Ständige NS-Parallelen: „Welche Deutschen sieht Merz heute, die solche Verbrechen begehen würden?“
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Immer wieder nutzt die Bundesregierung die Verbrechen des Nationalsozialismus, um politische Gegner zu dämonisieren. Erst kürzlich warnte Bundeskanzler Friedrich Merz vor einer Zusammenarbeit mit der AfD und zog dabei historische Parallelen zur NSDAP. Bei NIUS Live zeigt sich Chefredakteur Julian Reichelt fassungslos über diese aus seiner Sicht maßlose Rhetorik.
„Jede noch so banale politische Alltagsfrage wird in Deutschland aufgeladen zu einem Kampf, zum großen Endkampf sozusagen“, sagt Reichelt. Selbst Fragen wie Energie- oder Migrationspolitik würden inzwischen als Entscheidung über „alles oder nichts“ dargestellt. Merz erscheine dabei als „letztes Bollwerk“ gegen einen angeblich drohenden neuen Nationalsozialismus.
„Was ist denn das für ein Blick aufs Land?“
Julian Reichelt wendet sich insbesondere gegen die Konsequenz, die in solchen Vergleichen mitschwinge. „Welche Deutschen sieht Friedrich Merz denn, die zu so etwas fähig wären?“, fragt er. Wer vor einem neuen Nationalsozialismus warne, unterstelle letztlich Millionen Bürgern, sie könnten erneut die Verbrechen der Vergangenheit begehen.
„Was ist denn das bitte für eine Unterstellung? Was ist denn das bitte für eine Unterstellung? Was ist denn das für ein Blick aufs Land? Welche Deutschen sieht Friedrich Merz denn, die solche Verbrechen begehen würden? Die ihre Lektion so sehr vergessen haben, die nur danach lechzen, wieder solche Verbrechen zu begehen?“
Schauen Sie sich hier seine Ausführungen vollständig an:
Besonders empört Reichelt, dass die faktischen Positionen der AfD wie die Rückkehr zur Kernkraft oder die Abschaffung des CO2-Preises auf diese Weise mit historischen Schreckensbildern verknüpft würden. „Atomkraftwerke haben doch nichts mit Adolf Hitler zu tun. Den CO2-Preis abzuschaffen hat doch nichts mit Auschwitz zu tun“, sagte Reichelt.
Die Botschaft solcher NS-Vergleiche sei deshalb fatal, stimmt Moderator Alexander Kissler zu. Sie drücke eine schulmeisterhafte Haltung gegenüber den eigenen Bürgern aus. „In euch stecken noch immer die alten Nazis, und ich bin der Einzige, der euch davon abhält“, fasste Reichelt die aus seiner Sicht dahinterstehende Denkweise zusammen. Das verrate vor allem eines: „einen erschreckend geringen Respekt vor den eigenen Bürgern.“
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