Asylheim-Mitbewohner hatten Angst: So lebte der Messer-Täter von Ruhpolding
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Er soll nicht gearbeitet, sich Schulden angehäuft und seine Tage vor allem am Bahnhof verbracht haben. Mitbewohner in seiner Asylunterkunft sollen sich vor ihm gefürchtet haben. Immer wieder sei die Polizei wegen des 28-jährigen Afghanen gerufen worden. Doch Konsequenzen schienen ihn offenbar nicht zu beeindrucken.
Nach dem Messer-Angriff am Bahnhof von Ruhpolding kommen immer mehr Details über den mutmaßlichen Täter Reza M. ans Licht. Laut NIUS-Informationen soll der Afghane seit etwa drei Jahren in Deutschland leben. Zuletzt soll er in einer Asylunterkunft in Ruhpolding im oberbayerischen Landkreis Traunstein gemeldet sein.
In dem Haus leben nach Angaben aus dem Umfeld vor allem Kurden, Afghanen und Syrer. Zahlreiche Bewohner sollen Angst vor Reza M. gehabt haben. Er sei immer wieder durch aggressives und respektloses Verhalten aufgefallen. Er soll viel gekifft haben – Mitbewohner beschreiben ihn als „verrückt“.
In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei zum Tatverdächtigen:
„Der 28-jährige afghanische Staatsangehörige war erstmals am 30. Januar 2023 in das Bundesgebiet eingereist. Er stellte mehrere Asylanträge, die unanfechtbar abgelehnt wurden. Aufgrund eines bestehenden Abschiebeverbotes hält sich der Beschuldigte rechtmäßig im Bundesgebiet auf. Sein Aufenthalt ist durch eine bis Februar 2027 befristete Aufenthaltserlaubnis legitimiert. Er ist polizeilich unter anderem wegen unerlaubter Einreise, Bedrohungs- und Körperverletzungsdelikten sowie Erschleichens von Leistungen in Erscheinung getreten.“

Blick auf die Asylunterkunft
Mitbewohner sollen sich vor Reza M. gefürchtet haben
Laut NIUS-Informationen ging Reza M. keiner Arbeit nach. Er soll sich Schulden angehäuft haben, unter anderem wegen nicht bezahlter Bahntickets. Einen geregelten Tagesablauf habe er offenbar nicht gehabt.
Bereits in den frühen Morgenstunden soll sich der Afghane häufig am Bahnhof von Ruhpolding aufgehalten haben. Dort habe er sich mit Bekannten getroffen und einen großen Teil des Tages verbracht. In seine Unterkunft sei er oft nur zum Essen und Schlafen zurückgekehrt.
Der Bahnhof war offenbar einer der wenigen Treffpunkte, die von den Bewohnern der Unterkunft regelmäßig genutzt wurden. Laut Schilderungen aus dem Umfeld gilt der Alltag in dem Haus als eintönig. Die Unterkunft liege abseits, der Weg zum Bahnhof sei weit und die Verkehrsanbindung schlecht. Das Haus, ein ehemaliges Hotel, in dem laut Namensliste im Eingang aktuell 59 Personen leben sollen, befindet sich in miserablem Zustand. Die Küche ist verdreckt, Geschirr horten die Bewohner in ihren Zimmern – aus Angst, es könnte geklaut werden. Zwischen den verschiedenen Nationalitäten sei es immer wieder auch zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen.
Reza M. soll sich zeitweise auch in Dortmund und Hamburg aufgehalten haben. Behörden hätten ihn jedoch darauf hingewiesen, dass er weiterhin in Ruhpolding gemeldet sei. Daraufhin soll er wieder nach Oberbayern zurückgekehrt sein.
Auch die Polizei soll mehrfach wegen des Afghanen gerufen worden sein. Bei den Einsätzen habe sich Reza M. den Beamten gegenüber regelmäßig respektlos gezeigt. Er habe den Eindruck vermittelt, keinerlei Angst vor möglichen Konsequenzen zu haben.

Flur in der Unterkunft
Am Mittwoch kam es zur Tat
Am Mittwochmorgen eskalierte die Situation schließlich am Bahnhof von Ruhpolding. „Noch bevor es zu einer Fahrausweiskontrolle gekommen sein soll, habe der Beschuldigte, ein 28-jähriger afghanischer Staatsangehöriger, den Zugbegleiter aufgefordert, die Regionalbahn zu verlassen. Auf Nachfrage habe der Beschuldigte erklärt, dass er ein Messer mit sich führe, und angedeutet, dieses auch gegen den Zugbegleiter einsetzen zu wollen“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.
Nach NIUS-Informationen hatte der Afghane zuvor laut im Zug telefoniert und auf Deutsch von „Deutschland“ und „Kindern“ gesprochen. Eine Augenzeugin berichtete, der Mann habe zunächst eine Zugbegleiterin geschubst, nachdem diese ihn zum Aussteigen aufgefordert hatte. Als ein Kollege hinzukam, soll Reza M. mit einem Messer gedroht haben.
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