Der Solidaritätsfetisch der Gutmenschen: Sagt mal, schämt ihr euch nicht?
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Der 7. Oktober 2023 wird in die Geschichte eingehen – als der schlimmste Tag des jüdischen Volkes im 21. Jahrhundert. Und für „wiedergutgewordene“ Deutsche scheint der 7. Oktober zum Lieblings-Gedenktag zu mutieren: Heiße Luft von Politikern, links bis rechts. Solidarität mit bereits ermordeten Juden und Ersatznationalismus so weit das Auge reicht.
Fangen wir bei den Verantwortungsträgern an. Die deutschen Politiker, die sich am stärksten gegen Judenhass positionieren, sind die, die es nicht hinbekommen, auch nur irgendetwas gegen den Antisemitismus zu tun. Konkret gemeint sind damit Genosse Bundeskanzler Olaf Scholz und der Berliner Bürgermeister Kai Wegner. Beide treten regelmäßig auf, manchmal mit Kippa, um zu sagen, dass Judenhass keinen Platz in Deutschland oder Berlin hat. Noch während sie auftreten, zieht ein wütender Mob von Barbaren durchs Land, der nach jüdischem Blut dürstet. Eine logische Konsequenz wäre es, diese Bedrohung zu beseitigen, indem Islamisten abgeschoben und Linksextremisten inklusive ihres Kulturkampfes bekämpft werden.
Doch was macht Wegner? Er führt das einzige Bundesland an, das einen „Winterabschiebestopp“ eingeführt hat, vielleicht damit sich die deutschlandhassenden Antisemiten, die es abzuschieben gilt, nicht erkälten, während sie in ihre Heimat rückgeführt werden. Weiter finanziert Wegner alle möglichen linken Kulturkampf-Projekte und weigert sich, das Thema Abschiebung als logische Konsequenz für die jüdische Sicherheit und selbstverständlich auch die deutsche Sicherheit zu adressieren.

Channukah 2023: Imagepflege auf Kosten der Juden, während das Land von antisemitischen Barbaren geflutet wird.
Naivität oder politische Taktik?
Möglicherweise ist das ja politische Taktik: Denn würde Wegner konsequent abschieben, müsste man ihn seltener zu traurigen Veranstaltungen mit dem Thema Antisemitismus einladen, dadurch könnte er weniger Kippa tragen und weniger heiße Luft in Form von Reden mit viel Pathos produzieren. Wie soll denn sein Wahlkampf aussehen, wenn dafür kein jüdisches Leid genutzt werden kann?
Mit der Tabuisierung der unumgänglichen Abschiebungen steht Wegner nicht alleine da. Er folgt dem Vorbild der Figuren, die eigentlich stellvertretend für die Juden in Deutschland stehen sollten: dem Rabbi von Chabad Berlin, Yehudah Teichtal, und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Beide sprechen unisono vom Kampf gegen den Antisemitismus, aber nehmen das Wort „Abschiebung“ nicht in den Mund – so als wäre es der Name des Herrn.
Kanzler Scholz folgt dem Beispiel Wegners und liefert statt Waffen an Israel nur heiße Luft. „Wir müssen im großen Stil abschieben“, so sprach er einst. Heute hat er das wohl wieder vergessen und konzentriert sich allem Anschein nach darauf, den Kampf gegen Judenhass zur Imagepflege zu nutzen.

Wenn Scholz den Kampf gegen den Judenhass ernst meinen würde, würde er seine Ankündigung einfach umsetzen.
Die Deutschen und der Ersatznationalismus
Ein weiteres Phänomen des instrumentalisierten „Kampfes gegen Antisemitismus“ ist der verlogene Ersatznationalismus. Politiker und Journalisten, die ihren durch Migranten ermordeten Mitbürgern offenbar nicht groß nachtrauern, ihre deutsche Flagge nicht schwenken, ihr Militär verabscheuen und Nationalismus ablehnen, kompensieren all das durch ihre Anteilnahme bei den Gedenkveranstaltungen für die entführten Israelis. Wenn es um Israel geht, können sie plötzlich Fahnen schwenken, sie posten sie im Netz, tragen sie auf der Brust oder hängen sie sich ins Büro. Während sie den deutschen Nationalismus direkt mit dem Dritten Reich in Verbindung bringen, ist der israelische Nationalismus für sie okay und sogar wünschenswert. Eine Fetischisierung des israelischen Militärs und israelischer Politiker, die nach deutschen Maßstäben rechts der AfD sitzen würden, machen die Blamage perfekt.
Diese Absurdität geht so weit, dass das Brandenburger Tor am 7. Oktober in den Farben Israels angestrahlt wird, aber man am 3. Oktober vergeblich auf Schwarz-Rot-Gold wartete. Ganz im Stile der Rathäuser oder anderer Ämter, die zwar die Flagge der Nationen Israel und Ukraine hängen haben, aber meist keine deutsche.

Blau-Weiß für Israel ist nichts wert, wenn es nie ein Schwarz-Rot-Gold für Deutschland gibt.
Der „Tote-Juden-Fetisch“
Ein häufiges Phänomen ist und bleibt der „Tote-Juden-Fetisch“. Dieser geht Hand in Hand mit dem Verlangen, sich zu solidarisieren – aber zumeist nur mit den bereits ermordeten Juden. Deutlich wird das immer dann, wenn ohne Unterbrechung über unsere Toten gesprochen wird – statt über die Gefahren für lebende Juden.
Stolpersteine, Holocaust-Mahnmal und Gedenkfeiern ersetzen nicht den Kampf gegen den gravierenden Judenhass, der von Islamisten und ihren linken Freunden durch die deutschen Straßen getragen wird.
Zwei besonders absurde Beispiele:
- In der überraschend guten ÖRR-Produktion „Entweder Broder – Die Deutschlandsafari“ besucht der jüdische Publizist Henryk M. Broder eine Feier zum Jahrestag der Errichtung des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Der Historiker Eberhard Jäckel behauptet hier – und das ist bezeichnend: „In anderen Ländern beneiden manche die Deutschen um dieses Denkmal.“ Er suggeriert damit, dass das Denkmal etwas Gutes ist und lässt hierbei komplett den Hintergrund des Denkmals aus. Um ein solches Denkmal zu bauen, müssen erstmal Millionen von Juden ermordet werden. Werden jedoch Millionen von Juden ermordet, dann kann man als „wiedergutgewordener“ Deutscher stolz darauf sein, wie sehr man mit dem Thema abgeschlossen hat. Offenbar braucht man sich nicht mehr um den weiter anhaltenden Judenhass, diesmal von links und aus dem islamistischen Spektrum, zu kümmern, da man mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger auf das Denkmal und seinen Schuldkult aufmerksam machen kann. Übrigens erscheint Broder zu der Feier verkleidet als Mahnmal-Stein – so haben ihn die Gutmenschen am liebsten, denn Steine können ihren Mund nicht aufmachen und können zum Draufzeigen genutzt werden. Ganz nach dem Motto: „Seht her, wie gut wir mit der Vergangenheit umgehen, dann brauchen wir auch nicht auf den nervigen Juden, der das kritisiert, einzugehen.“
- Im Podcast „Das Politikteil“ der Zeit spricht der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, übrigens Ex-Sprecher von Angela Merkel, über seine Faszination zum jüdischen Toten-Ritus. Man trauert zusammen, man beerdigt in kürzester Zeit und man hält eine „Shiva“, eine siebentägige Totenwache. All das findet Seibert derartig schön, dass er sich „auf der Stelle wünscht, Jude zu sein“ und dass es mit ihm eines Tages auch so gemacht werden würde. Noch deutlicher kann man den gutmenschlichen „Tote-Juden-Fetisch“ kaum darstellen.

Rechts im Bild: Henryk M. Broder als Mahnmal-Stein.
Die Rechnung zahlt der Jude
Nun besitzt der durchschnittliche deutsche Bürger nicht den nötigen und zugegeben nischigen Wissensstand, der nötig ist, um diese Farce richtig einzuordnen. Er sieht nur, dass die Politiker über die Sicherheit für Juden sprechen, während die Deutschen täglich Opfer von Messermorden und Gruppenvergewaltigungen werden. Er sieht, dass israelische Flaggen gehisst werden, während deutsche in alter „Merkel-Manier“ weggepackt werden. Er sieht, dass israelische Selbstverteidigung, zumindest nach außen kommuniziert, gefeiert wird, während der Deutsche nicht einmal „im großen Stil abschieben“ darf, um sich vor dem demografischen Ende seiner Heimat zu schützen.
Während Akteure wie Scholz oder Wegner so tun, als ob sie etwas gegen den grassierenden Judenhass unternehmen würden, sieht der Bürger nur, dass Juden vermeintlich bevorzugt werden. Dabei könnte die Realität für uns Juden nicht entfernter von dieser Wahrnehmung sein. Scholz und Wegner schüren den Neid und Ressentiments gegen Juden, ohne Gründe zu schaffen, um die man uns Juden beneiden könnte.
Möglicherweise wäre es an der Zeit, Sicherheit für alle Deutschen und auch uns Juden zu schaffen, indem man gegen deutschlandhassende Elemente vorgeht, ob nun mit Abschiebungen oder Streichungen von Förderungen, statt so zu tun, als ob wir Juden ihnen am Herzen liegen.
Jeder einzelne von denen, die Israel mehr lieben als ihr Land, Juden mehr lieben als ihr Volk, oder rund um den 7. Oktober von „Nie Wieder“ oder „Solidarität“ sprechen, aber NICHT abschieben wollen: Jeder einzelne von denen soll sich schämen und ist mindestens genauso schlimm wie die Barbaren, die dank des deutschen politischen und medialen Establishments durch die Straßen der Republik marschieren.
Die Gutmenschen halten aus Solidarität mit Israel gerne Schilder mit Parolen hoch, ob „We remember“, oder „Sei a Mensch“ – glauben Sie mir, wenn ich sage, dass wir Juden nur ein Schild benötigen: den Iron Dome.
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Amir Makatov
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