Drei Verletzte in Winterthur: Messerangreifer soll Islamist sein
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Am Bahnhof Winterthur (Schweiz) sind am Morgen zahlreiche Einsatzkräfte ausgerückt: Wie der Schweizer Blick berichtet, soll ein Mann dort drei Personen mit einem Messer teils schwer verletzt haben. Die Kantonspolizei Zürich bestätigte den Angriff gegenüber dem Blick. Der Täter konnte von Beamten am Bahnhof festgenommen werden. Bei den Verletzten soll es sich um Schweizer im Alter von 28, 43 und 52 Jahren handeln, so die Beamten. „Beim Täter handelt es sich um einen 31-jährigen Schweizer“, schreibt die Kantonspolizei Zürich in einer Pressemitteilung. Medienberichte deuten darauf hin, dass der Tatverdächtige ein Islamist sein soll.
Nach Darstellung des Blicks decken sich mehrere Zeugenaussagen in einem zentralen Punkt: Ein Mann soll mit einem Messer auf Menschen losgegangen sein. Ein Video zeigt, wie ein Mann aus der Bahnhofshalle rennt und dabei „Allahu Akbar“ ruft. Dabei rennt der Tatverdächtige an einer Gruppe von Kindern vorbei.
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Der Bahnhofbereich wurde großflächig abgeriegelt. Auch der Zugang zur Unterführung über den Lift war zeitweise nicht mehr möglich. Auf Fotos ist laut Blick zudem ein aufgestellter Sichtschutz zu erkennen.

Beamte sichern den Bahnhofsbereich.
Messermann soll Islamist sein
Der Schweizer Rundfunk SRF berichtet nun über mögliche frühere Verbindungen des Festgenommenen zur islamistischen Szene in Winterthur. Nach SRF-Recherchen soll der Name des 31-Jährigen bereits 2018 im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Jugendgruppe der später geschlossenen An'Nur-Moschee aufgetaucht sein.
Der Mann soll damals zum Umfeld einer Gruppe gehört haben, gegen deren Mitglieder später Anklagen erhoben wurden. Einige der Jugendlichen wurden später verurteilt. Laut SRF geht aus Akten hervor, dass der heutige Tatverdächtige mehrfach sogenannte Naschids erhalten haben soll. Solche religiösen Gesänge können in radikalem Kontext zur Verbreitung islamistischer und dschihadistischer Inhalte genutzt werden. Außerdem sollen ihm Videos des „Islamischen Staates“ zugeschickt worden sein. Der Absender wird von SRF als wichtiger Akteur der damaligen Winterthurer Dschihadisten-Szene beschrieben.
Auch zwei Brüder des Festgenommenen sollen nach SRF-Informationen in Ermittlungen wegen möglicher Radikalisierung aufgefallen sein. Die Familie des Mannes stammt laut den Recherchen aus der Türkei. Der Beschuldigte selbst ist nach Angaben der Kantonspolizei Schweizer Staatsbürger. In den vergangenen zwei bis drei Jahren soll er in der Türkei gelebt haben. Weshalb er in die Schweiz zurückkehrte, ist bislang offen.
Nach Darstellung von SRF soll der Mann auch nach den ersten Ermittlungen weiter im Blickfeld der Behörden geblieben sein. Eine mit dem Fall vertraute Person sagte dem Sender demnach, der 31-Jährige sei wiederholt aufgefallen, weil er andere vom Dschihad habe überzeugen wollen und entsprechende Propaganda verbreitet haben soll.
Auch der psychische Zustand des Festgenommenen soll Gegenstand früherer behördlicher Abklärungen gewesen sein. Laut SRF galt der Mann als „psychisch gestört“. Details zu einer möglichen Diagnose oder zum Schweregrad sind bislang nicht bekannt. Der Mann soll zeitweise in einer psychiatrischen Klinik untergebracht gewesen sein. Warum er entlassen wurde, ist offen.
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