„Friendflation“: Freundschaft wird einfach zu teuer
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Ein neues Wort geht um die Welt: „Friendflation“. Dieser Begriff ist eine Kombination aus Friend und Inflation. Das Wort beschreibt ziemlich präzise, worum es geht: das Gefühl, dass es immer teurer wird, ein soziales Leben zu führen. Manchmal sogar sehr teuer. Und für viele Menschen zu teuer.
Der Begriff wurde zuerst nur mit privaten Finanzen verwendet, bis er dann 2025 TikTok und die angelsächsischen Medien eroberte, wie die Welt berichtet. Hinter diesem Begriff steckt ein echtes wirtschaftliches Problem. Es zeigt auf, dass es mittlerweile Luxus ist, sich mit Freunden zu treffen.
Hinter dem Begriff „Friendflation“ steckt ein soziales Leben, das sich vor allem am Konsum orientiert. Sich mit Freunden zu treffen, heißt heute meist, etwas Besonderes zu unternehmen. Man muss reservieren, reisen, bei etwas mitmachen, organisieren und irgendetwas Neues unternehmen. Eine Freizeit-Veranstalterin sagt: „Es hat sich mittlerweile eine ganze Industrie rund um Freundschaftsrituale entwickelt. Die Geburtstage, Baby-Showers und Junggesellen-Abschiedspartys haben sich zu Mini-Festivals entwickelt, bei denen alles unglaublich wichtig ist: das Geschenk, die Aktivitäten, die Dekoration, die Reisen.“
Deutschland ist Freizeit-Europameister
Die neue „Friendflation“ trifft besonders die Deutschen. Denn kein anderes EU-Land hat 2024 (letzte Statistik) mehr für Sport, Kultur und Erholung ausgegeben. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat errechnet, dass die Deutschen jeden zehnten Euro für Freizeit ausgeben. Deshalb könne man sagen: Deutschland ist Freizeit-Europameister. Die Deutschen liegen bei den Freizeit-Ausgaben knapp vor Schweden und weit über dem EU-Durchschnitt von 7,5 Prozent. Rumänien ist mit 2,6 Prozent das Schlusslicht.
Aber außerhalb Europas gibt es das neue Phänomen „Friendflation“. Eine Umfrage der Ally Bank (einer großen amerikanischen Digitalbank, die aus der ehemaligen Tochtergesellschaft von General Motors hervorgegangen ist) aus dem Jahr 2025 unter 1000 Amerikanern im Alter von 18 bis 33 Jahren hat gezeigt, dass junge Erwachsene im Durchschnitt 250 US-Dollar pro Monat für ihre Freizeitaktivitäten mit Freunden ausgeben. Vor allem aber gab jeder Zweite an, er habe auch schon mal einen gesellschaftlichen Termin absagen müssen, weil ihm das Geld dafür fehlte.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Wenn die moderne Freundschaft zu teuer wird, muss man auf die alte setzen: „Komm, lass uns mal wieder quatschen.“ Oder: „Wir gehen in die Kneipe um die Ecke.“ Da ist das nicht so teuer.“ Oder: „Komm, wir gehen ein Stück spazieren. Der Wald freut sich.“
Irgendwie war das auch nicht schlecht.
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