür im Rahmen der jüngsten „Arabischen Jugendumfrage“ in 18 Staaten in persönlichen Interviews zu ihren Zukunftsplänen befragt.

Eine gute Arbeit ist laut Studie einer der Hauptgründe, die Heimat gen Deutschland zu verlassen.
Traumziel ist mit 34 Prozent Kanada, gefolgt von den USA mit 30 Prozent. Den dritten Platz teilen sich Großbritannien und Deutschland mit jeweils 20 Prozent vor Frankreich mit 17 Prozent.
Als Hauptgrund geben die meisten der Befragten die Suche nach einem Arbeitsplatz an. So würden die hohe (Jugend-)Arbeitslosigkeit sowie düstere Wirtschaftsaussichten den Blick auf die Zukunft in der eigenen Heimat trüben, aber auch der Wunsch „etwas Neues zu erleben“ spielt bei einigen Befragten eine Rolle.
Anders sieht es in den Golfstaaten Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien aus. Hier blicken die jungen Menschen optimistischer in die Zukunft. Nur jeder Fünfte zieht hier eine Auswanderung in Betracht. Zudem sind neun von zehn Interview-Teilnehmer der Meinung, dass sich die Wirtschaft in ihrem Land in die „richtige Richtung“ bewegt.
Länder in der Verantwortung
Sunil John, Chef und Gründer der Kommunikationsagentur, die die Interviews durchgeführt hat, sieht die Verantwortung für die Ergebnisse bei den Regierungen der arabischen Länder, aber auch im Privatsektor.. So müssten sich diese darauf konzentrieren, ein Umfeld für junge Menschen zu schaffen, in dem sie sich entfalten können. Die Abwanderung so vieler junger Menschen sei eine „enorme Belastung“. Mehr als 200 Millionen Menschen seien dort unter 30 Jahre alt.
Aber auch für die hiesige Gesellschaft hätte das Konsequenzen. Bei ca. 100 Millionen auswanderungswilligen jungen Menschen entspräche allein der Anteil derer, die Deutschland als ihr Traumziel angeben, 20 Millionen.
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