Drei Jahre Machtübernahme der Taliban: Radikalislamisten posieren in gepanzerten Autos, die wir ihnen überlassen haben
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Was Sie auf dem Foto sehen, ist ein Bild des Grauens, man kann es nur so sagen: Radikalislamisten der Taliban feiern drei Jahre Machtübernahme. Sie posieren in gepanzerten Autos, die Ihnen der Westen überlassen hat.
Das sind geschätzt mehr als 20.000 Humvees aus den USA, also hochmoderne gepanzerte Geländewagen, mit leichten Waffen ausgerüstet. Dazu Hunderte gepanzerte Fahrzeuge der Typen M1117 und M113 sowie Tausende militärische Lastwagen.

Aufmarsch à la Taliban
Außerdem moderne Schusswaffen mit entsprechender Munition, die die USA an die afghanische Armee geliefert hatten: 358.000 M 16-Gewehre, mindestens 3600 M4-Gewehre, dazu mehr als 130.000 Handfeuerwaffen, Funkgeräte, Nachtsichtgeräte. Die Taliban haben auch moderne amerikanische Blackhawk-Hubschrauber erbeutet (mindestens vier) und zehn US-McDonnell-MD-Kampfhubschrauber. Diese Zahlen stammen aus Schätzungen der US-Armee anhand der Fotos, auf denen die Taliban-Islamisten posieren.
Was bleibt, ist die Angst
Was sagt uns diese Menge an modernen Waffen in den Händen von Steinzeit-Islamisten? Sie sagen aus, dass die Taliban praktisch unbedrängt ihre Herrschaft ausüben können. Kein westliches Land will sich noch mal die Finger verbrennen. In Afghanistan ist einfach nichts zu gewinnen, ein Krieg schon gar nicht. Nach 20 Jahren hatten die Truppen der westlichen Allianz das Land fluchtartig verlassen. Zurück blieben eine verängstigte Bevölkerung und das Gerät, mit der der Westen die afghanische Armee hochgerüstet hatte – und das alles seit drei Jahren den Taliban gehört. Zurück blieben vor allem auch Frauen und Kinder, die keine Rechte mehr haben. Aber Angst.
In der FAZ berichtet die Kabuler Lehrerin Maryam Ahmadi (Name geändert). Sie wurde von einem Sittenwächter des Tugendministeriums gestoppt. So wie viele Frauen in der afghanischen Hauptstadt trug sie weder eine Burka noch eine Gesichtsmaske. „Sie sind direkt zu unserem Schuldirektor gegangen und haben gedroht, dass jede Lehrerin, die ohne Handschuhe und Gesichtsmaske unterrichtet, sofort entlassen wird“, berichtet sie am Telefon. Der Zwischenfall hat sie so eingeschüchtert, dass sie sich zwei Tage nicht mehr zur Arbeit traute. „Bisher trugen die Sittenwächter immer weiße Uniformen, sodass man sie von weitem erkennen konnte. Aber neuerdings tragen sie zivile Kleidung.“

Eine Lehrerin in Kabul mit ihrer Klasse, in der ausschließlich Jungen sind.
Bildung für Frauen: verboten
Afghanistan ist heute das einzige Land der Welt, das Frauen und Mädchen über zwölf Jahren den Zugang zur Bildung verwehrt, schreibt die UNESCO. Seit der erneuten Machtübernahme der Taliban vor drei Jahren sind mindestens 1,4 Millionen Mädchen in Afghanistan vom Schulverbot ab der siebten Klasse betroffen. Dies seien rund 300.000 mehr als bei der letzten Zählung im April 2023. Seit 2021 ist außerdem die Anzahl der an Universitäten eingeschriebenen Studenten um 53 Prozent zurückgegangen.
Des einen Leid, des anderen Freud: Dieses deutsche Sprichwort trifft im Fall Afghanistan in geradezu widerlicher Härte zu. Steinzeit-Islamisten posieren mit Waffen, die ihnen der Westen überlassen hat. Und die sie jederzeit benutzen würden, wenn sich einer in den Weg stellt.
Frauen können das übrigens nicht sein. Sie durften an der Zeremonie zur dreijährigen Rückkehr der Taliban zur Macht nicht teilnehmen. Auch keine Journalistinnen.
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