Cannabis-Legalisierung: Wieso die Kiffer dann doch lieber zum Dealer gehen werden
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Das Bundeskabinett hat den Entwurf für die Legalisierung von Cannabis beschlossen. Endlich! Das Konzept scheint aber nicht zu Ende gedacht: Der Schwarzmarkt wird bleiben.
Die Argumente für die Legalisierung wurden uns wieder und wieder genannt: Steuereinnahmen, sauberes Produkt, Eindämmung des Schwarzmarktes und viele mehr. Doch das Vorhaben scheint halbgar und nicht bis zu Ende gedacht. Wer glaubt, dass mit der geplanten, extrem regulierten Abgabe von Cannabis der Schwarzmarkt abstirbt, der irrt sich gewaltig.
Geplant ist eine Abgabe ab 18 Jahren, in sogenannten Cannabisclubs. Die Abgabemenge ist beschränkt auf maximal 25 Gramm an einem Tag und maximal 50 Gramm im Monat. Bei unter 21-Jährigen liegt die Abgabemenge bei maximal 30 Gramm im Monat, der THC-Gehalt (das ist der psychoaktive Wirkstoff) darf zehn Prozent nicht übersteigen.
Konsumenten, die mehr als die erlaubten 50 Gramm rauchen, werden sich sicherlich auch weiterhin an den Dealer von nebenan wenden, um ihren Bedarf decken zu können. Außerdem kann der Dealer durch die steuerfreie Ware bessere Preise anbieten. Und eine maximale Abgabemenge kennt er sowieso nicht.
Lesen Sie hier: Pro und Contra zur Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Völlig daneben oder gut so?

Alltag in Thailand: In einem Café ist es möglich, zusätzlich zum Espresso, noch ein paar Cannabisblüten zu erwerben.
Die geplanten Cannabisclubs sollen maximal 500 Mitglieder aufnehmen können. Das lässt vermuten, dass nicht jeder Konsument in jeden Club reinkommt. Auch wird es, das liegt in der Natur der Sache, gewaltige Qualitätsunterschiede zwischen den Clubs geben. Wer nicht genau in den Club reinkommt, der auch den Lieblingsstoff aus guter Zucht anbietet, wendet sich an den Dealer und kauft dort ein.
Ohne eine freie Abgabe in Läden, wie etwa in Kanada oder Kalifornien, wird man den Schwarzmarkt nicht eindämmen können. Ein Markt entsteht dort, wo die Nachfrage vom Angebot gedeckt wird. Und wenn in Deutschland Gras zwar legal wird und man unbeschwert kiffen darf, ist das schön – nutzt aber nichts, solange das wirklich gute Gras nur schwer zu besorgen bleibt. Und wenn der legale Konsum, ganz unabhängig von der Potenz, dann auch noch teuer ist, kommt der Dealer spätestens dann wieder ins Spiel, wenn er hochpotentes Gras zu einem besseren Preis anbietet. Teilweise liefern diese Dealer ja sogar frei Haus und können exotische Sorten aus sonnigen Anbaugebieten, zum Beispiel aus Spanien, anbieten.
Dealer werden sich über die Legalisierung nicht aufregen. Die stiehlt ihnen nicht die Kunden. Sie werden sich allenfalls freuen, jetzt noch größere Mengen mit sich führen zu dürfen, das fördert die Absatzmöglichkeiten.
Hinzu kommt, dass es nur möglich sein wird, Cannabisblüten zu kaufen. Das bedeutet: Fertige „Edibles“ also Haschkekse oder psychoaktive Gummibärchen wird es auch zukünftig nur auf dem Schwarzmarkt geben.
Lesen Sie hier: Cannabis-Legalisierung in Deutschland kommt: Was heißt das jetzt genau?

THC-Gummibärchen wären in Deutschland weiterhin nur über den Schwarzmarkt zugänglich.
Wer den Schwarzmarkt wirklich eindämmen möchte, muss den Zugang zu Gras für Volljährige auf ein Level mit Alkohol bringen. Alkohol ist frei verkäuflich und wird in allen Formen und Farben in Supermärkten, an Tankstellen, in Bars und in Clubs oder Konzerthallen angeboten, daher gibt es auch keinen Grund mehr für Schwarzbrennereien und illegalen Handel, wie in Zeiten der Prohibition.
Selbst eine Legalisierung ist in Deutschland mit Bevormundung und Verboten verbunden – typisch.
Lesen Sie hier: „Kompletter Kontrollverlust“ – Kritik an Cannabis-Legalisierung
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