Ahmed al Ahmed, der Held des Jahres: Wer ein Leben rettet, der rettet die ganze Welt
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Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen „Helido“. Der Held in unserer Sprache steht für eine „Person, die außergewöhnliche körperliche oder geistige Leistungen erbringt und dabei oft eigene Nachteile in Kauf nimmt“, heißt es bei Wikipedia.
Der Mann, der einen Attentäter am berühmten Bondi Beach in Sydney ansprang und entwaffnete, ist der Held des Jahres. Ahmed al Ahmed rettete durch seinen Mut viele Menschenleben. Die islamistischen Attentäter töteten auf dem Lichterfest Chanukka mindestens elf Menschen und verletzten viele andere.
Als die Besucher der Veranstaltung „Chabukah by the Sea“ in Panik gerieten und zu fliehen versuchten, behielt ein Passant die Nerven. Auf dem Video sehen wir, wie er sich erst zwischen Autos versteckte und dann blitzartig einen der Attentäter von hinten ansprang und ihm das Gewehr entriss. Der Held von Bondi Beach nutzte den Augenblick, als der Terrorist weitere Opfer anvisierte: Er griff den Killer von hinten an, umklammerte ihn, kämpfte mit ihm. Dabei konnte er ihm die Pumpgun entreißen und richtete sie auf den Attentäter, der gestürzt war. Dann sieht man auf dem Video, wie der Attentäter davonkriecht.
Den „Gerechten unter den Völkern“ wurde in Jerusalem ein Bäumchen gepflanzt
Eine jüdische Weisheit aus dem Talmud sagt: „Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt.“ Dieser tiefe und weise Satz hat oft Anwendung gefunden, wenn mutige Menschen in der Zeit des Holocaust Juden in ihrem Haus versteckten – unter Lebensgefahr. Es gab viele dieser Helden des Alltags, die meisten blieben unbekannt. Einige wurden später in der israelischen Gedenkstätte „Yad Vashem“ zu den „Gerechten unter den Völkern“ ernannt. Für jeden von ihnen wurde ein Bäumchen gepflanzt, man kann sie noch heute in Jerusalem besichtigen.
Der Australier hat zahllose Menschenleben gerettet, indem er den Killer niederrang. Er tat es, davon kann man ausgehen, weil er weitere Morde verhindern wollte. Er tat es, obwohl er wusste, dass er sein eigenes Leben riskierte. Er riskierte es für andere, die er gar nicht kannte.
Steckte in diesem Mann immer schon die Kraft, eines Tages Außergewöhnliches zu leisten? Ist dieser Mut, anders zu handeln als fast alle anderen, angeboren oder entwickelt sich der Mensch zum Helden, wenn der Augenblick dafür gekommen ist?
Wir wissen es nicht. Im Talmud wird angedeutet, dass es der Ewige ist, der den Retter zur richtigen Zeit zum richtigen Ort geschickt hat, damit er seine Mission erfüllen kann.
Man muss nicht gläubig sein, um diesem Gedanken zuzustimmen. Der Held von Bondi Beach war auf jeden Fall zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auch er ist ein „Gerechter unter den Völkern“.
Vor diesem Mann dürfen wir uns verneigen.
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Louis Hagen
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