Studie behauptet: „Rassismus“ und „Stigmatisierung“ machen Clan-Mitglieder kriminell
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Sie heißen Remmo, Abou-Chaker, Miri oder Al-Zein – und sie verüben regelmäßig Straftaten. Nun behauptet ein Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin gegenüber dem Focus: „An der Ausbreitung der Clankriminalität sind nicht so sehr die Täter schuld – sondern die deutsche Gesellschaft!“
Ausgrenzung, Rassismus, Stigmatisierung: Die Ursachen von Clan-Kriminalität, die eine aktuelle Studie ausgemacht haben will, klingen nach dem, was man gemeinhin unter positivem Rassismus versteht. Die Wissenschaftler geben unter anderem Schulen, Arbeitgebern, Medien, Polizei und Politik eine Mitschuld daran, dass Mitglieder arabischer Großfamilien ins kriminelle Milieu abrutschen und teilweise schwere Straftaten begehen.
Robert Pelzer, Studienleiter des im Oktober 2020 gestarteten Forschungsprojekts „Biographien und Lebenswelten von Angehörigen großfamiliärer Strukturen“ im Focus: „Das Aufwachsen unter prekären sozialen Bedingungen“, „Fluchterfahrungen“ und „andere traumatische Erlebnisse“ sind die wahren Gründe dafür, dass Clan-Mitglieder so häufig in die Kriminalität abrutschen.
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Arafat Abou-Chaker, der ehemalige Manager von Rapper Bushido, ist eines der bekanntesten deutschen Clan-Mitglieder. Immer wieder steht er wegen verschiedener Straftaten vor Gericht.
Pelzer will herausgefunden haben, dass Angehörige arabischsprachiger Großfamilien in Deutschland oft „ausgegrenzt und stigmatisiert“ werden und „von Alltagsrassismus betroffen“ seien. Das wirke sich „negativ auf individuelle Entfaltungsmöglichkeiten aus“ und begünstige „eine kriminelle Karriere“. Schon in der Schule fühlten sich „Betroffene gemobbt“. Diese Stigmatisierung könne dann wiederum „das Risiko eines Schulversagens“ steigern.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser plant künftig auch Abschiebungen von Clan-Mitgliedern, die bis dato nicht straffällig geworden sind.
Opferbonus in Reinkultur, spricht er den Männern und Frauen doch ab, selbst für ihre kriminellen Taten verantwortlich zu sein, wälzt die Verantwortung auf „die Gesellschaft“ ab, und lässt dabei außer Acht, dass Migranten in Deutschland vielfach Unterstützung erfahren, ob mit Integrationsprogrammen oder Sozial- und Geldleistungen.
Auch „negative Auswirkungen eines Duldungsstatus“ führt Pelzer ins Feld. Sie begünstigten die Kriminalitäts-Neigung. Zudem hätten viele Clan-Angehörige „negative Erfahrungen mit Polizeikontakten“.
Interviews in Shisha-Bars
Zu ihren Ergebnissen kamen die Forscher um Pelzer durch Interviews mit Clan-Angehörigen zwischen 21 und 55 Jahren, die meisten haben familiäre Wurzeln in Palästina und dem Libanon, sieben von ihnen waren polizeibekannt und hatten Hafterfahrungen. Die Interviews wurden laut Focus mündlich auf Deutsch geführt, „insbesondere in Shisha-Bars“.
Auch Mitarbeiter aus Strafverfolgungsbehörden, der Justiz, sozialen Arbeit, und Rechtsanwälte von „Betroffenen“ kamen laut Focus zu Wort.
Bildungsministerium zahlte 660.000 Euro für die Studie
Die Studie wurde staatlich gefördert, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sponserte das Projekt mit 660.000 Euro.
Die vollständigen Ergebnisse sollen im Februar oder März 2024 veröffentlicht werden.
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