Türkei-Wahlkrimi droht Verlängerung! Erdogan muss in die Stichwahl
Ein Beitrag von
- 95 Prozent der Wahlurnen ausgezählt, kein Kandidat mit absoluter Mehrheit
- Präsident Erdogan steht bei 49,49 Prozent, Herausforderer Kilicdaroglu bei 44,79 Prozent
- Stichwahl am 28. Mai entscheidet über Zukunft der Türkei
Der Wahlkrimi in der Türkei geht weiter! Alle Zeichen sind jetzt auf Stichwahl gestellt.
In der Nacht zu Montag gab die türkische Wahlbehörde erste Zahlen bekannt: Präsident Recep Tayyip Erdogan liegt zwar nach im Rennen um das Präsidentenamt vorne, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Sollte es dabei bleiben, droht in zwei Wochen eine Stichwahl zwischen dem Amtsinhalber und Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu.
Bisher wurden laut Wahlkommission rund 95 Prozent der Wahlurnen ausgezählt – es fehlen v.a. noch 63 Prozent der Urnen aus dem Ausland. Erdogan steht aktuell bei 49,49 Prozent der Stimmen und damit knapp unter 50 Prozent. Herausforderer Kilicdaroglu kommt auf 44,79 Prozent.
Bleibt es dabei, käme es in zwei Wochen, am 28. Mai, zu einer Stichwahl zwischen Erdogan und Kilicdaroglu. Dort wird dann entscheidend sein, für wen die 5,8 Prozent die den dritten Anwärter, Sinan Ogan von der ultranationalistischen Ata-Allianz, gewählt haben, sich in der Stichwahl entscheiden.
Insgesamt waren rund 64 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen, davon rund 3,4 Millionen im Ausland.
Erdogan wirbt mit Wahlgeschenken, Kilicdaroglu mit Anti-Korruptions-Kampf
Oppositions-Chef Kilicdaroglu trat in der Nacht vor die Presse: „Erdogan hat trotz seiner Diffamierungen und Beleidigungen nicht das Ergebnis erreicht, das er sich erwartet hatte“, sagte er. Der Präsident bereitet sich mental offenbar schon auf die Stichwahl vor und meinte, die Wähler würden für diesen Fal „Sicherheit und Stabilität“ bevorzugten.
Die Wahl galt als richtungsweisend. Es wird befürchtet, dass das Nato-Land unter weiteren fünf Jahren Erdogan noch autokratischer werden könnten. Der 74-jährige Kilicdaroglu ist Kandidat für ein breites Bündnis aus sechs Parteien. Er verspricht die Rückkehr zu einem parlamentarischen System sowie zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Auch international wird die Wahl aufmerksam beobachtet. Eine neue Regierung hätte Auswirkungen auf Konflikte in der Region wie etwa den Syrien-Krieg, aber auch auf das Verhältnis zur EU und Deutschland.
Erdogan wirbt vor allem mit Wahlgeschenken, wie der Erhöhung von Beamtengehältern und Großprojekten in Infrastruktur und Rüstungsindustrie. Kilicdaroglu verspricht, Korruption und Inflation zu bekämpfen und das Land zu demokratisieren. In der Migrationsfrage schlägt er einen nationalistischen Ton an. Die rund 3,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien will er zurückschicken und das Flüchtlingsabkommen mit der EU neu verhandeln.
Mehr NIUS:
Horror-Tat in Hamburg: Inder (31) schlachtet REWE-Mitarbeiter mit Kampfmesser ab
Straßenbahn in Berlin entgleist – 20 Verletzte
Gericht entscheidet: Görlitzer Park muss nachts offen bleiben
Drohne am Münchner Flughafen? Abflüge am Samstag verzögert
Bundespolizei verweigert Sprecher der deutschen Identitären die Ausreise nach Portugal
Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt
Hamburg: Gewalt-Eskalation in Hochhaussiedlung – ein Toter
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Christian Ulmen wegen Körperverletzungs-Vorwürfen
Mehr NIUS:
Drohne am Münchner Flughafen? Abflüge am Samstag verzögert
Bundespolizei verweigert Sprecher der deutschen Identitären die Ausreise nach Portugal
Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt
Hamburg: Gewalt-Eskalation in Hochhaussiedlung – ein Toter
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Christian Ulmen wegen Körperverletzungs-Vorwürfen
Bis zu 35 Euro mehr! ADAC erhöht Mitgliedsbeitrag drastisch
Mehrfamilienhaus in Görlitz eingestürzt – Frau tot, zwei Vermisste
Ungarns Regierungschef Magyar will Präsident Sulyok zum Rücktritt zwingen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare