Als Frau bist du in Deutschland nur sicher, wenn du dir ein Taxi nach Hause leisten kannst
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Was vor noch nicht allzu langer Zeit völlig normal war für mich, nämlich abends unbekümmert auszugehen und mit der U-Bahn nach Hause zu fahren, ist heute nicht mehr normal für mich. Wenn sich eine Frau in Deutschland vor Gewalt schützen will, reicht es nicht aus, Selbstverteidigungstechniken zu erlernen, Pfefferspray zu kaufen, sich einen Hund anzuschaffen, schnell (weg)laufen zu können oder besonders vorsichtig zu sein ...
In Deutschland ist die persönliche Sicherheit von Frauen inzwischen zu einem Gut geworden, das traurigerweise zunehmend vom Einkommen abhängt.
Denn mit Geld kann man:
- Ein gesichertes Eigenheim bauen.
- In sichereren und ruhigeren Stadtvierteln wohnen.
- Persönliche Sicherheitsdienste engagieren.
- Ein eigenes Auto kaufen oder einen persönlichen Fahrer engagieren.
- Das Auto in einer Tiefgarage parken, um Diebstahl und Überfälle zu vermeiden.
- Einfach ein Taxi rufen und nicht von der U-Bahn abhängig sein.
Studie belegt: Frauen fühlen sich immer unsicherer im öffentlichen Raum
Eine aktuelle Studie zu „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“, vorgestellt von Bundesinnenministerin Nancy Faeser und dem Chef des Bundeskriminalamts Holger Münch, zeigt: Frauen müssen „im öffentlichen Raum deutlich stärker Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit hinnehmen als Männer“. Nachts meiden 58 Prozent der Frauen bestimmte Plätze und Parks, während es bei den Männern nur 29 Prozent sind. Der gesamte öffentliche Verkehr wird von 52 Prozent der Frauen nachts gemieden (Männer: 27 Prozent), und 41 Prozent der Frauen versuchen, nachts gar nicht das Haus zu verlassen (Männer: 18 Prozent).

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA)
Diese Studie verdeutlicht: Frauen, die kein stabiles oder hohes Einkommen haben, können nur bedingt für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder sorgen. Taxis werden immer teurer – mit einem durchschnittlichen Gehalt ist ein Taxi für die meisten Frauen Luxus. Nicht jede hat das Geld für ein eigenes Auto.
Die Konsequenz: Viele Frauen haben keine Wahl. Sie müssen sich entweder den zunehmenden Gefahren aussetzen, oder zu Hause bleiben. Selbst in Taxis sind sie nicht immer sicher; ich persönlich kenne Frauen, die Taxikennzeichen und Routen an Freunde senden und darum bitten, am Hauseingang empfangen zu werden.

Taxis werden immer teurer.
Die Politik müsste handeln
Sind Frauen denn wirklich so gefährdet? Bestimmte Männer halten es heute offenbar für normal, Frauen auf penetrante Weise zu bedrängen – ob man das je ändern kann? Die Politik hätte eine wichtige Aufgabe dabei. Ich finde, sie erfüllt sie bisher nicht. Angesichts steigender Messerangriffe und einer Gewaltexplosion unter jungen Ausländern in Deutschland müsste dringend gehandelt werden. Laut der erwähnten Studie gibt es bei Sexualdelikten eine große Dunkelziffer; viele Opfer entscheiden sich gegen eine Anzeige. Von Innenministerin Nancy Faeser vorgeschlagene Lösungsansätze, wie etwa das Speichern von IP-Adressen, reichen nicht aus.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser wäre eigentlich für die innere Sicherheit zuständig.
In einer Zeit, in der die elementare Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist und finanzielle Sorgen das Leben vieler Frauen bestimmen, stelle ich mir die Frage: Muss man sich heute Sicherheit erkaufen? Wenn ja – was bedeutet das für die Frauen, die sich diese Sicherheit nicht leisten können?
Geld darf nicht über Sicherheit entscheiden.
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Tanya Bekker
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