Neue brisante Details zum steuergeldfinanzierten Ökoterror-Netzwerk: Die Spur führt zu einer Kölner Zelle
- NIUS berichtete: das Çapulcu-Kollektiv mit dem Antifa-Guru Guido Arnold reist durch den deutschsprachigen Raum und ruft zu Anschlägen auf.
- „Vulkangruppen“ und anderen ökoterroristischen Gruppen dient es offenbar als Stichwortgeber; Çapulcu und seine Mitglieder stellen Ideologie und technisches Wissen zu Terrorismus bereit.
- Investigative NIUS-Recherchen ergeben nun, dass womöglich eine weitere Person der Gruppe zugerechnet werden kann. Es verdichten sich die Hinweise auf eine linksextreme Kölner Zelle. Scheinbar stellt das Kollektiv sogar spezielle Technologie zum Schutz der eigenen Infrastruktur bereit. Besonders brisant: der Kopf der Gruppe lehrt an einer staatlichen Kölner Hochschule.
- Die Antifa-Gruppe Çapulcu ist Teil eines Netzes, das Millionen Euro Steuergelder erhält. Trotz eines vordergründigen Anarchismus weist man eine explizite Staatsnähe auf.
Vor über einer Woche bekannte sich die „Vulkangruppe“ zu dem Anschlag auf das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde. Hunderttausend Berliner waren daraufhin ohne Strom und Heizung. Der linksextremen Gruppierung können seit 2011 über 13 Anschläge im Raum Berlin-Brandenburg zugeordnet werden. Doch noch immer tappen die Ermittler im Dunkeln darüber, welche Personen sich hinter der „Vulkangruppe“ verbergen. NIUS konnte aufdecken, dass ein linksextremes, anarchistisches „Kollektiv“ mit dem Namen Çapulcu ein Netzwerk und System betreibt, das eine Erklärung für viele Spezifitäten des „Vulkangruppen“- und Öko-Terrors bietet.

Ein Bauzaun steht an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Berlin-Lichterfelde – jüngstes Anschlagsziel der „Vulkangruppe“.
Schlüsselfigur und Aushängeschild von Çapulcu ist der Physiker Guido Arnold, Mitarbeiter des weit linken und steuergeldfinanzierten Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung. Öffentlich wird das Kollektiv fast ausschließlich durch Arnold vertreten – so auch in Basel, wo er bei einem seiner Vorträge kürzlich zu Anschlägen aufrief. NIUS gelang es, an dem linksextremen Treffen verdeckt teilzunehmen. „Vulkangruppen“ begründen ihre Anschläge mit einem sehr speziellen Gedankengebäude, das auch Çapulcu entwickelt hat. Çapulcu stellt methodische und technische Tipps für Terrorismus bereit, die sich dann im Handeln der „Vulkangruppen“ wiederfinden.
Nach exklusiven NIUS-Recherchen kann dem Kollektiv nun möglicherweise eine weitere Person zugerechnet werden: der Anwalt und linke Aktivist Detlef Hartmann. Auch er ist wie Arnold aus Köln und ein glühender Anarchist. Konkret bringt ihn das linksextreme kommunistische Bündnis „Ums Ganze“ – ein Zusammenschluss unterschiedlicher Gruppen sogenannter „Autonomer“ – mit Çapulcu in Verbindung. Auf ihrer Website erklären sie, „Detlef Hartmanns von der Gruppe Capulcu aus Köln“ habe sie „per E-Mail um die Veröffentlichung“ eines Textes gebeten. Diesen führt die Website anschließend auf.
Der 84-jährige Hartmann teilt explizit die technikzentrierte und technikfeindliche, anarchistische bis links-terroristische Weltsicht Çapulcus und Arnolds. Ihrer Auffassung nach wäre Technik nie „neutral“, sondern ein Machtinstrument, das an sich Kontrolle ausübe und das Individuum seiner Autonomie beraube. Das nennen sie „technologischen Angriff“. Schon im Jahr 1989 veröffentlichte Hartmann ein Werk mit dem Titel „Leben als Sabotage: zur Krise der technologischen Gewalt“; es nimmt die Gedanken Çapulcus und Arnolds scheinbar vorweg.

Detlef Hartmann ist eine linksradikale Kölner Szene-Größe.
In einem Podcast des WDR erklärt Hartmann 2017: „Sich-nicht-selbst-verwirklichen-können ist eine der schlimmsten Einschränkungen und terroristischen Einschränkungen, die es gibt. Und dagegen hilft natürlich nur Revolution, soziale Revolution, Leben als Sabotage.“ Auch Hartmann spricht von einem „technologischen Angriff“. Technik sei nach ihm ein „Strukturprinzip der gesamten Gesellschaft“ und „Mittel der Knechtung und Überausbeutung ... im Dienste des Kapitalismus“. Auch für Hartmanns Weltbild gilt – wie für das von Arnold und Çapulcu: denkt man es konsequent zu Ende, hilft nur Terror gegen die technologische Gefahr – eben „Leben als Sabotage“.
Arnold betreibt Geschäft für Telefon-Schutzhüllen
In Köln betreibt ein gewisser Dr. Guido Arnold zudem ein Geschäft zur „Entwicklung elektromagnetischer Abschirmungen zum Schutze der Privatsphäre“. Die Adresse führt zu einem linksradikalen Wohnprojekt. Und: einer Fahrradwerkstatt. Hinter einer solchen Fahrradwerkstatt fand auch der konspirative Vortrag Arnolds in Basel statt, bei dem er Einrichtungen von Elon Musk als „ausgezeichnete Angriffsziele“ und Treffen von rechten Influencern als „physische Orte“ beschrieb, an denen man „einen Angriff machen“ könne.

Im Hinterhof des „Neuen Kinos“ in Basel rief Guido Arnold zu linksextremen Anschlägen auf.
Das vermeintliche Geschäft Arnolds heißt „third-party-blocker“. Solche „Blocker“ sind sogenannte Schutzhüllen für Handys, die „gegen Ortung und Abhören der Geräte-Umgebung“ schützen, wie es auf der zugehörigen Website heißt. Eine „dreilagige Abschirmung“ blockiere die „elektromagnetische Signalübertragung“, sprich „alle Handy-Netze, wireless LAN, GPS, Bluetooth, RFID“.
Die Website enthält außerdem eine Anleitung zur Nutzung der Handy-Schutzhüllen, erklärt ihre Funktionsweise und erläutert den Zweck der Geräte. Als Kontaktadresse werden Guido Arnold sowie das linksextreme Hausprojekt angegeben.

Guido Arnold betreibt eine eigene Website für ein Geschäft für Telefon-Schutzhüllen.
Neben Broschüren zum Verwischen von DNA-Spuren und Spuren im Internet ist dies die dritte konkrete terrordienliche Anleitung, die Çapulcu beziehungsweise Arnold zur Verfügung stellen beziehungsweise die auf Veranstaltungen von Çapulcu zur Verfügung gestellt werden. Çapulcu und ihre Mitglieder bieten durch ihre theoretischen Schriften demnach nicht nur die ideologische Rechtfertigung für Ökoterrorismus, sondern sie stellen auch konkretes technisches und praktisches Wissen bis hin zu Hinweisen zu konkreter Infrastruktur bereit.

Im linksextremen Kölner Hausprojekt „Zweiradkollektiv“ betreibt Guido Arnold vermeintlich ein Geschäft für Telefon-Schutzhüllen.
Gibt es eine Verbindung zwischen Çapulcu und dem „Kommando Angry Birds“?
Das System Çapulcu beinhaltet fast alles, was man braucht, um Ökoterrorismus und Anschläge auf Datenleitungen oder Bahntrassen zu begehen. Lediglich konkrete Anweisungen dafür, wie man Kabelschächte zerstört und Stromkabel in Brand setzt, bietet Çapulcu nicht. Diese Rolle übernimmt mit dem Band „Kabel anzünden für Beginner“ jemand anderes: die linksextreme Gruppe „Kommando Angry Birds“.
Und auch hier lässt sich eine Nähe zu Çapulcu feststellen: Die terroristische Gruppe, die sich kürzlich zu einm Anschlag auf ein Umspannwerk bei Erkrath in Nordrhein-Westfalen bekannte, ist insbesondere im Raum Düsseldorf tätig – und damit in unmittelbarer räumlicher Nähe zu Çapulcu.

Das „Kommando Angry Birds“ bekennt sich am 7. Januar zu einem Anschlag auf ein Umspannwerk bei Erkrath (Düsseldorf).
Im Juli 2025 zeichnete sich die Gruppe etwa verantwortlich für einen Anschlag auf einen Kabelkanal einer Bahnstrecke nördlich des Düsseldorfer Flughafens. Hierbei habe man auch das eigens erstellte Handbuch „Kabel anzünden für Beginner“ verwendet. Im August 2024 bekannte man sich zu einem Anschlag auf Signalkabel der Bahn im Kreis Mettmann, ebenfalls bei Düsseldorf. Mitte 2023 erklärte man, man habe in den letzten vier Monaten fünf Brandanschläge „auf Signalkabel der Bahn im Großraum Düsseldorf“ verübt.

Zwischen Düsseldorf-Duisburg sind an der Nord-Süd-Strecke verbrannte Kabel zu sehen – das „Kommando Angry Birds“ bekannte sich zur Tat.
Und es gibt eine weitere Verbindung zu Çapulcu: Die Bekennerschreiben des „Kommando Angry Birds“ sind allesamt auf der Website „Switch Off“ veröffentlicht. Auch die Anleitung „Kabel anzünden für Beginner“ kann man hier herunterladen. Laut Welt fanden sich in Bekennerschreiben linksextremer Gruppen, die auf diese Website geladen wurden, teils ganze wortgleiche Passagen aus Texten von Guido Arnold wieder.
Guido Arnold unterrichtet an staatlicher Hochschule
Derweil lehrt an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) ein wissenschaftlicher Mitarbeiter namens Christian Heck zusammen mit Guido Arnold im aktuellen Wintersemester. Heck betreibt an der staatlichen Universtität das Forschungsprojekt zu „subversiver Widerstandspraxis, um politisch motivierte Texte so zu verfassen, dass sie von gängigen neuro-linguistischen Vorhersagemodellen fehlinterpretiert werden“. Hiernach nennt er auf der Instituts-Website „Regierungen und Geheimdienste“, die neben „privaten Unternehmen und Plattformen wie Twitter oder Facebook ein Interesse an der Überwachung und Analyse gesellschaftlicher Strukturen“ besitzen würden.
Die von Heck erwähnten Spracherkennungsmodelle waren auch ein großes Thema von Guido Arnolds Vortrag in Basel. Das Seminar, das sie momentan zusammen an der staatlichen Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) geben, heißt „Künstlichkeit und Intelligenz – Medien, Krieg und algorithmische Gewalt“. Es möchte Studenten explizit ermöglichen, das Erlente in eine „eigene künstlerisch-aktivistische Arbeit einzubinden“. Arnold unterrichtet damit an einer staatlichen Hochschule Studenten genau in dem Denken, mit dem er auch seine links-terroristischen Bestrebungen begründet. Antworten auf kurzfristige NIUS-Anfragen zur Zusammenarbeit mit Arnold stehen vom Kulturministerium NRW, der Hochschule und von Christian Heck aus.

In der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) gibt Guido Arnold aktuell ein Seminar zu „algorithmischer Gewalt“.
Dafür, dass Çapulcu seinen Sitz beziehungsweise Kern in Köln hat, spricht auch, dass das Kollektiv außer in Berlin in keiner anderen Stadt so viele Vorträge hielt. Zusammen mit Aachen, Bielefeld und Dortmund liegt die Hälfte der acht meistbesuchten Städte in Nordrhein-Westfalen. Ingesamt hielt man seit 2014 in 43 Orten über 120 Vorträge. Dass Çapulcu ausgerechent Berlin und Köln am häufigsten besuchte, ist vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass sich mit den Anschlägen der „Vulkangruppen“ und des „Kommando Angry Birds“ die zwei Ballungszentren ökoterroristischer Aktionen der letzten Jahre in Berlin-Brandenburg und im Raum Düsseldorf befinden.
Immer wieder führen die Wege von Çapulcu zum Staat
2024 hielt Detlef Hartmann zudem einen Vortrag im „Naturfreundehaus Köln Kalk“, das dem linken Verein Naturfreunde Deutschlands e.V. gehört. Dieser erhielt bereits über eine Million Euro Steuergeld vom Familienministerium. Immer wieder führen die Wege von Çapulcu zu Steuergeld und staatlichen Institutionen.
Das radikal linke Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, für das Arnold arbeitet, erhielt seit 2021 projektbezogen über 145.000 Euro Steuergeld vom Bildungs- und Familienministerium. Das Institut ist zudem an einem Projekt beteiligt, das zwischen 2020 und 2024 über 555.000 Euro Steuergeld im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ überwiesen bekam. Eine Anfrage von NIUS, wie das Institut zu den Aktivitäten und Vortragsinhalten von Guido Arnold stehe, ließ man unbeantwortet.
Detlef Hartmann, Çapulcu und Guido Arnold veröffentlichen ihre Werke, in denen sie ihre anarchistische und technikfeindliche Theorie darlegen und mitunter Terrorismus in den Raum stellen, beim linksextremen Unrast Verlag aus Münster. Dieser erhielt über den Deutschen Verlagspreis seit 2023 über 73.000 Euro Steuergeld.

Çapulcu und Arnold stehen im Zentrum eines Ökoterror-Netzes.
Detlef Hartmann veröffentlicht zudem mehrere Pamphlete und Bücher beim linksextremen Berliner und Hamburger Verlag Assoziation A. Sie tragen Titel wie „Cluster – Die neue Etappe des Kapitalismus“ oder „Krisen, Kämpfe Kriege“. Der Assoziation A-Verlag erhielt 2024 über 18.000 Euro im Rahmen des Deutschen Verlagspreises. Letztes Jahr traten Çapulcu beziehungsweise Arnold laut eigenen Angaben zudem im Berliner Mehringhof im Rahmen der „anarchistischen Buchtage“ auf. Vorstand des Vereins Merhinghof e.V. ist wiederum mit Kristine Listau die Chefin des linksradikalen Verbrecher Verlags. Der Verlag der ehemaligen Behördenmitarbeiterin (Frankfurt, Berlin) erhielt seit 2019 im Rahmen des Deutschen Verlagspreises über 101.000 Euro Steuergeld.
Von den 32 Verlagen, die im vergangenen Jahr an den „linken Buchtagen“ im Berliner Mehringhof (ebenfalls von Listau organisiert) teilnahmen, erhielten bereits 16 den Deutschen Verlagspreis. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Unrast, Assoziation A und der Verbrecher Verlag. Insgesamt erhielten die teilnehmenden Buchverlage seit 2019 über 810.500 Euro Steuergeld.
Guido Arnold plante in Basel Anschläge
Am Wochenende hatte Guido Arnold mit der örtlichen linksextremen Szene in Basel mögliche Anschläge diskutiert, unter anderem auf Einrichtungen von Elon Musk, dessen Kooperationspartner und rechte Influencer. NIUS gelang es, Tonaufnahmen des Treffens zu erlangen.
Guido Arnold spricht bei einem Treffen in Basel davon, Anschläge auf rechte Influencer zu begehen:
Guido Arnold spricht bei einem Treffen in Basel davon, Anschläge auf Einrichtungen von Elon Musk zu begehen:
Zwischen Çapulcu-Kollektiv und den „Vulkangruppen“ tun sich direkte Übereinstimmungen im Sinne von Tatvorbereitung und Tatmerkmalen auf. So tauchen spezifische Begriffe aus Çapulcu-Werken auch in Bekennerschreiben der „Vulkangruppen“ auf. Çapulcu bietet zudem methodische und technische Tipps zu Terrorismus. Ein Computer-Programm, das die Gruppe bewirbt, soll laut Welt auch die „Vulkangruppe“ zum Hochladen ihres Bekennerschreibens zum jüngsten Anschlag in Berlin genutzt haben. Während des Treffens in Basel lag zudem eine Broschüre mit Anweisungen zur Vernichtung von DNA-Spuren aus. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass gerade das völlige Fehlen von DNA-Spuren ein Kennzeichen der „Vulkangruppen“ sei.

Während des Basler Çapulcu-Vortrags liegen Broschüren zum Verwischen von Spuren im Internet und von DNA-Spuren sowie ein Heft über einen Anschlag auf einen Strommast aus.
Die Vortragsreisen und die spezifische Wissensvermittlung durch Çapulcu könnten eine Erklärung für das „Franchise“-System der „Vulkangruppe“ bieten. Diese soll laut Behörden aus unterschiedlichen Gruppen bestehen, die sich unter dem Label „Vulkangruppe“ zu Anschlägen bekennen. Die Vorträge von Çapulcu – seit 2014 über 120 – könnten dazu dienen, vermeintlich unabhängig voneinander agierende „autonome Gruppen“ mit dem notwendigen technischen Wissen auszustatten und zu einem einigermaßen kohärenten Handeln zu verleiten.
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