Der Kampf um die Narrative: Nur weil etwas links ist, muss es nicht gut sein
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Bei den „Anti-Rechts-Demonstrationen“ laufen selbst ernannte Demokraten Schulter an Schulter mit linken Organisationen. Hierbei scheinen die bürgerlichen Demonstranten zu vergessen, dass „Links“ nicht gleich humanistisch oder „gut“ ist.
Diese Fehlannahme kommt nicht von ungefähr. Schon lange versuchen Meinungsmacher das Image der linken Bewegung aufzubessern.
„Große linke Denker“ wie Ralf Stegner (SPD) oder Tilo Jung (Jung & Naiv) scheinen einfachste historische Gegebenheiten zu vertauschen. Unwissen oder böse Absicht, weil historische Fakten dem linken Narrativ schaden? Man weiß es nicht.
SPD-Bundestagsabgeordneter Ralf Stegner schrieb auf X, dass die größte (politische) Gefahr stets von rechts käme. Der Publizist Dr. Hugo Müller-Vogg konterte mit der Frage, ob Stegner auch die Weimarer KPD, die Terrororganisation RAF, die SED und die Schlägertrupps der Antifa als rechts bezeichnen würde. Die überraschende Antwort von Stegner: „Die wirkliche politische Gefahr kam in Deutschland immer von rechts: Auch die Kommunisten wurden von den Nazischergen in KZs umgebracht. In der RAF waren kriminelle Terroristen, die Menschen ermordet haben, das ist nicht links, auch wenn einige solche Wurzeln hatten.“
Jedem Geschichts-Leistungskurs-Abiturienten müsste auffallen, dass diese Verdrehung der Realität einem bewussten Geschichtsrevisionismus gleichkommt.

Stegner malt sich die Welt, wie sie ihm gefällt
Das Argument, dass die KPD-Kommunisten von ihrer historischen Schuld befreit sind, weil sie von den Nazis ermordet wurden, gleicht der absurden Argumentation, dass die Nazis von ihrer Schuld befreit wären, weil sie im GULAG-System der Sowjets gelandet sind. Kein Historiker würde dieser Logik zustimmen.
Stegner lässt offenbar bewusst die marxistisch-leninistisch geprägte SED aus, denn da fehlt „selbst ihm“ ein „gutes“ Gegenargument - ähnlich sieht es bei der Antifa aus. Die bezeichnet sich, genau wie die SED, als links. Dass auch der Verfassungsschutz die Antifa als links-(extrem) einstuft, scheint Stegner egal zu sein.
Doch dann kommt der Hammer: Stegner leugnet, dass die RAF links war. Seiner Meinung nach waren es „kriminelle Terroristen“ mit weniger linken Wurzeln. Laut Stegner kann der Mord an Menschen nicht links sein. Der Genosse hätte vielleicht mehr Mao oder Trotzki lesen müssen.
„Die Diktatur des Proletariats behauptet sich durch Rückgriff auf jede Form der Gewalt“, schrieb Trotzki einst. Mao ergänzte später: „Politische Macht wächst aus dem Lauf der Waffe“ – um zwei literarische Beweise zu liefern. Ansonsten reicht es sich die Geschichte jedes linken Staatsprojekts anzuschauen und man entdeckt Mord. In den meisten Fällen sogar Massenmord, Klassi- und Genozid. Die Sowjets machten daraus keinen Hehl und nannten ihre anfänglichen Säuberungen „Roten Terror“. Das Rot steht selbstverständlich für den Kommunismus, eine linke Ideologie.

Doch der Sozialdemokrat ist nicht der einzige Geschichtsrevisionist im linken Dunstkreis. Der Journalist Tilo Jung, bekannt aus seinem Format jung & naiv, bezeichnete die sozialistischen Massenmörder Stalin, Mao und Che Guevara als Rechte: „...rechter gehts nicht“, schrieb der junge und naive Medienmacher auf X.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
In Deutschland ist es gang und gäbe anzunehmen, dass Homophobie, Antisemitismus und Rassismus ausschließlich Aspekte rechter Weltanschauung sind. Dabei hat Stalin Homosexualität re-kriminalisiert, die RAF selektierte bei ihren Entführungen die jüdischen Passagiere und der Sowjetapparat beging Völkermorde an Tschetschenen, Ukrainer, Tataren, Inguschen und vielen weiteren ethnischen Minderheiten.

„Tod der Bourgeoisie und ihren Anhängseln. Es lebe der Rote Terror“ Kommunisten in St.Petersburg bei einer Trauerfeier im Jahre 1918
Die Millionen Toten Stalins, Maos, Pol Pots, Ho Chi Minhs, Lenins, Trotzkis, Titos, Castros oder der Kim-Dynastie sind anscheinend keine Opfer linker Ideologie. Das impliziert Stegner, ohne auf einer Basis der linken Theorie erklären zu können, wieso das so ist.
Absurder wäre nur noch die Behauptung eines deutschen Ultrarechten, die sechs Millionen ermordeten Juden seien nicht unter den Opfern rechter Gewalt zu verzeichnen, weil Rechte nicht morden. Er bräuchte keine theoretische Begründung dafür, denn Stegner liefert ja ebenfalls keine ...
Während rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland unter Strafe steht, dürfen Linke Genozide und Terror relativieren und sogar leugnen.
Es ist eine Frage der Deutungshoheit
Linke versuchen alle linken mörderischen und zum Teil genozidalen Projekte als „nicht-links“ darzustellen. „Das war kein echter Sozialismus“, ist längst zum Feigenblatt derer geworden, die wieder versuchen wollen, die Menschen durch Umverteilung und Repression umzuerziehen und „gleich“ zu machen. Die historische Bürde von Millionen von Toten im Namen der Ideen von Marx und Engels werden plötzlich zu Opfern von „falschen Linken“. Damit versuchen die Roten sich, als glasklare Humanisten darzustellen. „Hitler war rechts und rechts ist böse, aber Stalin war kein Linker, denn links ist immer gut“, so ungefähr versuchen ewiggestrige Marxisten die Deutungshoheit im polit-historischen Diskurs an sich zu reißen.
Natürlich gibt es einzelne Linke, die sich die Barbarei ihrer ideologischen Vorfahren eingestehen, aber selbst diese verfallen in eine verkrampfte Apologetik, wenn man den Kommunismus als das bezeichnet, was er ist:
Die bislang tödlichste politische Ideologie der Menschheitsgeschichte.
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