WDR: Klimawandel an Freibad-Gewalt schuld
Ein WDR-Beitrag stellt eine mögliche Verbindung zwischen Klimawandel und Randalen in Freibädern her. Eine eingeladene Expertin baut auch einen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und „Hassrede“ auf Twitter.
Ein Beitrag des WDR-Formats „Planet Wissen“ sorgt aktuell im Netz für Aufregung. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem sogenannten „Hot Long Summer Effekt“ und stellt eine Verbindung zwischen Klimawandel und Randalen in Freibädern in Berlin und Düsseldorf her.
Im Beitrag heißt es dazu: „Dicht gedrängte Badegäste gerieten in Streit. Die Lage drohte zu eskalieren, die Bäder mussten teilweise geschlossen werden. Sind die Vorfälle in den Freibädern nur Einzelfälle oder müssen wir uns im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen auf mehr Aggressionen einstellen?“
„Planet Wissen“ suggeriert die Antwort wäre: Ja. Eine eingeladene Expertin in dem Beitrag, Annika Stechemesser vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, verweist auf eine Studie ihres Instituts, die einen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und „Hassrede“ auf Twitter herstellt.
„Meiner Interpretation nach sagt das aus, dass wir uns nicht beliebig anpassen können an Temperaturen“, so Stechemesser. Allerdings gibt Stechemesser auch zu, dass ihre Studie keine genauen Ursachen für den Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und „Hassrede“ auf Twitter identifizieren kann. Sie sagt: „Wir können mit unserer Methode den Zusammenhang sehen, wir können nicht genau sagen, wo das herkommt.“
„Planet Wissen“ kann also am Ende gar nicht eindeutig belegen, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und „Hassrede“ gibt, geschweige denn den Randalen in Freibädern, oder ob die womöglich ganz andere, menschliche Ursachen und Gruppendynamiken hatten.
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