Falsch, falscher, Fratzscher: Wie der Lieblings-Ökonom der Regierung uns für dumm verkauft
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Wenn Ihnen morgen früh Marcel Fratzscher auf der Straße begegnet und freudig zuruft: „Herrlich, das wird ein sonniger Tag!“ – dann gehen Sie lieber noch mal zurück ins Haus und packen einen Regenschirm rein.
Marcel Fratzscher ist Professor für Makroökonomie in Berlin und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Was Sie nicht in seinem Lebenslauf finden: Der Mann ist Deutschlands ungekrönter König der Falsch-Prognosen.
Er wird uns von Leitmedien als unabhängiger Top-Ökonom und Experte verkauft, leitete aber sowohl für Sigmar Gabriel als auch für Cem Özdemir Kommissionen in Bundesministerien. Das ist mehr als nur ein Beratungs-Job, er durfte für SPD und Grüne in der Regierung mitgestalten. Dem You’ll-Never-Walk-Alone-Mantra des Kanzlers attestierte Fratzscher artig: „Mit seinem Fußball-Zitat liegt Scholz richtig.“
Fratzscher kann rot wie grün, Hauptsache links. Menschen wie Fratzscher sind für Regierungen extrem wichtig. Ihr Professoren-Titel gibt der breiten Masse das Gefühl: Oha, der studierte Herr Professor wird schon wissen, was er da sagt! Dass der Herr Professor auch nicht von Luft und Liebe, sondern von Fördermitteln und Aufträgen lebt, vergisst man dann gerne bei Interviews.
Wenn Sie bis heute nicht wussten, wer Marcel Fratzscher ist – Sie müssen sich einfach nur folgenden Dreiklang merken, wenn Sie über den Namen stolpern: Falsch, falscher, Fratzscher.

Marcel Fratzscher bei der Pressekonferenz des Klimastreiks in Berlin
Ein aktuelles Beispiel. Nachdem sich Bund und Länder auf eine Bezahlkarte für Flüchtlinge geeinigt haben, um den Bargeldstrom zu unterbinden, wehren sich die Grünen gegen den Plan – und Prof. Fratzscher springt ihnen zur Seite: „Das Einzige, das wir mit der Bezahlkarte bewirken, ist, dass die IT-Programmiererin aus Indien oder der Ingenieur aus Brasilien sagen: ‚Das tue ich mir nicht an. Ich gehe lieber dahin, wo ich als Mensch ordentlich behandelt werde.‘“
Was Fratzscher hier im Interview mit der Ippen-Media-Gruppe sagt, muss jeden Late-Night-Comedian dieses Landes zu einer Stand-Up-Nummer motivieren.
Lieber Herr Fratzscher: Hochqualifizierte Fachkräfte aus EGAL WO IN DER WELT sind keine Flüchtlinge. Hochqualifizierte Fachkräfte, die mit extrem hochdotierten Arbeitsverträgen in der Tasche nach Deutschland kommen, werden in ihrem Leben keine Berührung mit dem Arbeitsamt oder dem Bundesamt für Migration haben. Die machen sich Sorgen darüber, wie oft sie ihre Familie in der Heimat besuchen können – aber nicht über das deutsche Sozialsystem.
In der Welt von Marcel Fratzscher ist das anders. Da sitzt eine Programmiererin in Bengaluru zwischen zwei genialen Software-Ideen, kriegt einen Anruf von Bosch, SAP oder Daimler und das Angebot: Wir zahlen dir das, was du heute in Rupien bekommst, in Euro und ermöglichen dir ein Leben in Stuttgart – du musst nur mit dem schlechten Wetter in Schwaben klarkommen. Unsere Diesel-Luft ist aber immer noch besser als die indische Feinstaub-Hölle von Bengaluru, versprochen.
Dann kommt die IT-Fachfrau ins Grübeln, googelt „Germany“, und stellt irgendwann fest: Ach schau mal, die Deutschen haben ja im Gegensatz zu uns die UN-Flüchtlingskonvention unterschrieben, super! Dann klickt sie weiter. ABER NEIN! Da kriegen Flüchtlinge ja gar kein Bargeld mehr, sondern eine BEZAHLKARTE! Diese MENSCHENFEINDE! Wie können die nur! Das tue ich mir nicht an. Ich gehe lieber dahin, wo ich als Mensch ordentlich behandelt werde. Ab nach Pakistan, ist ja auch viel näher!

Die Bezahlkarte als Faktor der Migration
Fratzscher glaubt das wirklich. Auf die Idee, dass hochqualifizierte Fachkräfte beim Googeln auf die katastrophale Wirtschaftslage oder die hohe Steuer- und Abgabenlast stoßen, mit denen der deutsche Staat der arbeitenden Bevölkerung das Brutto-Gehalt abschröpft, darauf kommt der Top-Ökonom nicht. Nein. Die Bezahlkarte, die schreckt die Fachkraft ab.
Wenn Sie jetzt meinen, ich übertreibe ein wenig: Nein. Hier sind meine drei Lieblings-Zitate von Marcel Fratzscher, ich lasse sie unkommentiert.
März 2016: „Viele der Geflüchteten werden die Renten der Babyboomer zahlen.“
Juni 2021: „Die Sorge vor einer zu hohen Inflation ist ein sehr deutsches Phänomen – und unbegründet.“
Juni 2022: „Rindfleisch müsste eigentlich fünfmal so teuer sein.“
Entscheiden Sie selbst, ob Sie den Empfehlungen dieses Mannes folgen würden. Also. Nicht vergessen: Wenn Fratzscher Ihnen morgen einen sonnigen Tag verspricht, für Regen rüsten. Aber wenn Sie ihn eh schon mal in der Nähe haben, holen Sie doch einen Lotto-Schein raus und lassen Fratzscher 43 von 49 Feldern ankreuzen. Die übrigen 6 Zahlen machen Sie dann wahrscheinlich zum Lotto-Millionär.
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Willi Haentjes
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