Der gefährliche Milliardär ist nicht der Unternehmer, sondern der Politiker, der unser aller Geld verteilt
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„Wir können uns keine Milliardäre mehr leisten“, das ist seit Ewigkeiten die Behauptung der Linkspartei. Milliardäre dürfe es einfach nicht geben, verbreitete Jan van Aken erst vor drei Wochen auf Instagram. Im letzten Jahr fragte die ARD-Sendung Hart aber fair: „Können wir uns die Reichen noch leisten?“
Bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe wäre so eine Frage denkbar. Geht es aber um Reiche, gehört eine auf Existenzvernichtung ausgerichtete Rhetorik bei den moralisch Erleuchteten dieses Landes zum guten Ton. „Niemand muss Milliardär sein“, propagieren Blitzbirnen wie Heidi Reichinnek und glauben, sie hätten etwas Kluges und Fortschrittliches formuliert. Juso-Chef Philipp Türmer hält reiche Erben bekanntlich für „Schmarotzer“ und sich selbst sicherlich für einen modernen Politiker, der neue Wege der Menschenliebe findet und geht.

Geht es Jan van Aken wirklich um die Milliardäre und Umverteilung? Oder doch um Kontrolle des Staates?
Dabei sind Neid und Enteignungsfantasien gegen Reiche wahrlich keine neue Erscheinung der politischen Linken, das sollte spätestens seit dem sozialistischen Vernichtungsfeldzug gegen die Kulaken in der Sowjetunion jedem bekannt sein.
Umverteilung geht auch ganz ohne Milliardäre
Neid mag eine große Rolle bei derartigen Aussagen spielen, wird jedoch nicht in den Vordergrund der Argumentation gerückt. Zwar wird der niedere Instinkt gerne bespielt, doch angeblich geht es natürlich darum, das Leben aller „Nicht-Reichen“ zu verbessern, mehr Geld in der Staatskasse zu haben und die „Ausbeutung“ der Arbeiter durch Unternehmer zu beenden.
Im Kern geht es selbst um diese Argumente nicht wirklich. Warum sollten Linke, die Staatsschulden und unbegrenzte Geldmengenausweitung für völlig unproblematisch halten, auf das Geld weniger Milliardäre angewiesen sein, um die Staatskassen zu füllen? Nein, Umverteilung, das ginge in einem Staat mit Heidi Reichinnek und Philipp Türmer im Bundeskabinett ganz ohne Milliardärsenteignung.

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Folklore zur Bespielung der eigenen Soziologie-Erstsemester-Fangruppen
Auch die Ausbeutungsthese ist in diesem Kontext mehr Folklore zur Bespielung der eigenen Soziologie-Erstsemester-Fangruppen als ernsthafter Antrieb der linken Realpolitik. Sicherlich, dass Unternehmer ihre Angestellten „ausbeuten“, den von ihnen geschaffenen Mehrwert gierig abgreifen und sie unfair bezahlen, das glauben linke Spitzenpolitiker auch. Nur müssten sie dann gegen alle Unternehmer vorgehen, nicht nur gegen die erfolgreichsten. Das mag das Endziel sein, nicht aber das Motiv in der Opposition oder frühen Regierungsphase. Da ist beispielsweise die Einführung einer Vermögensteuer realistischer.
Ich halte neben dem Neid, den niemand jemals zugeben wird, neidisch sind schließlich immer für andere Menschen, etwas anderes für den Kern der Agitation gegen Milliardäre. Nämlich, dass diese in den Augen von Sozialisten zu „mächtig“ sind. Zu viel entscheiden können, zu unabhängig sind, einfach so soziale Medien kaufen und dort Menschen frei ihre Meinung äußern lassen können. Der Allmachtsstaat mag keine unabhängigen, keine unkontrollierbaren Bürger.

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Fremdes Geld gibt sich am einfachsten aus
Doch wer als gewöhnlicher, nicht an der Macht sitzender Linker Angst vor solchen freien Radikalen hat, muss erst recht Angst vor politischen Milliardären haben. Die können wir uns nämlich wirklich nicht mehr leisten.
1980 beschrieb der Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman in seinem Buch „Free to Choose: A Personal Statement“ vier grundsätzliche Wege, Geld auszugeben:
- Eigenes Geld für sich selbst auszugeben.
- Eigenes Geld für andere auszugeben.
- Fremdes Geld für sich selbst auszugeben.
- Fremdes Geld für andere auszugeben.
Der effizienteste Weg ist der erste Weg. Mit eigenem Geld achtet man auf den Preis, da er aus eigener Tasche bezahlt wird und genauso auf die Qualität. Die ineffizienteste Art ist es, fremdes Geld für andere Menschen auszugeben. Weder muss sonderlich auf den Preis, noch auf die Qualität geachtet werden. Es existiert so gut wie kein Verantwortungsgefühl mehr.
Fremdes Geld für fremde Menschen – ohne Verantwortungsbewusstsein
Blöderweise funktioniert unser Staat nach dem vierten Weg. Politiker geben fremdes Geld für fremde Menschen aus. Das Ergebnis dürfte jedem, der wenigstens mit einem offenen Auge durch Deutschland läuft, hinlänglich bekannt sein. Was ist nun mit „politischen Milliardären“, die wir uns nicht mehr leisten können, gemeint?
Für das Jahr 2025 sieht die Bundesregierung etwas über 500 Milliarden Euro für den Bundeshaushalt vor. Über diese Gelder entscheidet offiziell der gesamte Bundestag mit seinen 630 Mitgliedern. Realistisch betrachtet allerdings lediglich die Regierungsmehrheit von 328 Abgeordneten. Wobei nicht mal das die ganze Wahrheit ist. Bei 99 Prozent der Entscheidungen im Bundestag entscheidet empirisch das Bundeskabinett mit den jeweiligen Fraktionsvorständen; der Rest der Fraktionsmitglieder stimmt danach halt brav zu. Wir reden also von einem Bundeskanzler, 17 Bundesministern und bei Union und SPD zusammen 37 Mitgliedern der Vorstände. Macht insgesamt eine kleine Gruppe von 55 Menschen, die über 500 Milliarden Euro Steuergeld bestimmen.
Da sind sie, die politischen Milliardäre. Jede dieser Personen bestimmt im Schnitt über mehr als neun Milliarden Euro. Im Gegensatz zu normalen Milliardären nicht über das eigens erarbeitete oder ererbte Geld im Unternehmen, mit eigener Verantwortung für die Mitarbeiter und die langfristige Unternehmensentwicklung, sondern über fremdes Geld für fremde Menschen. Schlimmere Milliardäre kann es unter Friedman-Perspektive kaum geben.
Niemand darf so viel Geld haben, aber die Mächtigen sollen darüber entscheiden dürfen
Linke denken, dass kein einzelner Mensch über Milliarden verfügen darf, wollen aber ausgerechnet Politikern, die ihre Ansichten nicht am Markt, sondern mit staatlicher Gewalt durchsetzen, noch mehr Milliarden zur freien Verfügung stellen. Die Milliardäre hingegen, die täglich Verbraucher auf freiwilliger Basis von ihren Produkten und Dienstleistungen überzeugen müssen, werden als Problem angesehen. Die politischen Milliardäre, die alle vier Jahre mal lügen müssen, um an die Macht zu gelangen, werden als Lösung betrachtet. Eine mangelhafte Analysefähigkeit trifft auf eine Anreizstruktur aus der Hölle.

Über die Existenzberechtigung von Milliardären wie Elon Musk oder Jeff Bezos wird in Deutschland endlos gestritten. Doch der gefährliche Milliardär ist nicht der Unternehmer, der sein eigenes Geld bewegt – sondern der Politiker, der unser aller Geld verteilt. Von diesen Milliardären können wir uns wirklich keinen einzigen mehr leisten.
Oder anders: Deutschland braucht mehr Reinhold Würths und weniger Lars Klingbeils.
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Ben Brechtken
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