„I can't breathe“: Bodycam-Video zeigt die grausamen letzten Minuten von Henry Nowak
Ein Beitrag von
Frisch veröffentlichte Bodycam-Aufnahmen im Fall Henry Nowak sorgen für Entsetzen. Das 18-jährige Opfer einer Messerattacke sagte mehrfach „I can't breathe“ und erklärte, er sei abgestochen worden. Die Beamten legten ihm dennoch Handschellen an und schleiften ihn über den Boden. Er starb. Dem Täter – inzwischen zu 21 Jahren Haft verurteilt – wurde von den Beamten Essen angeboten.
NIUS berichtete vor einigen Tagen über den Fall des britischen Studenten Henry Nowak, der nach einer Messerattacke von der Polizei mit Handschellen fixiert wurde und wenig später starb. Nun gibt es eine unfassbare Wendung: Die Polizei hat die Bodycam-Aufnahmen des Einsatzes veröffentlicht. Die Videos zeigen, was bisher nur als furchtbares Gerücht kursierte: Der schwer verletzte 18-Jährige sagte mehrfach „I can't breathe“ („Ich kann nicht atmen“) und „I've been stabbed“ („Ich wurde abgestochen“). Dennoch überprüften die Beamten seine Verletzungen nicht. Stattdessen legten sie ihm Handschellen an. Der Täter wurde dagegen nach Gerichtsangaben nicht gefesselt.
Die schwer auszuhaltenden Aufnahmen dokumentieren die letzten Minuten im Leben des Studenten. Als die Polizisten am Tatort eintreffen, sitzt Henry zusammengesunken an einer Mauer. Er verliert immer wieder das Bewusstsein und blutet. Ein Mann vor Ort weist die Beamten ausdrücklich darauf hin, dass Henry verletzt ist. Kurz darauf sagt der 18-Jährige selbst, dass er abgestochen worden sei.
Die unfassbare Reaktion eines Beamten: „I don't think you have, mate“ – auf Deutsch: „Das glaube ich nicht, mein Lieber“.
Anstatt den jungen Mann umgehend auf Stichverletzungen zu untersuchen, wenden sich die Beamten zunächst dem inzwischen verurteilten Angreifer zu und fragen ihn, ob ER verletzt sei. Unglaublich und kaum zu ertragen: Danach kehren sie zu Henry zurück, ignorieren seinen Zustand komplett, legen ihm die Hände auf den Rücken und fesseln ihn.
Nach Angaben von Henrys Vater sagte sein Sohn insgesamt neunmal, dass er keine Luft bekomme. Viermal erklärte er den Beamten, dass er abgestochen worden sei. Trotzdem wurde er wegen des Verdachts einer Körperverletzung festgenommen und über seine Rechte belehrt.
Wenig später brach der Student zusammen. Er starb an den Folgen der Messerattacke.
Täter wurde in eine Küche gebracht, durfte sich etwas zu essen nehmen
Der grausame Tod des jungen Mannes, der vom Sikh-Täter eiskalt niedergestochen wurde, und die unterschiedliche Behandlung von Opfer und Täter machen fassungslos. Während Henry schwer verletzt gefesselt wurde, soll der Täter nach Gerichtsangaben weder bei seiner Festnahme noch auf dem Weg zur Polizeiwache Handschellen getragen haben. Vor Gericht sagte er zudem aus, dass ihn Beamte sogar in eine Küche gebracht hätten, damit er sich etwas zu essen aussuchen könne.
Der Fall wird nun weit über den eigentlichen Mordprozess hinaus diskutiert. Nachdem der Täter in dieser Woche zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde, richtet sich der Blick – nicht nur in Großbritannien – zunehmend auf das Verhalten der Polizeibeamten.
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
US-Regierung verschärft Visa-Regeln für Journalisten
Ihre Frauenrechts-Organisation stand auf schwarzer Liste: Amnesty entschuldigt sich bei JK Rowling
Investigativbericht der „New York Times“: Wollte Israel seinen Todfeind Ahmadinedschad im Iran an die Macht bringen?
Dua Lipa unterstützt albanische Proteste gegen Trump-Luxus-Resort
Trumps Kriegswarnung an den Iran: „Keiner von euch wird übrig bleiben“
Steigender Öl-Preis nach neuen Angriffen: Der Iran-Krieg geht weiter
Trump-Vertrauter: Senator Lindsey Graham mit 71 Jahren gestorben
Trump erklärt Iran-Waffenruhe für beendet: „Das sind Lügner“
Mehr NIUS:
Dua Lipa unterstützt albanische Proteste gegen Trump-Luxus-Resort
Trumps Kriegswarnung an den Iran: „Keiner von euch wird übrig bleiben“
Steigender Öl-Preis nach neuen Angriffen: Der Iran-Krieg geht weiter
Trump-Vertrauter: Senator Lindsey Graham mit 71 Jahren gestorben
Trump erklärt Iran-Waffenruhe für beendet: „Das sind Lügner“
USA attackieren 80 Ziele im Iran
Sie will eine 13-Jährige retten, weil der Staat wegschaut: J.K. Rowlings unerschrockener Einsatz für Frauen
Einspruch abgelehnt: Tschechien darf Rechtsextremisten Marla Svenja Liebich ausliefern
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare