Boykott gegen Möbelhaus, Pastetchen aus Frankreich, E-Autos statt teurem Benzin: Wie abgehoben ist die SPD?
Ein Beitrag von
Louis HagenDrei SPD-Politiker machten in diesen Tagen von sich reden – und man muss sagen: alles andere als positiv.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) antwortete im Bundestag auf die Frage aus der AfD-Fraktion, ob man nicht die Spritpreise senken könnte: „Am besten, Sie fahren ein batterieelektrisch betriebenes Auto, dann sind Sie nicht abhängig vom Benzinpreis.“
Der Berliner SPD-Politiker Kevin Hönicke verbreitete in den sozialen Medien Hass-Botschaften gegen den Möbel-Milliardär Kurt Krieger (Möbel Höffner) und rief unverhohlen zum Kaufboykott auf. Er schrieb: „Ich rufe alle Demokratinnen und Demokraten auf: Prüft selbst, wo ihr euer Geld lasst.“ Der Grund: Kurt Krieger hatte 18.000 Euro an die AfD gespendet.
„Eine schöne Entenpastete ist etwas Herrliches“
SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch aus Baden-Württemberg beauftragte seinen Fahrer unmittelbar nach dem Besuch einer Tafel für Bedürftige, Entenpasteten aus Frankreich zu besorgen. Er sagte in einem TV-Porträt des SWR: „Eine schöne Entenpastete ist etwas Herrliches.“ Die bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu diesem Preis.

Sozialdemokrat Andreas Stoch posierte erst mit Bedürftigen, dann schickte er seinen Fahrer über die Grenze nach Frankreich, um Entenleberpastete für ihn einzukaufen.
Was haben diese drei Geschichten gemeinsam? Es sind Momentaufnahmen der Sozialdemokratie von heute. In allen drei Geschichten richten sich die Akteure gegen die, die einst die Stammwähler der SPD waren – die einfachen Leute. Die SPD ist die älteste noch bestehende deutsche Partei. Ihre Vorläufer waren der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein und die 1869 gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Ihren heutigen Namen gab sie sich 1890.
Heute nehmen die Wähler die SPD als Partei ohne Vision wahr, ohne echtes Programm. Die traditionelle Bindung zu Arbeitern ist brüchig Viele fühlen sich von der Partei nicht mehr vertreten. Wie sollten sie auch, wenn man sich die drei aktuellen Fälle anschaut, in denen die Sozialdemokraten von sich reden machen.
Der eine SPD-Politiker – immerhin Bundesminister – ruft die Menschen auf, auf E-Autos umzusteigen, obwohl die Anschaffung noch immer teuer ist. Und wie zynisch: Wer jetzt kein E-Auto hat, könnte nicht so schnell umsteigen auf „batteriebetriebene elektrische Autos“, selbst, wenn er es wollte.

Sozialdemokrat Kevin Hönicke machte Stimmung gegen ein Geschäft, in dem Bürger besonders günstig Möbel kaufen können.
Der andere SPD-Politiker ruft Berliner Bürger auf, genau da nicht einzukaufen, wo die Möbel besonders günstig sind. Wo jene einkaufen, die eigentlich die Stammwähler der SPD sind.
Der dritte SPD-Politiker besucht eine Tafel für Bedürftige und schickt gleichzeitig seinen Fahrer los, um Entenpastete aus Frankreich zu besorgen. Er hat keine Skrupel, das vor TV-Kameras auch noch zuzugeben.
Drei Beispiele von Hochmut und Heuchelei, wie man sie sich eigentlich nicht mal ausdenken kann. Aber es ist passiert, mitten unter uns.
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