Rund 5 Millionen Euro Spenden: Schont der „Spiegel“ Gates nun bei den Epstein-Files?
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Die Veröffentlichung der Epstein-Files sorgt weltweit für Schlagzeilen. Zu den bizarrsten Episoden gehört eine Geschichte über Bill Gates, der seit der Corona-Krise ohnehin im Zentrum öffentlicher Kritik steht. Auch im Epstein-Komplex taucht sein Name im Zusammenhang mit Pandemie-Themen auf. Der Spiegel jedoch scheint diese Aspekte anders gewichten zu wollen – und Gates eher aus der Schusslinie zu nehmen. Das zeigt sich nicht nur an der Cover-Illustration, sondern auch im Text.
Der aktuelle Spiegel-Titel lautet: „Der Epstein-Club: Wie sich eine globale Elite um den Sexualstraftäter scharte“. Im Zentrum des Covers steht Epstein selbst. Die danach mit Abstand größte Figur ist Donald Trump. Alle Gesichter wirken düster – bis auf eines: Bill Gates bleibt im Hintergrund und ist als einziger lächelnd dargestellt.
Dabei steht Gates derzeit wie kaum ein anderer im Fokus öffentlicher Kritik. Nicht nur in sozialen Medien ist die Empörung groß – auch im amerikanischen Kongress soll er vorsprechen. Die amerikanische, ja internationale Öffentlichkeit diskutiert seine Verstrickung in die Epstein-Affäre intensiv.
Bizarre E-Mails
In den jüngsten Veröffentlichungen des US-Justizministeriums finden sich unveröffentlichte beziehungsweise nie versandte E-Mail-Entwürfe, in denen Epstein in der Ich-Form behauptet, Gates habe nach Sex mit „russischen Mädchen“ eine sexuell übertragbare Krankheit bekommen und versucht, diese bei seiner damaligen Frau Melinda heimlich mit Antibiotika zu behandeln.
Doch von der behaupteten Ansteckung und der Zwangsmedikamentierung erfahren die Leser des Spiegels nichts. Das Hamburger Magazin belässt es bei der Schilderung, für „Microsoft-Gründer Bill Gates habe er Sex mit ‚russischen Mädchen‘ organisiert, insinuiert Epstein in einer Notiz von 2013, von der nicht klar ist, ob er sie je an Gates geschickt hat.“
Der Wortlaut einer dieser Mails ist bizarr: „Du bittest mich inständig, die E-Mails bezüglich deiner Geschlechtskrankheit, deine Bitte, dir Antibiotika zu besorgen, die du heimlich Melinda geben kannst, und die Beschreibung deines Penis zu löschen.“
Mit „Melinda“ dürfte Bill Gates’ Ex-Frau gemeint sein, von der er sich 2021 scheiden ließ. Gates selbst äußert sich nicht weiter. Melinda Gates sprach dagegen in einem Interview mit dem US-Sender NPR von „sehr, sehr schmerzhaften Zeiten“ in ihrer Ehe. Heute sei sie erleichtert, Abstand genommen zu haben: „Ich bin sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie.
„Preparing for pandemics“
Auch die pandemiebezogene Kommunikation wirft Fragen auf. Bereits 2015 schrieb Gates Epstein eine E-Mail zur „Vorbereitung auf Pandemien“:
„Anbei ein Entwurf der Tagesordnung für das Treffen zur Vorbereitung auf Pandemien, wie gewünscht. Lass uns die nächsten Schritte besprechen – zum Beispiel, wie die WHO und das IKRK offiziell eingebunden werden können (etwa im Sinne eines Co-Brandings). Mit schönen Grüßen, und ich hoffe, dass wir das hinbekommen!“

Fünf Jahre vor Corona sprachen Gates und Epstein über Pandemie-Vorbereitungen.
Der Spiegel lässt die brisante Mail lieber unter den Tisch fallen.
Warum ist das so? Und warum die visuelle Zurückhaltung auf dem Spiegel-Cover? Klar ist: Journalistisch wird die vor allem optisch marginale Behandlung der Gates-Thematik der Realität nicht gerecht. Es ist aktuell nicht Trump, auf den die Epstein-Files negativ abfärben – es ist Bill Gates. Klar ist auch: Gates hat den Spiegel mit enormen Summen ausgestattet.
Öffentlich dokumentiert sind zwei größere Förderzusagen der Bill & Melinda Gates Foundation: 2018 wurden rund 2,54 Millionen US-Dollar bewilligt, 2021 folgte eine weitere Tranche über etwa 2,9 Millionen US-Dollar. Insgesamt ergibt das Fördermittel von rund 5,4 Millionen Dollar – rund 4,8 Millionen Euro.
Gegenüber NIUS betont das Magazin: „Der SPIEGEL hat über die Tätigkeiten der Gates-Stiftung stets kritisch und unabhängig berichtet. Dasselbe gilt für Bill und Melinda Gates sowie ihre persönlichen Investments. Die kritische, investigative Recherche und die journalistische Unabhängigkeit des SPIEGEL werden durch die vergangene Kooperation an keiner Stelle beeinträchtigt. Die redaktionelle Unabhängigkeit ist für den SPIEGEL zentral.“
Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Textes hieß es in der Überschrift aufgrund einer Verwechslung von Dollar und Euro „über 5 Millionen Euro“. Richtig ist: Es handelt sich um rund 5 Millionen Euro. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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