Die Empörungswelle gegen die neue NIUS-Werbekampagne
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Die linke NGO Campact oder die Deutsche Journalistenunion machen gegen eine neue Werbekampagne von NIUS, unter anderem in den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), mobil. Die Betreiber der Werbeflächen sehen das Ganze dagegen entspannt. Und das Internet schlägt die linke Einfalt mit Humor.
„Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“, lautet ein neuer Werbeslogan von NIUS. Er ist mittlerweile auch in den Fahrzeugen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) oder im Berliner Hauptbahnhof zu lesen.
So weit, so unproblematisch. Oder? Nicht ganz. Vielen Menschen scheint schon beim Anblick der NIUS-Werbung angst und bange zu werden. Die linke und grünennahe NGO Campact startete sofort eine Petition – eine „Initiative gegen Rechts“.
Entrüstet schreibt man: „Die Berliner U-Bahn ist für viele Berliner*innen alltäglich und unverzichtbar. Die BVG sollte sich dafür einsetzen, all diese Menschen sicher und diskriminierungsfrei an ihr Ziel zu bringen – stattdessen toleriert sie seit Kurzem Werbung für ein rechtes Hetzportal!“

(Quelle: https://weact.campact.de/petitions/keine-rechte-angstmache-in-der-bvg/)
Was hatte NIUS bloß falsch gemacht?
Aber was genau hatte NIUS falsch gemacht? Wen hatte man mit der Werbung diskriminiert? Warum dürfen andere Unternehmen werben, aber NIUS nicht? Campact erklärt sich…
„Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“, greift man den neuen NIUS-Werbe-Slogan auf. Und ordnet für die linken Petitionsschreiber ein: „Gemeint ist die Tagesschau, die allabendlich um 8 Uhr im Ersten Deutschen Fernsehen präsentiert wird. Nius stellt damit implizit die Behauptung auf, dass öffentlich-rechtliche Medien wichtige Informationen bewusst zurückhalten würden – und zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der Bürger*innen von staatlicher Seite regelmäßig und in voller Absicht desinformiert bzw. belogen werden.“
So nämlich! Die NGO Campact beschwert sich darüber, dass NIUS suggeriere, der Staat würde die Menschen belügen. Wer käme bei „Es wird mit mir keine neuen Schulden geben“-Kanzler Friedrich Merz bloß auf so einen Gedanken? Wie kann man es wagen, so etwas zu behaupten?

Hat dieser Kanzler je gelogen?
Auch gegen „deutschen Journalismus und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ würde NIUS „hetzen“, so Campact weiter. Die Organisation fordert die BVG auf: „Positioniert euch klar gegen rechtspopulistische Angstmache in Berliner U-Bahnen!“ Aber wovor hat Campact nun eigentlich Angst?
Journalistenunion sagt: NIUS ist gar kein journalistisches Medium!
Etwas konkreter wird die Deutsche Journalistenunion in Verdi. Sie rühmt sich damit, die größte Arbeitnehmer-Interessenvertretung für Journalisten in Deutschland zu sein. Man würde meinen, so einer Organisation wäre daran gelegen, dass Medienunternehmen das Produkt ihrer Mitarbeiter bewerben können. Zu simpel gedacht.
Denn was ist, wenn man bloß nicht möchte, dass NIUS Werbung schaltet, und es gar nicht um Medienunternehmen allgemein geht? Die Lösung hierfür folgt prompt. Und erklärt so Einiges. Man schreibt: „Nius ist kein journalistisches Medium, sondern bestenfalls ein Journalismus-Simulant.“ So nämlich und nicht anders!

Ein Auszug aus dem Schreiben der Journalistenunion.
Deutschlandfunk führt Protokoll, taz explodiert
Etwas nüchterner, wenn auch deutlich im Tonfall eines Aktenvermerks, meldet der Deutschlandfunk: „Seit einigen Tagen hängen Werbeplakate von ‚Nius‘ in Waggons der Berliner U-Bahn. Sie suggerieren, dass andere Medien der Bevölkerung Informationen vorenthalten.“ Bleibt zu hoffen, der zuständige Politkommissar liest den Vermerk dann auch.
Vollends Harakiri dreht man übrigens bei der taz: „Und wenn ‚Nius‘ okay war, was folgt dann als Nächstes?“, fragt eine junge Autorin mit fast endzeitlichem Pathos, „Werbung für den Dritten Weg, für einschlägige rechtsradikale Onlineshops?“ Ja, warum macht die BVG eigentlich nicht gleich Werbung für den toten Hitler persönlich?

Der Tag beginnt mit NIUS.
BVG lässt linke Anfragen an sich abprallen
Es ist dagegen die BVG selbst, die vielleicht am entspanntesten bleibt. Vielleicht möchte sie sich aber auch einfach nicht nerven lassen. Sie antwortet auf die Presseanfrage: Die Werbetafeln würden von externen Partnern betrieben. Punkt. Und jetzt Mittagspause.
Bei der Deutschen Bahn ist so ein externer Partner übrigens die Ströer-Gruppe, die unter anderem das linke Portal t-online.de betreibt. Ströer schreibt auf seine Anfragen: Man könne keine Werbung ablehnen, die nicht gegen Gesetze oder freiwillige Selbstbeschränkungen verstößt – auch wenn der Inhalt im Gegensatz zu den eigenen politischen Ansichten des Unternehmens stehe.
Immerhin ein Unternehmen scheint daran zu denken, dass es vielleicht mal andersherum kommen könnte und man selbst das eigene Unternehmen woanders bewerben möchte und sich dann fairen Wettbewerb wünscht …
Das Internet erstellt als Reaktion KI-Fakes von NIUS-Werbung an besonderen Orten
Am entspanntesten reagiert wohl das Netz. Auf X kursieren wegen der ganzen linken Aufregung mittlerweile tausende KI-Fakes der NIUS-Werbung. Darin ist diese wahlweise riesengroß am ARD-Hauptstadtstudio platziert, mal in gigantomanischer Weise an der Hamburger Elbphilharmonie.
Oder, Ricarda Lang trägt die Werbung auf ihrem verschwitzten Jogging-Top. Die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek hat sich das als Tattoo stechen lassen. „NIUS geht unter die Haut“, kommentierte NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt.
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