Stern-Legende Hans-Ulrich Jörges rechnet mit Claudia Roth ab: „Nebulös imaginierte Ökodiktatur“
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- Hans-Ulrich Jörges kritisiert Claudia Roths ökologische Auflagen für die Filmförderung als überzogen.
- Die Vorschriften umfassen detaillierte ökologische Standards, von Recyclingtoilettenpapier bis zur Nutzung von Ökostrom.
- Jörges warnt vor einer „Ökodiktatur“.
Der ehemalige Stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges nimmt kein Blatt vor den Mund. Die grüne Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, hat nach seiner Auffassung mit ihren jüngsten Regelungen zur Filmförderung die Grenze des Zumutbaren überschritten. Jörges spricht von einer „nebulös imaginierten Ökodiktatur“, die durch die neuen, strengen ökologischen Vorschriften an Kontur gewinne. Das sagte Jörges im aktuellen Podcast von The Pioneer.

Ex-Mitglied der Stern-Chefredaktion Hans-Ulrich Jörges
Strikte Auflagen – gerät damit die Kreativität unter Druck?
Die Auflagen, die Filmproduzenten und -schaffende nun befolgen müssen, sind umfassend: Alles, von der Art des Toilettenpapiers bis hin zur Energiequelle, wird vorgeschrieben. Die 14 Seiten der neuen Richtlinie für kulturelle Filmförderung sind dicht beschrieben mit ökologischen Standards, die auch einen externen „Green Consultant“ vorschreiben. Dieser soll auf jedes Detail achten und sicherstellen, dass auch wirklich alle Vorgaben eingehalten werden.
„Die reichen bis aufs Klo, denn im Toilettenpapier ist ein Altfaseranteil von mindestens 90 Prozent vorgeschrieben“, so der Ex-Stern-Mann. Wenn Hollywood-Größen wie George Clooney in Deutschland drehen wollen, müssten sie sich auf diese Bedingungen einstellen.

Claudia Roth (Grüne) beim CSD – zusammen mit dem Queer-Beauftragten Sven Lehmann
Nach den Worten von Jörges sind diese Maßnahmen nicht nur ein bürokratischer Alptraum, sondern auch ein Beispiel dafür, wie das gesellschaftliche Leben aussehen könnte, wenn die Grünen freie Hand hätten, ihre Vorstellungen umzusetzen. Die Datenerfassung nach der Produktion und die Verpflichtung, ausschließlich zertifizierten Ökostrom zu verwenden, zeigen den rigorosen Ansatz der Ministerin.
„Versteht sich, dass die Filmerei nur mit zertifiziertem Ökostrom vonstattengehen darf und schmutzige Dieselaggregate nicht länger als drei Tage zugelassen sind“, kommentiert Jörges. Auch der Einsatz von Glühlampen und Halogenstrahlern ist untersagt, genauso wie Flugreisen, wenn eine Bahnfahrt unter fünf Stunden möglich ist.
Selbst vegetarisches Essen ist vorgegeben
Die grüne Agenda setzt sich fort bis in die Kantine: Mindestens einmal pro Woche muss das Catering am Set vegetarisch sein. Dies erinnert an die Veggie-Day-Initiative der Grünen im Wahlkampf 2013, die damals für erheblichen Gegenwind sorgte. „Und nun – Trommelwirbel – erhebt ein grünes Ungeheuer wieder das Haupt, das man eigentlich für erschlagen hielt“, so Jörges.
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