Ungewöhnliche Unterkunft: Flüchtlinge in Potsdam in Tropenhaus untergebracht
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- In Potsdam werden Asylbewerber in der Orangerie der Biosphäre untergebracht. Kostenpunkt: 172.000 Euro pro Monat.
- Die Veranstaltungshalle des Tropenhauses bietet Platz für insgesamt 95 Flüchtlinge.
- Der Vertrag läuft vorerst bis August.
Die Unterbringung von Flüchtlingen in einer Potsdamer Orangerie kostet mehr als 170.000 Euro pro Monat. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf Kleine Anfragen des CDU-Stadtverordneten Lars Eichert hervor. Dabei beläuft sich die Miete auf „nur“ 26.000 Euro im Monat. Der Löwenanteil der Kosten ergibt sich indes aus den wöchentlichen Kosten von 34.000 Euro für Bewachung, Instandhaltung und Betriebskosten.
Hierin ist auch das Catering für die Flüchtlinge enthalten. Da in der Orangerie nicht gekocht werden kann, werden pro Person 19,50 pro Person pro Tag fällig. Zum Vergleich: Der Tagessatz für die Verpflegung eines alleinstehenden Bürgergeld-Empfängers beträgt 5,19 Euro. Zudem seien sanitäre Dienstleistungen und Waschmöglichkeiten in die Kosten einberechnet.

Inmitten der Biosphäre stehen Feldbetten.
Dabei ist besonders der Ort der Unterbringung skurril. Nicht etwa in Turnhallen oder Hotels werden diese einquartiert, sondern in diesem Fall: in einem Tropenhaus. Bereits 2022 hatte man die Orangerie der Biosphäre Potsdam als Flüchtlingsunterkunft für ankommende Ukrainer genutzt. Sie bietet Platz für insgesamt 95 Personen. Seit Februar diesen Jahres dient die zur Biosphäre gehörende Veranstaltungshalle erneut als Notunterkunft. Um die 20.000 Pflanzen und zahlreiche Tierarten leben in dem Tropenhaus. Der Betrieb der Biosphäre soll laut Stadt nicht davon beeinträchtig sein
Bis Ende August läuft der Vertrag für die Nutzung der Orangerie vorerst noch. Momentan sei diese ohnehin nur zu 60 Prozent ausgelastet. Allerdings soll Potsdam gemäß einer Prognose des Landes in diesem Jahr noch bis zu 1500 Asylbewerber unterbringen. Hierfür plant die Stadt, weitere Gemeinschaftsunterkünfte zu eröffnen. Beispielsweise auf dem Verwaltungscampus und in einem neuen Containerdorf am Nedlitzer Holz.

Umringt von Pflanzen schlafen Flüchtlinge in Potsdam in Reihen.
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Anabel Schunke
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