Die deutschen Bauernproteste – Das Framing spaltet unsere Gesellschaft
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„Die Stimmung im Land kippt.“ Wie oft habe ich diesen Satz in den vergangenen Wochen gelesen oder gehört. Gedacht habe ich ihn aber schon früher. Spätestens im April 2022, als die Ampel an einer Impfpflicht festhalten wollte, und niemand wusste wieso. Aber wahrscheinlich sogar noch davor.
Am gefährlichsten kann es meines Erachtens für eine Gesellschaft werden, wenn Menschen nicht mehr miteinander reden. Da bin ich ganz bei Orwell und seinem Roman 1984, in dem die Bürger von Ozeanien sich aus Angst vor ihrer totalitären Regierung selbst zensieren und ihre Gedanken für sich behalten, um nicht „erwischt“ zu werden. Gedankenverbrechen werden streng geahndet. Nur eines hat Orwell offenbar nicht kommen sehen, wie auch: „Der große Bruder“, das Kontrollorgan der orwellsch’ totalitären Regierung, das sind wir heute, im digitalen Zeitalter, vor allem selbst – hoch lebe der digitale Galgen.
Nichtsdestotrotz stellt die Unterdrückung der Kommunikation, oder nennen wir es meinetwegen eine gezielte Verengung des Meinungskorridors, heute in der Politik ein mächtiges Werkzeug zur Aufrechterhaltung von Kontrolle dar. Und hier schließt sich der Kreis zu unserer Regierung und der nicht ganz unwichtigen Frage, wie es so weit kommen konnte.

Auf die Demonstration vors Brandenburger Tor kamen Tausende.
So weit konnte es kommen, weil in der Politik nicht MIT, sondern ÜBER Menschen gesprochen wird.
Und das Resultat sind Vorverurteilungen, Framing und auf Seiten der Bürger dieses Landes: Frust und Wut. Wer partout nicht verstanden wird, der verschafft sich Gehör. Und wie das aussehen kann, sehen wir aktuell bei den Bauernprotesten: Rund 30.000 Teilnehmer sollen laut Bauernverband-Präsident Joachim Rukwied am 15. Januar zum Brandenburger Tor gepilgert sein. Auch wenn die Berliner Polizei von 8500 Teilnehmern spricht – diese Diskrepanz in der Wahrnehmung zwischen Polizei und Veranstaltern kennen wir ja noch von den Corona-Protesten. Wichtig ist doch: Hier geht es längst nicht mehr nur um den Agrardiesel, oder irgendwelche Kfz-Steuern. Hier geht es um eine Grundsatzfrage: Wie geht die Politik mit den Bürgern dieses Landes um?
Und ist ein Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, der die Landwirte als Rassisten beschimpft, tragbar? Ich denke, nein. Und wieso ich das denke, das erzähle ich euch in der aktuellen Folge „Gio unzensiert“:
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