Kokain, Amphetamine und Pistole gefunden: Sieben JVA-Bedienstete nach Großrazzia suspendiert
Ein Beitrag von
Bei der Korruptions-Razzia rund um die Justizvollzugsanstalt Rheinbach haben Ermittler Kokain, Amphetamine und eine Pistole sichergestellt. Sieben aktive Gefängnisbedienstete wurden suspendiert und mit einem Hausverbot belegt.
Seit Dienstagmorgen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, dass Mitarbeiter der JVA gegen Bezahlung Drogen und Mobiltelefone in das Gefängnis geschmuggelt haben. Die verbotenen Gegenstände sollen ihnen außerhalb der Anstalt von Angehörigen oder Freunden der Häftlinge übergeben worden sein.
Die Ermittlungen richten sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Justizministeriums gegen sieben aktive und eine ehemalige Bedienstete. Beschuldigt werden zudem mehrere derzeitige und frühere Häftlinge.
Bei den Durchsuchungen in insgesamt acht Privatwohnungen beschlagnahmten die Ermittler Dutzende Beweismittel. Darunter waren vor allem Mobiltelefone, Laptops und Schriftstücke. Außerdem fanden die Beamten 15 Gramm Kokain, eine geringe Menge Amphetamin sowie eine alte Pistole mit Patronen und Magazinen. Das Kokain wurde nach Angaben des Ministeriums bei einem ehemaligen Häftling entdeckt.
In der JVA Rheinbach selbst wurden nach dpa-Informationen vor allem Daten gesichert. Die sieben beschuldigten aktiven Bediensteten dürfen die Anstalt vorerst nicht mehr betreten.
60 Einsatzkräfte durchsuchen Gefängnis und Wohnungen
Die Durchsuchungen hatten am Dienstag um 7.30 Uhr zeitgleich begonnen. Rund 60 Einsatzkräfte waren beteiligt. Neben der JVA Rheinbach wurden Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in den rheinland-pfälzischen Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied durchsucht.
Die neuen Einzelheiten wurden bei einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag bekannt. Die Sitzung war von den Oppositionsfraktionen SPD und FDP beantragt worden. Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) hatte eine Sondersitzung vorgeschlagen.
Bereits zweite JVA-Razzia innerhalb kurzer Zeit
Es ist bereits die zweite Gefängnis-Großrazzia in der Region innerhalb weniger Wochen. Anfang Mai hatte die Polizei bereits die JVA Euskirchen durchsucht. Dort laufen Ermittlungen gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge. Die Wärter sollen regelrechte „Bestechungs-Abos“ verkauft haben: Gegen eine monatliche Zahlung wurden Häftlinge rechtzeitig vor Kontrollen gewarnt – auch Mitglieder des berüchtigten Leverkusener Goman-Clans waren involviert. Der Goman-Clan ist eine seit Jahrzehnten polizeibekannte Roma-Großfamilie mit Wurzeln in Polen mit hbundunderten Mitgliedern, die primär in Leverkusen aktiv ist. Die Familie ist bundesweit für organisierten Betrug bekannt.
Besonders brisant: In der JVA Euskirchen waren die Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln spurlos verschwunden. Bis heute ist unklar, wo sie geblieben sind. Die Einrichtung in Euskirchen ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, in Rheinbach dürfen die Häftlinge tagsüber nicht raus.
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
Trier: Studentin (29) tot in Wohnung entdeckt
Syrer prügelt Deutschen auf Intensivstation, weil er Israel-Anstecker trug
Schuldunfähig: Urteil gegen Syrer nach Axt-Angriff im ICE
Trotz schwerer Straftaten: „Knast-Casanova“ klagt sich Flüchtlingsstatus zurück
Nach Anschlägen auf Berliner Stromnetz: Tatverdächtige sind szenebekannte Linksextreme
Anklage wegen Terrorverdacht: 15-Jähriger plante Anschlag auf Synagoge
Arterie von 16-Jährigem aufgeschlitzt: Acht Verletzte bei Party in Egling
Scharia: Passagier schlägt Stewardess, weil er nicht neben Frau sitzen will
Mehr NIUS:
Trotz schwerer Straftaten: „Knast-Casanova“ klagt sich Flüchtlingsstatus zurück
Nach Anschlägen auf Berliner Stromnetz: Tatverdächtige sind szenebekannte Linksextreme
Anklage wegen Terrorverdacht: 15-Jähriger plante Anschlag auf Synagoge
Arterie von 16-Jährigem aufgeschlitzt: Acht Verletzte bei Party in Egling
Scharia: Passagier schlägt Stewardess, weil er nicht neben Frau sitzen will
12 Jahre Haft: Afghane ersticht 21-Jährigen – Richter: Ein „wahres Blutbad“
Asylheim-Mitbewohner hatten Angst: So lebte der Messer-Täter von Ruhpolding
Türke feuert vor Supermarkt mit Muskete auf Polizisten und wird niedergeschossen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare