Ministerpräsident Haseloff kritisiert die Tagesschau: „Was die Bürger im Lande am meisten betrifft, scheint mir unterrepräsentiert“
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Im Interview mit BILD hat sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (69, CDU) zu verschiedenen aktuellen Themen geäußert. Darin spricht er über die Arbeit der Ampelkoalition, die Zusammenarbeit der CDU mit den Linken und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Haseloff betonte die gute Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, insbesondere bei der Ansiedlung einer Intel-Chipfabrik in Magdeburg. Dennoch kritisierte er die täglichen Nachrichten über Streitereien und Blockaden innerhalb der Ampelkoalition. Er äußerte sich besorgt über die Prioritätensetzung der Ampel.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, steht in der Collegienstraße im Stadtzentrum von Wittenberg.
Haseloff spielte auf das Veto der grünen Familienministerin Paus an, die ein Hilfspaket für die Wirtschaft gestoppt hat, und betonte: „Die Unternehmen, die Länder und Kommunen, alle warten auf ein klares, positives Signal für die Wirtschaft!“
Als nach der Wagenknechtpartei gefragt wird, entgegnet er, dass er Umfragen nicht traue, aber man am Beispiel Wagenknechts sehen kann, dass Linksparteiwähler, Protestwähler sind, die auch rechte Positionen fordern.
Auf die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit der CDU mit den Linken antwortete Haseloff entschieden: „Solange die Linke unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem generell verändern will, kommt sie für uns nicht in Frage. Durch jede Zusammenarbeit mit dieser Partei geben wir unsere eigenen Werte und die Werte unseres Staates auf. Es bleibt dabei: Ein 'bisschen Sozialismus', das ist mit der Union nicht zu machen.“

Ein Mann hält eine Fernbedienung vor einen Fernseher, auf dem die Tagesschau läuft.
Haseloff sprach sich für Reformen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern aus und betonte, dass eine Gebührenerhöhung in der Bevölkerung schwer vermittelbar sei.
Er kritisierte insbesondere die Berichterstattung der Tagesschau: „Wenn ich die Tagesschau ansehe, denke ich manchmal: Das ist das Auslandsjournal, Berichte aus aller Welt, aber das, was die Bürger im Lande am meisten betrifft, scheint mir unterrepräsentiert.“ Und „Eine Gebührenerhöhung ist in der Bevölkerung und sicher auch in vielen Landtagen nicht vermittelbar.“
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