Der deutsche Reisepass: Er ist so wertvoll, dass ihn jeder haben will
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Plötzlich zeigt sich, was dieses rote 125 mal 91 Millimeter große Dokument mit 32 oder 48 Seiten wert ist: Alle wollen plötzlich den deutschen Reisepass – und viele kriegen ihn auch. Denn die Bundesregierung hat entschieden: Künftig können Ausländer schon nach fünf Jahren deutsche Staatsbürger werden, nicht wie bisher erst nach acht Jahren.
Hast du einen deutschen Reisepass im Gepäck, musst du dir in den meisten Fällen kaum Sorgen bei der Einreise in ein EU-Land machen, wie die aktuelle Auflage des Henley Passport Index der britischen Beratungsfirma Henley & Partners zeigt. Das Passdokument der Bundesrepublik Deutschland garantiert weltweit sogar am meisten Reisefreiheit. Gemeinsam mit Frankreich, Italien, Japan, Singapur und Spanien belegt er den ersten Platz des Index. Die Staatsbürger dieser Nationen können in 194 Länder einreisen, ohne vorher ein Visum beantragen zu müssen. Damit verbessert sich Deutschland wieder im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze. 2023 galt noch das japanische Dokument mit 193 Visa-freien Zielen als mächtigster Reisepass.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben den erleichterten Einbürgerungsprozess im Januar 2024 mit 382 Stimmen gegen 234 Stimmen und 23 Enthaltungen beschlossen.
Die Mitgliedstaaten der EU garantieren ein sorgenfreies Entdecken der Welt. Insgesamt befinden sich 23 Länder des Staatenverbundes unter den ersten zehn Plätzen. Neben Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sind zudem Finnland, Schweden, Österreich, Dänemark, Irland, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Portugal, Griechenland sowie Malta in den Top-Five der mächtigsten Reisepässe 2024 zu finden.
Die Menschen auf der Nordhalbkugel des Globus können viele Länder problemlos bereisen – die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent oder die aus Kriegs- und Krisenregionen nicht. Auch viele asiatische Länder schneiden in dem Index nicht gut ab. Inhaber eines afghanischen Reisepasses können in gerade einmal 28 Länder ohne Einschränkungen reisen.
Ganz neu in Deutschland: Lieferengpass für Pässe
Inzwischen ist die Zahl der Anträge auf den deutschen Pass explodiert. In Hessen stellten innerhalb der vergangenen vier Wochen 3300 Personen einen Antrag auf Einbürgerung. Im Juli waren es noch 2600. Das entspricht einem Plus von 27 Prozent. In Hamburg stieg die Zahl der Anträge im gleichen Zeitraum von 1153 auf 2031, was einer Steigerung von 76 Prozent entspricht. In Bremen kletterte die Zahl der Anträge auf 3450, was einer Zunahme von 41 Prozent entspricht, wie „Bild“ zuerst berichtete.

Die deutsche Kultur scheint vielen Einwanderern nicht so wichtig, den deutschen Pass wollen aber fast alle haben.
In den Pass- und Ausweisstellen der Städte rumort es, berichtet Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Derzeit könne es „bis zu acht Wochen“ dauern, bis die Reisepässe geliefert werden – normalerweise sind es nur ein bis zwei Wochen. Grund dafür seien Lieferschwierigkeiten bei der Bundesdruckerei.
Jetzt zeigt sich, welche Wirkung des neuen Gesetzes zur „Modernisierung des Staatsangehörigkeitsgesetz“ entfaltet. Es ist am 27. Juni in Kraft getreten. Hauptinhalt: Menschen, die in „Deutschland arbeiten und gut integriert sind“, können schon nach fünf Jahren deutsche Staatsangehörige werden. In Deutschland können Personen die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, wenn Sie nach dem neuen Einbürgerungsgesetz eingebürgert werden.
„Nie konnte man schneller Deutscher werden“, kommentiert die Neue Zürcher Zeitung. „Gleichzeitig geht die unkontrollierte Zuwanderung weiter. Die Regierungskoalition setzt die falschen Prioritäten.“
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Louis Hagen
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