Gipfel in der Schweiz: Iran unterbricht Verhandlungen mit den USA
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Die Verhandlungen über eine Beilegung des Iran-Kriegs im schweizerischen Bürgenstock sind nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump ins Stocken geraten. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim legte die iranische Delegation Protest gegen Trumps jüngste Äußerungen ein. Der englischsprachige iranische Staatssender Press TV berichtete, Teheran prüfe nun eine angemessene Reaktion.
Nach Darstellung der iranischen Seite verstoßen Drohungen gegen das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten hätten sich darin verpflichtet, auf Angriffe und Drohungen zu verzichten. Die iranische Nachrichtenagentur Isna meldete, das Treffen zwischen Vertretern des Iran, der USA, Pakistans und Katars in Bürgenstock sei nach rund 80 Minuten für interne Beratungen unterbrochen worden. Eine offizielle Stellungnahme der iranischen Delegation lag zunächst nicht vor.
Die Bild berichtete unter Berufung auf iranische Staatsmedien, die Vertreter Teherans seien ins Hotel zurückgekehrt und hätten die Gespräche nicht wieder aufgenommen. Ein Vertreter des Regimes sagte nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars, die Gespräche befänden sich nun in einem Zustand der Ungewissheit.
„Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr“
Auslöser des Streits waren Äußerungen Trumps vom Sonntagnachmittag, die er über verschiedene Kanäle verbreitete. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er den Iran auf, seine „hoch bezahlten Stellvertreter“ im Libanon unverzüglich daran zu hindern, Unruhe zu stiften. „Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen“, erklärte Trump. Parallel dazu verschärfte der US-Präsident in einem Gespräch mit dem „Fox News“-Reporter Trey Yingst seine Rhetorik und übermittelte laut eigenen Angaben eine dringende telefonische Warnung wegen der Straße von Hormus an die iranischen Verhandlungsführer. Mit Blick auf eine mögliche Schließung der strategisch wichtigen Meerenge wurde Trump von dem Sender mit den Worten zitiert: „Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr“. Zudem soll er der bereits in der Schweiz anwesenden Delegation gedroht haben, sie werde in diesem Fall „nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können“. Trump kündigte für dieses Szenario sogar an, die USA würden die Meerenge andernfalls selbst einnehmen und Mautgebühren erheben.

Waffenruhe und Öl-Exporte
An den Gesprächen in der Schweiz nehmen neben Vertretern der USA und des Iran auch Delegationen aus Pakistan und Katar teil. Katar hatte den Beginn der ersten Gesprächsrunde am Sonntagnachmittag bestätigt. Ziel der Treffen ist eine umfassende und dauerhafte Einigung auf Grundlage des bereits vereinbarten Rahmenabkommens. Dabei soll es unter anderem um eine Waffenruhe im Libanon, ungestörte Ölexporte und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte gehen.
US-Vizepräsident JD Vance hatte sich vor Journalisten zunächst optimistisch gezeigt. „Allein in den vergangenen Stunden haben wir bereits große Fortschritte erzielt, und ich gehe davon aus, dass wir weitere Fortschritte machen werden“, sagte er. Neben Vance sind auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff in der Schweiz an den Gesprächen beteiligt.

Der pakistanische Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif (Mitte) zusammen mit dem US-Vizepräsidenten JD Vance (links) und dem Premierminister und Außenminister des Staates Katar, Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim bin Jaber Al Thani
Kämpfe im Libanon
Überschattet werden die Verhandlungen von anhaltenden Kämpfen im Libanon. Nach Angaben der libanesischen Staatsagentur NNA wurden bei Angriffen in der Bekaa-Ebene und in der Hafenstadt Tyrus sieben Menschen getötet, darunter ein Kind, eine Frau und zwei ältere Menschen. Ein israelischer Armeesprecher erklärte dagegen, in der Nacht habe es keine israelischen Angriffe gegeben.
Die Hisbollah hat am Freitag und Samstag insgesamt fünf israelische Soldaten im Südlibanon getötet. Die USA drängten Israel dazu, die Kämpfe dort trotz Provokationen der Hisbollah zu beenden, damit die Waffenruhe mit dem iranischen Regime halte.
Israel sieht sich weiter nicht an Einschränkungen seines militärischen Vorgehens im Südlibanon gebunden. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die Armee könne dort weiterhin „Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen ergreifen“. Der Schutz israelischer Soldaten und Bürger habe „oberste und uneingeschränkte Priorität“.
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