Studie bestätigt alle Befürchtungen: Bürgergeld macht faul!
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Erstmals liegen wissenschaftliche Fakten zu der Frage vor, ob das Bürgergeld arbeitslose Bezieher träge macht. Die Antwort lautet: Ja!
Eine aktuelle Studie vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt fest: Ende 2023 beendeten monatlich nur gut zwei Prozent der 1,6 Millionen arbeitsfähigen Bürgergeldbezieher ihre Arbeitslosigkeit, indem sie einen neuen Job antraten, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ).
Das ist laut SZ der niedrigste Wert der vergangenen sechs Jahre, abgesehen vom erzwungenen Stillstand während der Corona-Krise. Zu Hartz-IV-Zeiten lag der Wert laut IAB meist bei mehr als drei Prozent.

Im Park chillen, während andere arbeiten – für manche Bürgergeld-Empfänger ist das offenbar Realität.
30.000 Jobs bleiben unbesetzt
IAB-Analyst Enzo Weber hat für die Studie die Ukraine-Flüchtlinge, die in einer Sondersituation sind, herausgerechnet, um die Wirkung des Bürgergelds wirklich genau zu erfassen. Ergebnis: Die Jobaufnahmen sind trotzdem sechs Prozent niedriger als zuvor. Im Jahr sind das knapp 30.000 Stellen. „Das Bürgergeld hat eine richtige Grundidee, aber die Jobaufnahmen sind bisher zu schwach“, kommentiert Weber die Studie gegenüber der SZ.
Weber erklärt die geringere Rückkehr in den Job vor allem mit den Erleichterungen, die das Bürgergeld gegenüber Hartz IV brachte. Bürgergeld-Empfänger dürfen zum Beispiel im ersten Jahr ihre (zu große) Wohnung und mehr Vermögen behalten als zu Hartz-IV-Zeiten.
Mildere Sanktionen als bei Hartz IV
Der Bürgergeld-Regelsatz wurde 2023 und 2024 um je zwölf Prozent auf jetzt 563 Euro monatlich erhöht, und stieg somit stärker als Löhne und Inflation. Und: Die Sanktionen bei Arbeitsverweigerung oder mangelnder Kooperation mit dem Jobcenter sind milder als bei Hartz IV. Von Juli bis September 2023 wurden laut SZ 56 Prozent seltener Leistungen gekürzt.
Dass milde Sanktionen der Job-Motivation entgegenwirken, zeigt auch ein weiterer Aspekt: In den sechs Monaten vor dem Bürgergeld waren die Kürzungen weitgehend ausgesetzt. Dies reduzierte die Jobaufnahmen um vier Prozent, ermittelt die IAB-Studie. Weber zur SZ: „Wenn die Möglichkeit härterer Sanktionen existiert, wirkt sich das nicht nur auf die kleine Gruppe der sanktionierten Bezieher aus, sondern schon im Vorhinein auf viele Leistungsempfänger, die dann eher eine Stelle annehmen.“
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